Unbefristeter Arbeitsvertrag
Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist gerade für junge Berufseinsteiger das große Ziel. Anstatt von einer befristeten Stelle in die nächste zu springen, hat man endlich was langfristiges in der Hand und kann tatsächlich anfangen, für die Zukunft zu planen und weiter voraus zu denken. Gerade am Anfang der Karriere sind unbefristete Verträge jedoch Mangelware und es gibt viele ungeklärte Fragezeichen in diesem Bereich. Wir haben uns die häufigsten und wichtigsten Fragen zum Thema unbefristeter Arbeitsvertrag herausgesucht und zeigen Ihnen, was Sie wissen müssen. Was genau ist damit gemeint?, Wann habe ich das Anrecht auf einen unbefristeten Vertrag? und Welchen Inhalt hat der Vertrag? Hier finden Sie die Antworten und wichtige Informationen...

Unbefristeter Arbeitsvertrag Definition: Was ist damit gemeint?

Sind sich ein Arbeitgeber und ein Bewerber einig, halten sie in einem Arbeitsvertrag alle wichtigen Informationen, Einigungen, Regeln und gegenseitigen Verpflichtungen in einem Arbeitsvertrag fest. Dabei stehen grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten zur Wahl: Der befristete und der unbefristete Arbeitsvertrag.

Der große und entscheidende Unterschied zwischen diesen beiden liegt in der Dauer, für die sie geschlossen werden. Ein befristeter Vertrag hat eine begrenzte Laufzeit und endet nach Ablauf dieser Zeit automatisch - außer er wird im Vorfeld rechtzeitig verlängert oder in einen unbefristeten Vertrag umgewandelt. Wird ein Arbeitsvertrag von Beginn an unbefristet aufgesetzt, hat das Arbeitsverhältnis zunächst keine festgesetzte Begrenzung. Im besten Fall kann ein Arbeitnehmer bis zur Rente bei diesem Unternehmen beschäftigt sein.

Aus rechtlicher Sicht ist es ein sogenannter Austauschvertrag, in dem der Mitarbeiter sich zu bestimmten - dem Arbeitsplatz und Aufgaben entsprechenden - Leistungen verpflichtet, das Unternehmen stimmt auf der anderen Seite zu, dafür eine entsprechend vereinbarte Bezahlung zu leisten.

Was sind die Vorteile eines unbefristeten Arbeitsvertrages?

Gajus/shutterstock.comBewerber sind oft konkret auf der Suche nach unbefristeten Stellen. Glaubt man Statistiken, sind diese auch immer noch in der Mehrheit der Arbeitsverhältnisse zu finden, allerdings zeigt die Entwicklung, dass Befristungen, freie Mitarbeit und andere Arten der Anstellungen zunehmen.

Besonders schwer haben es Berufseinsteiger nach der Ausbildung und auch Absolventen. Einstiegsstellen werden oftmals nur befristet ausgeschrieben und so bleibt jungen Mitarbeitern anfangs kaum etwas anderes übrig, als sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten zu hangeln.

Damit können sie auch nicht vom vielleicht größten Vorteil eines unbefristeten Arbeitsvertrages profitieren: Der Planungssicherheit. Es kann unglaublich stressig und frustrierend sein, nie mehr als ein oder maximal zwei Jahre im Voraus planen zu können. Im Hinterkopf schwirrt immer die Frage: Was passiert, wenn der befristete Vertrag ausläuft und ich mir was Neues suchen muss?

Wohnungssuche, Familienplanung, finanzielle Fragen wie ein Autokredit: Mit einem unbefristeten Vertrag in der Tasche können diese Fragen ganz anders angegangen werden, da man nicht befürchten muss, in einigen Monaten erneut auf Jobsuche zu sein und möglicherweise finanzielle Engpässe zu haben oder für einen neuen Job in eine andere Stadt ziehen zu müssen.

Verstärkt wird die Möglichkeit zur langfristigen Planung durch die für unbefristete Arbeitsverträge geltenden gesetzlichen Kündigungsfristen (weitere Informationen dazu finden Sie am Ende des Artikels).

Unbefristeter Arbeitsvertrag: Welchen Inhalt hat er?

Extra-Tipp-IconWie bei jedem (Arbeits-)Vertrag gilt natürlich auch bei der unbefristeten Variante: Um mögliche spätere Streitigkeiten, Fragen und Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen, sollte bei der Erstellung alles mit rechten Dingen zu gehen. Werden hier Fehler gemacht, landen die Fälle zu einem späteren Zeitpunkt meist vor dem Arbeitsgericht - und da hat derjenige schlechte Karten, der am Anfang nicht wusste, welchen Inhalt der unbefristete Arbeitsvertrag haben muss und welche Zusätze möglich oder eben verboten sind.

Der genaue Umfang und die jeweiligen Vertragspunkte können von Unternehmen zu Unternehmen verschieden sein. Manche Arbeitgeber halten sich bei Arbeitsverträgen nur an die wichtigsten Aspekte, andere gehen auch auf zusätzliche Punkte ein.

Einige Inhalte müssen aber in jedem Fall enthalten sein und Sie sollten jeden Arbeitsvertrag entsprechend prüfen, bevor Sie ihn unterschreiben.

  • Informationen zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitsort oder Hinweis auf Beschäftigung an verschiedenen Orten
  • Beschreibung der Tätigkeit und mögliche Nebenpflichten
  • Informationen zum Arbeitsentgelt und die Zusammensetzung durch Zuschläge, Prämien, Sonderzahlungen oder anderer Bestandteile
  • Vereinbarte Arbeitszeit
  • Jährlicher Urlaubsanspruch
  • Kündigungsfristen des Arbeitsverhältnisses
  • Hinweise auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen
  • Mögliche Sonderregelungen

Einige Klauseln und Formulierungen sind im Arbeitsvertrag allerdings auch ungültig. So dürfen Unternehmen beispielsweise nicht im Arbeitsvertrag festhalten, dass alle Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. Eine solche Regelung ist ungültig. Erlaubt ist wiederum eine konkretere Angabe wie etwa 20 Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten.

Schwieriger wird es bei Vorschriften zur Kleidung. Durch das Weisungsrecht darf der Arbeitgeber Bestimmungen zu Arbeitsort, Zeit und auch Inhalt vorgeben und auch bestimmte Kleidungsvorschriften zu machen, diese dürfen aber nicht zu sehr in die Privatsphäre des Mitarbeiters eingreifen. Es bleibt die Möglichkeit, sich nach eigenem Geschmack zu kleiden - es sein denn, der Arbeitgeber hat ein begründetes Interesse daran, dass der Mitarbeiter einer bestimmten Kleiderordnung folgt.

Im Zweifelsfall und bei Unsicherheit sollten Sie einen Arbeitsvertrag von einem Anwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen. Damit sind möglicherweise einmalige Kosten verbunden, doch es ist besser, als Formulierungen oder Klauseln zuzustimmen, die Sie nicht verstehen oder einen Vertrag zu unterzeichnen, der eigentlich ungültig ist. Zu 100 Prozent verlassen kann man sich darauf allerdings nicht und leider besteht auch kein Anrecht darauf,

Wann steht mir ein unbefristeter Arbeitsvertrag zu?

boonchoke/shutterstock.comDie schlechte Nachricht: Wenn Sie sich auf eine freie Stelle bewerben, haben Sie kein Anrecht darauf, dass Sie einen unbefristeten Vertrag erhalten, wenn Sie das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen haben. So können Unternehmen eine Position mit sachlichem Grund aber auch sachgrundlos befristet ausschreiben. Sachliche Gründe können beispielsweise sein, dass der Personalbedarf nur vorübergehend besteht - beispielsweise im Falle einer Schwangerschaftsvertretung. Auch Projektstellen rechtfertigen einen befristeten Arbeitsvertrag, der endet, sobald das besagte Projekt abgeschlossen ist.

Tatsächlich ist es aber auch möglich, einen befristeten Arbeitsvertrag ohne konkreten Grund auszustellen, um Mitarbeiter zu testen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Mitarbeiter befürchten müssen, von einem Unternehmen ewig lange mit befristeten Arbeitsverträgen bei der Stange gehalten zu werden. Grundsätzlich dürfen solche befristete Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund höchstens drei Mal innerhalb von zwei Jahren verlängert werden.

Mit dieser Frist endet das Arbeitsverhältnis oder der vorliegende Arbeitsvertrag muss in eine unbefristete Anstellung abgeändert werden. Für Mitarbeiter, die aktuell noch in einem befristeten Arbeitsvertrag stehen, bleibt somit die Hoffnung, dass sich dies spätestens nach einigen Jahren ändert und die Anstellung unbefristet wird. Gibt es keinen entsprechenden Grund und der Arbeitgeber setzt immer wieder nur befristete Verträge auf, kann mit einer Entfristungsklage die unbefristete Festanstellung erwirkt werden.

Kann ich trotz einem unbefristeten Arbeitsvertrag gekündigt werden?

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist aus Mitarbeitersicht wünschenswert und bietet einige Vorteile und vermittelt ein Gefühl der Sicherheit, eine hundertprozentige Gewissheit über die Jobsicherheit kann es allerdings nie geben. Auf der einen Seite gibt es immer den - glücklicherweise seltenen - Fall, dass ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, möglicherweise sogar Insolvenz anmelden muss und aus diesem Grund Personal entlassen wird.

Außerdem ist die unbefristete Anstellung nicht unkündbar und der Arbeitgeber kann entsprechend eine Kündigung aussprechen. Hier genießen Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Vertrag gesonderte gesetzliche Kündigungsfristen, die bei ordentlichen Kündigungen eingehalten werden müssen. Abhängig ist die Länge dieser Frist von der vorangegangenen Dauer der Beschäftigung. § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat hier eine klare Staffelung vorgesehen:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen...

zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,

fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,

zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,

15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,

20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer werden Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs des Arbeitnehmers liegen, nicht berücksichtigt.

Wird ein Arbeitnehmer hingegen fristlos entlassen, haben die obigen Kündigungsfristen keine Bedeutung mehr. Eine solch fristlose Kündigung ist aber an einige Bedingungen gebunden, nur in Ausnahmefällen und mit konkretem Anlass möglich und erfordert meist eine vorherigen, schriftliche Abmahnung.

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