Man muss kein Misanthrop sein, um zu erkennen, dass Weihnachten mitunter ein Fest unglaublicher Verschwendung ist: Überall Weihnachtsmann-Blingbling, Last-Christmas-Terror und Konsumorgien. Süßer die Kassen nie klingeln und so. Und was da gekauft wird: Nicht selten sind es Dinge, die den Beschenkten überhaupt nicht gefallen, die sie sich nie gewünscht, geschweige denn gekauft hätten, weshalb zwischen den Jahren die Geschäfte genauso voll sind wie an den Adventssamstagen – nur dass da, der Krempel und geschmacklose Plunder wieder zurück ins Regal wandert und umgetauscht wird, als wäre der Weihnachtsschlussverkauf (WSV) gerade erfunden worden.

Es stimmt schon: Es ist nicht leicht, es den Beschenkten recht zu machen. Die gute Nachricht daran: Es kann aber. Denn – auch das haben Wissenschaftler längst herausgefunden – je näher sich Schenker und Beschenkter stehen, desto eher passt das Präsent und erfüllt seinen Zweck.

Schöne Bescherung!

Und noch etwas haben Forscher festgestellt, das aber schon vor gut 19 Jahren: Die Verpackung macht’s! Daniel Howard, Marketing-Professor an der Southern Methodist Universität in Dallas, ging 1992 der Frage nach, ob das Auspacken eines Geschenks Einfluss auf den Beschenkten hat – und ob der danach mit dem Geschenk zufriedener ist (und es deshalb behält). Das Ergebnis der Studie (PDF) vorweg: Ja, hat es. Großen sogar.

Damals sollten 45 Studenten vier unterschiedliche Produkte bewerten. Im Gegenzug würden sie dafür ein Geschenk erhalten. Dachten sie. In Wahrheit aber bewerteten sie die Dreingabe – ein Fahrradsattelbezug aus Lammfell – im Verhältnis zu dem Aufwand, den sie dafür betreiben mussten.

Die Hälfte der Probanden bekam den Sattelbezug in der Plastikfolie des Herstellers überreicht; die andere Hälfte erhielt ihn verpackt in blau-weißes Papier, verziert mit Schleifen und allerlei Tand. Zum Schluss sollten sie noch wie zufällig ihr Geschenk auf einer Skala von 1 bis 9 bewertet. Und siehe da: Die Folienfelle erzielten einen Durchschnittswert von 6,06 Punkten – die verpackten Sattelbezüge indes schafften es auf 7,14 Punkte. Das klingt vielleicht nicht viel – statistisch ist es das bei solchen Experimenten aber.

Vorfreude ist die schönste Freude

Es folgten noch weitere Experimente. Mal mit 82, mal mit 60 Studenten. Mal waren die Verpackungen ausgefallen und aus hochwertigem Papier, mal bestanden sie nur aus Packpapier. Und immer dasselbe Resultat: Waren die Geschenke aufwendig verpackt, waren sie den Empfängern sofort mehr wert. Selbst olles Zeitungspapier schnitt noch besser ab als gar keine Verpackung.

“Das Auspacken hat einen enormen Einfluss auf die positive Stimmung des Beschenkten”, schrieb Howard damals. Heute würde man sagen: Vorfreude ist die eben die schönste Freude.

Apropos: Auch wir würden Ihnen heute gerne eine Freude machen und zugleich Ihre Vorfreude steigern…

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Und wenn Sie gewonnen haben, dürfen Sie auch schreien vor Glück…