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Sie kennen sicher Vexierbilder: Das sind gezeichnete Doppelbilder, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Zuerst sieht man die junge Frau, dann die alte - oder umgekehrt. Doch diesen Zeichnungen wohnt noch ein weiteres Phänomen inne: Einmal beide Bilder gesehen, kann man sie nie wieder nicht sehen. Beim allerersten Mal ist es vielleicht noch eine Art Suchbild. Beim nächsten Mal aber erkennen Sie beide Motive sofort und beide wechseln ständig hin und her - was einiges über unser Gehirn verrät...

Ungesehen machen? Das Phänomen "Cannot Unsee"

Bevor Sie weiterlesen, muss ich Sie warnen: Nachdem Sie die folgenden Illustrationen gesehen haben, werden Sie die Bilder nie wieder unbefangen betrachten können!

Ihre Entscheidung...

Okay, Sie sind noch da. Gut. Also beginnen wir gleich mit dem ersten Experiment:

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Logo der Fußballweltmeisterschaft 2014: Es zeigt die Trophäe und zugleich einen stilisierten Ball, der von mehreren Händen gehalten wird. Auf den ersten Blick...

Es dauerte nicht lange, bis einige Menschen bemerkten, das Logo sehe eher aus wie eine sogenannte Facepalm - also jemand, der sich (aus Verzweiflung) die Hand vor den Kopf hält.

Und tatsächlich: Beim direkten Vergleich kann man in dem Logo der brasilianischen Fußball-WM genau so eine Facepalm erkennen:

Facepalm

Genauso ergeht es manchen beim Anblick des LG-Logos. Der südkoreanische Elektronikkonzern hat hierzu die Buchstaben seines Namens soweit stilisiert, dass sie ein Gesicht im Picasso-Stil ergeben. Auf den ersten Blick...

Kippt man das Ganze und schiebt das L zurück in den Kreis, entsteht eine andere bekannte Figur aus einem legendären Arcade-Computerspiel: Pac-Man.

Logo-Pacman

Das Gemeine daran ist: Sie werden diese Bilder nie wieder aus dem Kopf bekommen.

Jedes Mal, wenn Sie noch einmal das WM-Logo sehen, sehen Sie eine Gesichtspalme - oder Pac-Man, wenn Sie ein LG-Produkt kaufen...

Aber ich hatte Sie ja gewarnt!

Warum können wir Dinge nicht ungesehen machen?

Der Psychologe Tom Toppino studiert dieses Phänomen schon seit Dekaden und bringt es in einem empfehlenswerten Atlantic-Artikel fast schon auf einen biblischen Punkt: Es ist die Erkenntnis, die diesen Effekt so stark macht.

Oder anders formuliert: Was wir wissen, beeinflusst, was wir sehen. Und dies ist unumkehrbar. Denn wir sehen eben nicht nur, was ist - wir sehen zugleich, was uns unser Gehirn sagt, was zu sehen ist.

Und wenn ich schon dabei bin, Ihr Gehirn dauerhaft zu manipulieren: Hier noch ein letztes Bild für Sie...

Haben Sie gewusst, dass alle Enten (insbesondere Erpel) Hundemasken tragen?!

Tun Sie aber - hier der Beweis...

Ente-mit-Hundemaske

Gemein, gell? Sie werden eine Ente nie wieder mit anderen Augen sehen...

[Bildnachweis: racorn, Mirko Rosenau by Shutterstock.com]