Dass sich die Arbeit in den vergangenen (Krisen-)Jahren erheblich verdichtet hat, dürfte jeder spüren. Ebenso dass die meisten Arbeitnehmer inzwischen mehr und länger arbeiten als etwa 2008 oder 2009. Bestätigt wird das jetzt auch durch aktuelle Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (PDF). Danach nahm die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Arbeitnehmer im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent zu.
Insgesamt wurden 2010 pro Arbeitnehmer durchschnittlich 1340 Arbeitsstunden geleistet, 30,6 Stunden (oder eben 2,3 Prozent) mehr als noch im Jahr 2009. Und die Arbeitszeiten waren in allen vier Quartalen des Jahres 2010 länger als im Vorjahr!
Zugenommen haben auch die (bezahlten) Überstunden. Im Schnitt leistete jeder Arbeitnehmer 2010 fünf Überstunden mehr als noch 2009. Auch der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist damit im Jahresverlauf um 3,7 Stunden pro Arbeitnehmer angestiegen.
Die normale Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag damit im Mittel bei 38,24 Stunden – 0,17 Stunden mehr als ein Jahr zuvor. Die gute Nachricht daran: Auch die Zahl der Vollzeitbeschäftigten selbst ist gestiegen – um 70.000 Beschäftigte, oder 0,3 Prozent. Ebenso wurden mehr Teilzeitbeschäftigte eingestellt: ein Plus von rund 140.000 (1,1 Prozent). Damit beträgt die Quote der Teilzeitbeschäftigten inzwischen 34,8 Prozent. Das war etwas weniger als im langfristigen Durchschnitt.
Allerdings fielen 2010 auch mehr Arbeitsstunden wegen Krankheit aus – ein Indiz dafür, dass die Arbeitnehmer ihre Jobs wieder als sicherer empfinden. Die Krankenstandsquote lag mit 3,6 Prozent etwas höher als im Jahr 2009 (3,4 Prozent).







Christian
Hallo Jochen,
habe gerade in der WAMS eine schönen Bericht dazu gelesen. Den folgende Satz “Nach 19 Uhr im Büro zu sitzen ist eine Tugend, weil in dieser Branche das Nicht-mit-der-Zeit-Klarkommen mit effizienter Arbeit verwechselt wird” finde ich nach wie vor amüsant.
Ich finde die Autorin hat den Punkt genau getroffen, zumindest für manche Branchen. Wie stehst du dazu?
Viele Grüße,
Christian
http://www.welt.de/print/wams/lifestyle/article12183807/Die-Uhr-hat-mir-den-Kopf-verdreht.html
Jochen Mai
Ich halte es da eher mit Paulchen Panther: Ist es wirklich schon so spät…? Oder anders formuliert: Schön, wenn am Ende der Arbeit noch so viel Zeit übrig ist.
Will heißen: Wann einer kommt oder geht, ist zweitrangig, solange er seine Leistung bringt und das gut. Wer effizienter arbeitet, wird dadurch belohnt, dass er mehr Freizeit hat – oder (was mitunter auch mal passieren sollte) neue Projekte anstößt. Die Uhr ist jedenfalls ein denkbar schlechter Gradmesser für Produktivität, erst recht in der Kreativ- oder Wissensbranche.
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