Es ist die Zäsur am Ende der betrieblichen Ausbildung: das Übernahme- oder Feedbackgespräch. Es ist eine Art zweites Bewerbungsgespräch, mit dem Unterschied, dass sich beide Parteien nun schon wesentlich besser kennen und einzuschätzen wissen. Der Absolvent von einst hofft nun kurz vor Ablauf seiner Probezeit auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag und den eigentlichen Berufseinstieg. Ebenso ergeht es dem Azubi nach dem Abschluss seiner bis zu dreijährigen Ausbildung. Das sogenannte Übernahmegespräch (wenn es denn tatsächlich eine Übernahme gibt) findet dann meist zwischen zwei oder drei Monaten vor Ablauf der Probezeit beziehungsweise vor Ende der Ausbildung statt und bietet dann noch einmal die Gelegenheit für beide, eine Bilanz zu ziehen.
Schaut man sich im Internet um, dann berichten Betroffene über die Gespräche, deren Atmosphäre und Inhalte ganz unterschiedliches. Zum Beispiel werden dabei…
…wesentliche Inhalte der Ausbildung sowie die Stärken und Schwächen der Arbeitnehmer erörtert. Ebenso mögliche Lernziele und ob diese erreicht wurden.
…die Situation des Unternehmens am Markt, die aktuelle Börsenentwicklung besprochen – wobei es dann vornehmlich darum geht, herauszufinden, wie viel der Azubi oder Berfseinsteiger tatsächlich so von seinem aktuellen Arbeitgeber mitbekommt und wie viel ihn oder sie davon interessiert.
…auch schon mal fiktive Verkaufsgespräche geführt. So testet der Personaler neben den kommunikativen Stärken seines Gegenübers auch dessen spezifisches Produktwissen. Wer also in irgendeiner Form im Außendienst arbeitet oder mit Kunden Kontakt hat, sollte auf derlei Simulationen durchaus gefasst sein.
Natürlich folgen auch Feedbackgespräche den gängigen Regeln eines Vorstellungsgespräches. Zur Erinnerung: Diese 60 Fehler sollten Sie auch hierbei vermeiden. Darüber hinaus gibt es ein paar Empfehlungen, wie Sie solche Übernahmegespräche optimal vorbereiten, beziehungsweise besser bestehen können:
Das Übernahmegespräch erfolgreich führen
- Informationen sammeln – Schon vorab sollten Sie sich umfassend informieren, ob derzeit Auszubildende übernommen werden oder überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer während der Probezeit gehen müssen. Wenn Sie im Wetbewerb mit anderen stehen, ist das Gespräch vielleicht die letzte Gelegenheit, um aus der Masse herauszustechen.
- Chance nutzen – Begreifen Sie das Feedback als Chance, eventuelle Vorurteile gegen Sie oder frühere Fauxpas auszugleichen. Dokumentieren Sie Ihre positive Entwicklung, die Lerneffekte und bisherigen Erfolge. Rechnen Sie jedenfalls nicht damit, dass das alles schon bekannt und präsent wäre.
- Gegenargumente einkalkulieren – Überlegen Sie sich vorher, wie Sie auf mögliche Einwände kontern können. Dabei sind allerdings weder Ausreden noch “Ja, aber”-Diskussionen gemeint. Kritik hören Sie sich bereitwillig an. Zeigen Sie aber auch, dass Sie den Punkt bereits erkannt haben und daran längst arbeiten – mit Erfolg.
- Probleme lösen – Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, mit welchen Problemen Ihr Unternehmen derzeit zu kämpfen hat und welchen Beitrag Sie zur Lösung erbringen könnten. Möglicherweise haben Sie beim Aufbau der IT-Abteilung geholfen und kennen sich als einer der wenigen exzellent mit dem BEreich XY aus. Kurz: Zeigen Sie, dass Sie für den weiteren Unternehmenserfolg weitgehend unverzichtbar sind.
- Vereinbarungen treffen – Versuchen Sie möglichst alle wichtigen Ergebnisse des Gesprächs schriftlich zu fixieren, wie etwa den Termin zum Unterschreiben des Arbeitsvertrages oder wann Sie offiziell angestellt werden. Wenn dazu noch nichts vereinbart wurde, sprechen Sie es bitte jetzt an und lassen Sie sich nicht mit mündlichen Zusagen abspeisen.






