Sie sind mit Ihrem Unternehmen bereits auf Facebook und Twitter vertreten? Sie führen bereits ein Unternehmensblog? Wunderbar, dann sind Ihnen die Vorteile und Möglichkeiten von Social Media ja bereits bekannt. Dann empfehle ich Ihnen heute den nächsten Schritt: Werden Sie mit Ihrem Unternehmen auf Google+ aktiv. Das macht übrigens auch dann Sinn, wenn Sie Facebook und Twitter noch nicht nutzen und noch kein Unternehmensblog betreiben. Denn Google+ eignet sich auch hervorragend als Einstieg in die sozialen Netzwerke. So bald Sie damit vertraut sind, sollten Sie allerdings andere Netzwerke folgen lassen. Für alle Firmen, die Social Media bereits erfolgreich einsetzen, stellt Google+ jedoch ebenfalls eine wichtige Ergänzung dar.

Wozu Google+?

Sie könnten jetzt ein wenig skeptisch sein, denn Facebook und Twitter haben – zumindest in Deutschland – nach wie vor deutlich mehr Reichweite als Google+. Doch erstens wächst Google+ kontinuierlich und zweitens ist die schiere Maße der Nutzer nicht unbedingt entscheiden.

1. Die Nutzer

Auf Google finden sich derzeit noch deutlich weniger deutschsprachige Nutzer als auf Facebook. Das ist absolut unstrittig, doch bei den aktiven Google+-Nutzer handelt es sich größtenteils um Social Media affine Menschen, die gerade in den sozialen Netzwerken starke Multiplikatoren sind. Das bedeutet: Wenn Sie diese Menschen erreichen, können Sie über diesen Kontakt auch deren Follower und Fans erreichen.

2. Die Google-Suche

Auch wenn das Facebook und Twitter wirklich nicht gerne hören und sich auch schon entsprechend darüber aufgeregt haben: Google+-Beiträge und Profile werden in der aktuellen Google-Suche gegenüber Treffern in anderen Netzwerken bevorzugt behandelt. Durch eine aktive Nutzung von Google+ können Sie daher Ihre Sichtbarkeit bei Google-Suchanfragen deutlich erhöhen.

3. Die Integration

Google hat in den letzten Wochen und Monaten keinen Zweifel daran gelassen, dass Google+ eines der wichtigsten – wenn nicht sogar das wichtigste – Projekte des Unternehmens ist. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass Google+ in immer mehr Google-Dienste integriert wird. Youtube, Google-Earth, Picasa und viele Dienste verfügen über Schnittstellen und Sharing-Optionen zu Google+. Der Vorteil für Ihr Unternehmen: Sie können beispielsweise einerseits die bereits vorhandenen Fans und Zuschauer Ihre Youtube-Kanals relativ leicht auf Google+ mitnehmen und andererseits über Ihre Aktivität auf Google+ die Zuschauerzahlen Ihres Kanals steigern.

4. Die Diskussionen

Auf Twitter sind Diskussion schon durch die Begrenzung von 140 Zeichen pro Beitrag schwierig zu führen. Auf Facebook ist diskutieren zwar einfacher, leider werden viele Diskussionen oft von Trollen gestört und dadurch unbenutzbar gemacht. Das lässt sich durch eine konsequente Moderation zwar in den Griff bekommen, erfordert jedoch einigen Aufwand. Auf Google+ wird nicht nur rege diskutiert, die Diskussionen laufen – zumindest aktuell – in der Mehrheit gesittet und auf einem hohen Niveau ab. Das könnte sich durch wachsenden Nutzerzahlen zwar ändern, aktuell bietet Google+ jedoch die beste Möglichkeit, mit Kunden und Fans zu diskutieren und differenziertes Feedback zu sammeln.

Google+ bietet also durchaus einigen Nutzen und Vorteile gegenüber anderen Netzwerken. Aktuell wäre es sicherlich noch zu früh, um sich ausschließlich auf Google+ als Netzwerk zu verlassen. Doch ein Mix an Kommunikationskanälen ist ohnehin sinnvoll und sollte von jedem Unternehmen genutzt werden. Wenn Sie jetzt jedoch Google+ ergänzend zu Ihrem bestehenden Social Media Engagement einsetzen wollen, kommen jetzt die dazu passenden Strategien und Tools.

5. Google+-Seite als Einstieg

Für Ihr Unternehmen sollten Sie definitiv eine Google+-Seite anlegen, denn diese sind von Google speziell für Firmen ausgelegt. Wie Sie eine solche Seite einrichten, erläutern wir Ihnen in unserem ausführlichen Tutorial.

6. Gestalten Sie Ihre Seite

Hier gelten die gleichen Regeln wie bei einer Facebook Fanpage: Wenn Ihre Seite Kontaktdaten, eine Beschreibung und ähnliche Informationen enthält, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass Google+-Nutzer mit Ihnen in Kontakt treten. Optisch lassen sich Google+-Seiten bisher wenig anpassen, umso wichtiger ist, dass Sie die vorhandenen Optionen voll ausschöpfen. Im Klartext bedeutet das, dass Sie die fünf Bilder auf Ihrer Seite mit Bedacht wählen sollten. Auf der Karrierebibel-Seite präsentieren wir über diese Bilder unser Motto, das ist eine von vielen Möglichkeiten.

7. Bieten Sie Kontaktmöglichkeiten

Google+-Seiten machen es Ihnen leicht, Ihre Webseite und Profile anderer sozialer Netzwerke einzupflegen und zu verlinken. Nutzen Sie diese Möglichkeit auf jeden Fall und weisen Sie auch in Ihrem Beiträgen ab und zu auf Ihre Aktivitäten in anderen sozialen Netzwerken hin.

8. Teilen Sie Ihre Seite

Ein normales Google+-Profil benötigen Sie auf jeden Fall, denn nur so können Sie eine Firmenseite anlegen. Doch dieses Profil ist noch aus einem anderen Grund wichtig: Um Spam zu vermeiden hat Google die Firmenseiten so angelegt, dass deren Beiträge von anderen Google+-Nutzern erst dann gesehen werden, wenn diese Ihre Seite eingekreist haben. Ohne ein Profil können Sie Ihre Seite also nicht auf Google+ teilen und andere Nutzer auf sich aufmerksam machen. Teilen Sie Ihre Google+-Seite direkt nach ihrer Fertigstellung über Ihr Google+-Profil mit Ihren Kreisen, um diese bekannt zu machen.

9. Mitarbeiter als Multiplikatoren

Diese Strategie wird auch auf Facebook gerne und oft angewandt. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter darum, die Firmenseite über deren private Profile zu teilen. Wichtig sind dabei drei Faktoren. Erstens sollten die Profile Ihrer Mitarbeiter auf Google+ möglichst gut gepflegt sein und auch aktiv genutzt werden. Zweitens sollten Ihre Mitarbeiter von Ihrem Unternehmen überzeugt sein und wirklich dahinter stehen. Dieser Punkt ist – zumindest was das Teilen der Seite betrifft – meistens nicht das Problem, denn wenig überzeugte Mitarbeiter werden die Firmenseite kaum freiwillig teilen – und Druck verbietet sich in jedem Fall! Drittens sollten sich Ihre Mitarbeiter unbedingt durch entsprechende Informationen in deren Profilen und einen Kommentare beim Teilen der Seite als Mitarbeiter Ihres Unternehmens zu erkennen geben.

10. Werden Sie aktiv

Eine Google+-Seite macht natürlich nur dann Sinn, wenn Sie auch aktiv genutzt wird. Zu Beginn reicht es, wenn Sie Beiträge Ihres Unternehmensblogs teilen. Bitte nehmen Sie sich jedoch die Zeit und kommentieren Sie diese Beiträge kurz. Einfach nur einen Link zu teilen wirkt lieblos und wenig attraktiv.

11. Medieneinsatz

Auch wenn Sie das Schlagwort “Multimedia” vielleicht schon nicht mehr hören können, genau darum geht es jetzt. Google+-Seiten erlauben es Ihnen, Fotos und Videos zu teilen. Vor allem Youtube-Videos lassen sich leicht teilen, diese Optionen sollten Sie definitiv nutzen. Natürlich kann es sich dabei um die gleichen Fotos und Videos handeln, die Sie auch auf Ihrer Facebook-Fanpage einstellen. Doch es macht durchaus Sinn, einige Fotos und Videos exklusiv auf Google+ zu publizieren, so steigern Sie die Attraktivität Ihrer Google+-Seite und liefern Ihren Lesern und Kunden einen Grund – sowohl Fan Ihrer Facebook-Fanpage zu werden als auch Sie bei Google+ einzukreisen.

12. Wählen Sie Ihre Themen

Das sich Google+ von Facebook und Twitter – zumindest aktuell – durch die dort vertretenen Nutzer und Zielgruppen unterscheidet, ist offensichtlich. Diese Tatsache sollten Sie für sich nutzen. Die deutschsprachigen Google+-Nutzer sind aktuell in der Mehrheit Social Media affin und online auch in anderen Netzwerken aktiv. Wenn Sie beispielsweise neue Mitarbeiter im Social Media oder Kommunikationsbereich suchen, ist Google+ die optimale Plattform, um diese Mitarbeiter zu finden.

13. Kreisen Sie ein

Auch Google+-Seiten können Kreise anlegen und andere Nutzer hinzufügen, diese müssen Sie allerdings vorher zu deren Kreisen hinzugefügt haben. Von dieser Möglichkeit sollten Sie Gebrauch machen. Denn einerseits werden Nutzer, die Sie eingekreist haben, so auf Ihre Unternehmensseite aufmerksam. Andererseits zeigen Sie so, dass Sie Google+ wirklich aktiv nutzen und nicht nur Nutznießer des Netzwerks sein wollen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer mit Ihnen in Kontakt treten. Und ganz nebenbei steigern Sie so auch die Attraktivität Ihrer Seite für die Google-Suche.

14. Kommentieren Sie

Wenn Sie Kreise für Ihre Seite angelegt haben, sollten Sie sich auch in Diskussionen einbringen, die thematisch zu Ihrem Unternehmen passen. Klar, Sie sollten nur dann kommentieren, wenn Sie auch sinnvolle Informationen zu einem Thema beitragen können. Kommentare zu schreiben und einfach etwas gesagt zu haben schadet Ihrer Reputation eher, denn das wirkt einfach nur wie billige Werbung für Ihre Seite.

15. Antworten Sie auf Kommentare

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, oder? Na ja, das sollte es zumindest sein, doch leider zeigt die Erfahrung, dass auch auf Facebook-Fanpages leider viel zu oft Kommentare unbeantwortet bleiben und Kunden und Fans so verprellt werden. Da sich auf Google+ aktuell viele Multiplikatoren tummeln, sollten Sie hier auf jeden Fall auf Kommentare antworten. Denn eine einseitige Kommunikation kann schnell dem Ruf Ihres Unternehmens schaden. Und wenn Sie einen Google+-Nutzer mit großer Followerschaft in anderen sozialen Netzwerken verprellen, können Sie sich die möglichen Konsequenzen vorstellen. Positiv werden diese eher nicht sein.

16. Mehrere Administratoren

Zu Beginn konnten Google+-Seiten nur von einer Person verwaltet werden, doch das hat sich glücklicherweise geändert. Sie sollten daher auf jeden Fall zwei oder drei Administratoren für Ihre Seite einsetzen. Diese Mitarbeiter sind es dann, die im Namen Ihres Unternehmens Beiträge veröffentlichen, Fragen beantworten und diskutieren. Warum ich das betone? Ganz einfach: Nicht wenige Unternehmen machen – auch auf Facebook – nach wie vor den Fehler, Ihre Seiten nur von einer Person betreuen zu lassen. Das führt nicht nur im Krankheitsfall zu Problemen sondern hat auch die Konsequenz, dass andere Mitarbeiter keine Erfahrung im Umgang mit dem Netzwerk sammeln können. Doch diese ist für eine gelingende Kommunikation entscheidend.

17. Bewerben Sie Ihre Seite

Wenn Ihre Seite aktiv genutzt wird, sollten Sie diese natürlich auch bewerben. Und zwar auch außerhalb von Google+ auf Ihrer Firmenhomepage, auf Facebook und Twitter. Es spricht auch nichts dagegen, wenn Ihre Mitarbeiter – natürlich freiwillig – einen Link zur Unternehmensseite auf Google+ in die jeweiligen Profile auf Facebook oder Xing aufnehmen. Und in die E-Mail-Signaturen der Firmen-E-Mail-Adressen gehört dieser Link sowieso.

18. Erstellen Sie eine Kurz-URL

Wenn Sie einen Link auf Ihre Google+-Seite setzen, sollten Sie dazu eine Kurz-URL nutzen. Ein Dienst, der Ihnen die Erstellung einer solch kurzen URL ermöglicht ist beispielsweise gplus.to.

19. Initiieren Sie Hangouts

Hangouts – also Videokonferenzen – sind ein Alleinstellungsmerkmal von Google+. Daher sollten Sie von dieser Option regen Gebrauch machen. Sie können Hangouts zur persönlichen Beantwortung von Fragen, für eine Fragen-und-Antwort-Runde mit Fans, zur Vorstellung neuer Dienste oder Produkte oder auch für Schulungen und Seminare nutzen. Die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich, denn Hangouts lassen sich kreativ nutzen. Der US-amerikanische Präsident Barack Obama hat beispielsweise vor einiger Zeit Fragen von Bürgern live in einem Hangout beantwortet.

20. Interne Kommunikation

Bevor Sie jetzt die Augen verdrehen und laut “Datenschutz” rufen warten Sie bitte eine Sekunde. Natürlich werden sie über Google+ keine Betriebsinterna kommunizieren. Doch die Messengerfunktion der mobilen Google+-Applikation eignet sich gerade für Organisationsteams von Messen oder anderen Veranstaltungen optimal als Kommunikationsplattform. Eröffnen Sie einfach eine eigenen Konversation mit allen Teammitgliedern, so können sich diese problemlos abstimmen und in Echtzeit kommunizieren.