In Bewerbungen wird von vielen Jobsuchenden ganz besonders dick aufgetragen. Nicht kleckern, sondern klotzen scheint für Bewerber ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, wenn es darum geht, das eigene Bewerbungsanschreiben zu formulieren und zu gestalten. Das führt in aller Regelmäßigkeit zu Übertreibungen im Anschreiben die jedoch nicht den gewünschten Effekt erzielen. Wer es in seinen Bewerbungsunterlagen zu sehr übertreibt, kommt dem Job nicht näher, sondern büßt eine Menge Glaubwürdigkeit ein oder katapultiert sich im schlimmsten Fall gleich selbst ins Aus. Die Schwierigkeit ist dabei der schmale Grat zwischen selbstbewusster Präsentation der eigenen Stärken und starker Übertreibungen im Anschreiben, die einen negativen Beigeschmack haben. Wir zeigen, worauf Sie achten und besser verzichten sollten, um es im Anschreiben nicht zu übertreiben...

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Übertreibungen im Anschreiben: Ein häufiger Fehler

Eine Jobsuche ist selten einfach. Sie kostet Zeit, Energie und viele Nerven. Spätestens wenn eine Absage nach der anderen im Briefkasten landet, ist der Frust bei Bewerbern so groß, dass nicht nur die Fehlersuche vorangetrieben wird, sondern im nächsten Schritt auch etwas geändert wird. Der Schuldige, der meist zuerst ausgemacht wird: Das eigene Anschreiben. Die Konkurrenten müssen hier einfach besser und überzeugender gewesen sein.

Spätestens beim Umschreiben wird dann ordentlich draufgelegt, um überhaupt keinen Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und der perfekten Eignung für die Position zu lassen. Andere Bewerber sparen sich diesen Umweg und laden ihr Anschreiben gleich von Anfang an von vorne bis hinten mit Übertreibungen.

Übertreibungen im Anschreiben gehören zu den häufigsten Bewerbungsfehlern. Das hat jedoch einen guten Grund, für den Jobsuchende nichts können: Viele Unternehmen vermitteln ihren Bewerbern den Eindruck, sie müssten auf Übertreibungen zurückgreifen, um überhaupt eine Chance im Bewerbungsprozess zu haben. In Stellenausschreibungen wird nach der sprichwörtlichen eierlegenden Wollmilchsau gesucht, ein Kandidat, der absolut perfekt ist, alles mitbringt und nicht die kleinste Schwachstelle besitzt.

Also versuchen Bewerbern, diesen wenig realistischen Erwartungen irgendwie gerecht zu werden - und greifen dafür zu Übertreibungen im Anschreiben. Alles wird geschönt, überall wird noch ein bisschen nachgeholfen. Am Ende reiht sich eine Übertreibung an die andere.

An dieser stelle wird es kompliziert und widersprüchlich: Denn obwohl nur so den Anforderungen entsprochen werden kann, können solche Übertreibungen ein Ausschlusskriterium für Bewerber sein. Personaler wollen ein möglichst konkretes Bild von Kandidaten erhalten und wissen, wer sich da genau bewirbt. Übertreibungen fallen dabei negativ auf, da sie wie eine Täuschung wirken.

Obwohl es durchaus verständlich ist, dass Sie zu Übertreibungen im Anschreiben greifen, sollten Sie dem Drang daher besser widerstehen und sich darauf besinnen, die wichtigsten Aspekte Ihrer Persönlichkeit und Fähigkeiten zu schildern - nur ohne all die zusätzlichen Verzierungen oder Dramatisierungen, die vielleicht enthalten sind.

Zwischen Übertreibung und Tiefstapelei

Übertreibungen im Anschreiben Zu viel übertriebene Formulierungen FehlerBevor Sie nun mit dem Kopf schütteln und sich fragen, wie Sie sich denn dann von den Mitbewerbern abheben können und sich in eine vielversprechende Position für einen neuen Job bringen: Genau das ist die große Herausforderung, die Sie mit Ihren Bewerbungsunterlagen meistern müssen.

Erfolgreiche Bewerbungen sind ein Balanceakt, bei dem Sie den Mittelweg zwischen Übertreibung und Untertreibung finden müssen. Natürlich müssen Sie Selbstbewusstsein zeigen, Ihre Stärken in den Vordergrund stellen und auch begründen, warum Sie die richtige Besetzung für eine freie Stelle sind.

Gleichzeitig müssen Sie aber unbedingt Ihre Glaubwürdigkeit bewahren - und genau diese verlieren Sie durch Übertreibungen im Anschreiben. Wer hier zu dick aufträgt, sorgt für Zweifel beim Personaler, ob die Aussagen wirklich ehrlich sind oder ob vielleicht an der ein oder anderen Stelle hinzugedichtet wurde.

Zwar wissen Personalverantwortliche, dass Bewerber in ihren Anschreiben an der ein oder anderen Stellschraube drehen, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen und sich für den Job zu empfehlen, es darf aber eben nicht alles andere überdecken.

Wenn Sie selbst Schwierigkeiten mit den Formulierungen haben oder sich unsicher sind, ob Sie offensichtliche Übertreibungen im Anschreiben eingebaut haben, können Sie Ihre Unterlagen einem möglichst neutralen Leser geben und ihn um seine ehrliche Meinung bitten. Außenstehende haben oftmals einen besseren und objektiveren Blick auf die Dinge und erkennen schnell, wo Sie sich nicht nur in einem guten Licht präsentiert haben, sondern es mit der Beschönigung übertrieben haben.

Verzichten Sie auf diese Übertreibungen im Anschreiben

Hand aufs Herz: Wenn Sie in Ihr Bewerbungsschreiben durchlesen und ehrlich zu sich selbst sind - finden Sie darin die ein oder andere Übertreibung? Kein Grund sich zu schämen, schließlich zeigen Sie damit zunächst einmal nur, dass Sie wirklich bemüht sind, sich von Ihrer besten Seite zu zeigen, um Ihren Traumjob an Land zu ziehen.

Außerdem kommt wohl keine Bewerbung gänzlich ohne Übertreibungen aus. An irgendeiner Stelle wird immer getrickst, ein wenig vorteilhaftes Detail lieber ausgelassen, etwas anderes dafür mehr in den Vordergrund geschoben. Die Kunst besteht darin, es mit den Übertreibungen nicht zu übertreiben. Erst wenn es zu viel wird, wird der Eindruck erweckt, dass etwas nicht stimmen könnte.

Mit einigen Übertreibungen im Anschreiben sollten Sie aber grundsätzlich sehr vorsichtig sein und lieber darauf verzichten.

  • Übertreibungen im Anschreiben: Lügen

    Aus Übertreibungen werden auch schnell Lügen in der Bewerbung. Sie geben Qualifikationen oder Fähigkeiten an, die Sie so überhaupt nicht besitzen, um Ihr Profil besser an die Anforderungen des Arbeitgebers anzupassen und schon haben Sie möglicherweise ein großes Problem. Selbst wenn Sie nur bei Ihren bisherigen Aufgaben und Verantworten so sehr übertreiben, dass die Wahrheit zu kurz kommt, droht Ärger.

    Fällt diese Übertreibung im Anschreiben früh auf, ist jede Chance auf den Job sofort dahin. Unehrlichkeit im Bewerbungsprozess ist für Unternehmen ein absolutes NoGo, da immer davon ausgegangen wird, dass der Mitarbeiter auch in der späteren Zusammenarbeit die Wahrheit zu seinen eigenen Gunsten verbiegt. Doch selbst wenn Sie den Job aufgrund solch einer Übertreibung bekommen, können Sie später noch fristlos gekündigt werden, wenn die Lüge ans Licht kommt.


  • Übertreibungen im Anschreiben: Länge

    Viel hilft viel. Dieses Motto könnte man hinter so mancher Bewerbung vermuten. Das Anschreiben reicht gleich über mehrere Seiten, es wird jede noch so kleine und unwichtige Fähigkeit genannt und aufgebauscht, bis die irgendeine Verbindung zum angestrebten Job bekommt und alles wirkt irgendwie zu viel.

    Personaler gehen an übertrieben lange Bewerbungen meist schon mit einem unguten Gefühl heran, da oftmals auf sehr viel Platz nur sehr wenig wirklich Wichtiges gesagt wird. Besser ist es, wenn Sie kurz und präzise formulieren und das Entscheidende auf den Punkt bringen. Prioritäten zu setzen, prägnant zu überzeugen und Informationen von Bedeutung zusammenfassen - das überzeugt Arbeitgeber.


  • Übertreibungen im Anschreiben: Superlative

    Ich war der Beste..., Meine Abteilung legte die schnellste Entwicklung..., In der Unternehmensgeschichte gab es noch nie einen vergleichbaren... In dem ein oder anderen Anschreiben wird mit Superlativen nur so um sich geworfen. Hauptsache es wird deutlich, dass der Bewerber dem Durchschnitt immer weit voraus war.

    Wer sich selbst jedoch als wandelnden Superlativ beschreibt und präsentiert, kann diesen Erwartungen in der Realität so gut wie nie gerecht werden - wenn der Personaler es Ihnen überhaupt abkauft. Hinzu kommt, dass solch übersteigerte Beschreibungen schnell arrogant und wenig sympathisch wirken.


  • Übertreibungen im Anschreiben: Prahlerei

    Ein ähnliches Problem ist Prahlerei in der Bewerbung. Ein Kernpunkt und ausschlaggebender Inhalt jedes Anschreibens ist es, Ihre Leistungen zu schildern, doch sollten Sie darauf verzichten, damit anzugeben. Wirklich gute Leistungen sprechen für sich, der positive Eindruck entsteht auch ohne Ihr weiteres Zutun.


  • Übertreibungen im Anschreiben: Schleimerei

    Um einen Personaler möglichst gütig zu stimmen und die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erhöhen, greift so mancher Bewerber zu Komplimenten und Schmeichelei. Ihr Unternehmen war schon immer mein Traumarbeitgeber... oder auch Ihre Arbeitsweise und Produkte faszinieren mich schon seit Jahren...

    Das klingt zunächst positiv, ist jedoch oftmals eine starke Übertreibung. Wenn Sie ein solches Argument anbringen wollen, kombinieren Sie es mit Ihrer Motivation - und zwar nicht als leere Floskel, sondern möglichst konkret. Warum genau wollen Sie zu diesem Unternehmen? Was ist so besonders und anders? Wenn Sie diese Fragen glaubwürdig beantworten, wird aus einer Übertreibung ein wirkliches Argument und ein Pluspunkt für Sie.

[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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