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Keine Frage, es ist ein Zeichen von Selbstbewusstsein und mentaler Stärke von anderen (geistig) unabhängig zu sein. Solche Menschen wissen, wer sie sind, was sie können, was sie wollen. Die Meinungen der anderen dazu sind für sie allenfalls nützlich, aber nicht maßgeblich. Sie machen ihr Ding, leben ihr Leben. Klasse! Die Attitüde ist ein Schlüssel zum Erfolg. Einerseits. Geistige Unabhängigkeit kann aber auch enorm abschreckend wirken. Das sollte einem zumindest bewusst sein...

Geistige Unabhängigkeit: 7 Erfolgseigenschaften mit Kehrseite

Konformität-Verhalten-AnpassenSo erstrebenswert Autonomie, mentale Souveränität, personelle Ungebundenheit, finanzielle Eigenständigkeit und Selbstbestimmung auch sind - sie haben auch eine Schattenseite: Sie können Menschen, die mental nicht ganz so stark sind, ausgrenzen oder in die Flucht schlagen. Nicht wenige starke Charaktere haben die Fähigkeit zur Miniaturisierung: In ihrer Nähe fühlen sich alle anderen ganz klein, schwach, ohnmächtig. Nur: Wer will sich schon so fühlen?

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit 7 Erfolgseigenschaften, die geistig Unabhängige allesamt auszeichnen. Wie jede Medaille haben aber auch sie eine zweite, abschreckende Seite. Was beim beruflichen und privaten Vorankommen bestens funktioniert, kann zwischenmenschlich zum Handicap werden. Schon Albert Einstein erkannte:

Nichts in der Welt ist so gefürchtet wie der Einfluss von Männern, die geistig unabhängig sind.

Na, erkennen Sie sich wieder?

7 Indizien, dass Sie geistig unabhängig sind

  1. Sie sind enorm fokussiert.

    Fokussierung ist ein wesentlicher Treiber für Karriere und Erfolg. Seine - wohlgemerkt - eigenen (!) Ziele zu kennen und diese ebenso konsequent wie konzentriert zu verfolgen, bündelt Kräfte und vermeidet, dass Sie sich (wie viele andere) verzetteln oder auf Abwegen verirren. Derart fokussierte Menschen sind nicht nur enorm ausdauernd und hartnäckig, sie lassen sich auch kaum noch ablenken oder entmutigen. Im Fachjargon heißt diese Eigenschaft auch Volition. Ihre Kehrseite ist jedoch: Alles, was nicht zum persönlichen Ziel führt, wird oft gnadenlos untergepflügt. Manchmal auch Beziehungen, Freundschaften, Familie.

  2. Sie wissen, wie man Nein sagt.

    Die netten, hilfsbereiten Kollegen, die die niemals "Nein" sagen, mag jeder. Denn sie machen das Leben leichter - das eigene vor allem. Wer dagegen gelernt hat, ab und an Grenzen zu setzen, kommt weiter. Auch das ist eine Form der Fokussierung. Allerdings kann das manchen Ratsuchenden oder Hilfesuchenden vor den Kopf stoßen. Die Kunst ist, zu erkennen, wann ein (barmherziges) "Ja" trotzdem besser wäre.

  3. Sie sind ambitioniert.

    Der Status Quo ist für Sie nichts. Sie wollen sich entwickeln, Grenzen verschieben, Neues lernen, Herausforderungen bewältigen. Ambitionen haben schon so mancher Karriere zu Glanz und Glorie verholfen. Sie können Menschen aber auch zerstören. Wer überambitioniert ist, dem ist irgendwann jedes Mittel recht. Er sucht den Erfolg um jeden Preis - koste es, was es wolle. Und wenn es gar die eigenen Werte, die Seele oder Gesundheit sind. So wie bei Ikarus, dem seine Ambitionen, der Sonne entgegen zu fliegen, doch nur den Untergang gebracht haben.

  4. Sie sind bei Freunden selektiv.

    Gute Menschenkenntnis ist eine Stärke. Ebenso ist es klug, negative Menschen und Glücklose zu meiden. Vor allem hilfsbereite, offene und erfolgreiche Menschen ziehen immer wieder diese toxischen Typen an. Gefährlich! Wer sich dem Einfluss emotional Instabiler und unheilbar Unzufriedener aussetzt, riskiert viel. Sie wirken wie ein negativer Verstärker und steigern alles, was einen eventuell niederhält und bringen jeden, der sich auf sie einlässt, aus dem Gleichgewicht. Allerdings - und das ist die Schattenseite: Derart selektiv zu sein, kann auch einsam machen. Nobody is perfect.

  5. Sie sind realistischer Optimist.

    Das heißt: Sie sehen vor allem Chancen, auch in Niederlagen. Gelchzeitig blicken Sie nicht durch eine rosarote Brille in die Zukunft. Realistischer Optimismus beschreibt eine Haltung der planvollen Zuversicht - nüchtern, ohne zu beschönigen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass sich die Dinge zum Guten wenden, weil sie es können. Diese Einstellung gibt Ihnen einen exzellenten Kompass an die Hand. Manche Menschen aber können partout nicht aus Ihrer Haut: Sie sehen vor allem Risiken, pflegen Sorgen, bleiben blind für Optionen. Auf sie wirkt der realistische Optimist gar nicht realistisch, sondern eher wie Rambo.

  6. Sie können mit Geld umgehen.

    Im Grunde geht es bei diesem Punkt gar nicht um Geld, sondern um Willensstärke und Gratifikationsverzicht. Kurzfristigen Verlockungen erliegen Sie so leicht nicht - sei es nun beim Shoppen, beim Essen oder, nun ja, beim Sex. Jean-Jacques Rousseau befand dazu einst: "Die Unabhängigkeit und Freiheit des Menschen beruht weniger auf der Kraft seiner Arme als auf der Mäßigung des Herzens." Solche Menschen verfolgen langfristige Pläne, können daher gut haushalten, rational abwägen und kühl kalkulieren. Die Folge: Sie können oft auch besser verhandeln und verfügen mit der Zeit über ein größeres Vermögen. Der Nachteil: Die anderen sehen vor allem den Wohlstand und die geschaffene finanzielle Freiheit - und entziehen dem neureichen Yuppie prompt allen sozialen Kredit. Nicht alle können gönnen.

  7. Sie können gut alleine sein.

    Der Mensch ist zwar ein soziales Wesen und Geselligkeit eine höchst sympathische Eigenschaft. Das heißt aber nicht, dass so jemand immer Leute um sich haben muss - im Gegenteil: Geistig Unabhängige schöpfen gerade aus der Einsamkeit und dem Alleinsein mit sich selbst enorme Kraft. Sei es durch Meditation, ausgiebige Spaziergänge oder Selbstgespräche. Solche Auszeiten entspannen nicht nur, sie helfen ebenso dabei, klarer zu sehen und seine eigenen Gedanken zu sortieren und strukturieren. Wer sich dafür zurückzieht, entzieht sich aber zugleich der Gemeinschaft. Und so manche Gruppe reagiert auf derlei Emanzipation mit Unverständnis oder gar mit Gruppenzwang, schlimmstenfalls mit dauerhaftem Ausschluss des Sonderlings.

Man könnte auch sagen: Wer die genannten sieben Eigenschaften besitzt, hat sein Leben im Griff, ruht in sich selbst und besitzt tiefe innere Motivation und Zufriedenheit. Der Philosoph und Essayist Ralph Waldo Emerson schrieb dazu seinerzeit:

In der Welt ist es einfach, den Meinungen anderer zu folgen; in der Einsamkeit fällt es leicht, sich nach der Meinung anderer zu richten, aber ein großer Mann ist der, welcher inmitten der Menge vollständig gelassen die Unabhängigkeit bewahrt, die er in der Einsamkeit erworben.

Unabhängigkeit befreit - hat aber ihren Preis

Auf einige wirken solche Vorbilder anziehend und nachahmenswert. Andere sehen in Ihnen einen permanenten Affront - eine Art Blasphemie wider den Mainstream: Dabei muss es sich gar nicht mal um den sprichwörtlichen Neid handeln, den der Erfolgreiche geschenkt bekommt. Schon die eigene (innere) Stärke und Unabhängigkeit genügen, um den Reflex auszulösen, den geistig Souveränen wieder zurück in die Fremdbestimmung der Gruppe zu zwingen - oder aber zu ächten.

Unabhängigkeit befreit. Sie hat aber auch ihren Preis: Wer sich den Luxus einer eigenen Meinung leistet und sich die geistige Unabhängigkeit bewahrt, lebt unbequemer und weniger dazugehörig. Nonkonforme Querdenker und Konventionssprenger waren noch nie sonderlich beliebt. Menschen, die ein großes Harmoniebedürfnis haben und von anderen gemocht werden wollen, sind dafür eher ungeeignet.

Alle anderen müssen sich damit begnügen, Klasse zu haben, aber nie die Masse hinter sich.

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