Es ist eine Selbstverständlichkeit: Behandle jeden Bewerber fair und respektvoll! Dennoch, so höre ich, halten sich viele Unternehmen im Einstellungsprozess nicht daran – etwa, indem sie auf Bewerbungen mit rüden Absagen reagieren, gar nicht reagieren oder im Vorstellungsgespräch arrogant und herablassend auftreten. Das alles geschieht sicher auch, weil sich die Personaler in der vermeindlich besseren Position wähnen und wenig Repressalien fürchten müssen… ein fataler Irrtum!

Schon vor einiger Zeit konnten Forscher der Owen Graduate School of Management an der Vanderbilt Universität nachweisen, dass sich schlechte Manieren im Bewerbungsprozess rächen – auch für die Arbeitgeber. Jobeinsteiger, die sich während der Auswahlrunden unfair behandelt fühlten, entwickelten danach kaum echte Loyalität für den Arbeitgeber und suchten schnell wieder nach Jobalternativen, selbst nach fünf Jahren noch, sagt Studienleiter Ray Friedman, erinnerten sie sich an den demütigenden Auswahlprozess. Zu den schlimmsten Vergehen der Arbeitgeber zählen laut seinen Untersuchungen:

  • Schleppende oder gar keine Rückmeldungen zum Status der Bewerbung.
  • Herablassende Haltung, Motto: Du brauchst uns mehr als wir dich.

Hinzu kommt: Im Zeitalter der Sozialen Medien, der Arbeitgeber-Bewertungsportale und des Empolyer Branding ist es erst recht nicht klug, Bewerber schlecht zu behandeln. Es spricht sich nicht nur im Netz herum – es bleibt doch auch eine sehr lange Zeit sichtbar und auffindbar.

Ich würde mich freuen, wenn Sie ein paar Ihrer frustrierendsten Erlebnisse mit solchen Arbeitgebern hier in den Kommentaren schildern. Falls Sie ein konkretes Unternehmen nennen, sollten diese Vorfälle allerdings belegbar sein – das geht nur unter Ihrem Klarnamen. Andernfalls ist es besser Sie anonymisieren das Beispiel. Schließlich geht es nicht darum, einzelne Unternehmen an den Pranger zu stellen, sondern vor allem einzelne Methoden. Und wer es lieber ganz anonym mag, kann auch an der folgenden Umfrage teilnehmen. In jedem Fall freuen wir uns (und sicher auch die zahlreichen Mitleser) über Ihr Feedback.