Unglücklich? Dann stellen Sie sich diese Fragen
Sind Sie unglücklich? Um daran etwas zu ändern, gilt es zunächst einmal herauszufinden, welche Ursachen dahinter stehen. In vielen Fällen gibt es einen konkreten Auslöser, der der schlechten Gefühlslage zugrunde liegt. Manchmal ist es aber auch schwieriger und es lässt sich nicht so leicht benennen, warum man eigentlich unglücklich ist. Hier entsteht ein Problem, denn wer nicht weiß, wo die Ursache für sein Unglück liegt, kann kaum etwas dagegen tun. Um die eigene Situation besser zu verstehen, ist eine ehrliche Reflexion nötig. Diese Fragen sollten Sie sich stellen, um zu verstehen, was Sie unglücklich macht...

Unglücklich: Oft trägt man selbst dazu bei

Die Schuld und die Verantwortung für das eigene Unglück wird gerne woanders gesucht, bloß nicht bei sich selbst. Die Umstände, die man nicht beeinflussen kann, sorgen ständig für Stress und Probleme, im privaten Bereich sind es Freunde oder Familie, die das eigene Unglück verursachen und im Job ist es meist der Chef, aber auch Kollegen und Kunden, die jede Zufriedenheit zu rauben scheinen.

All diese Faktoren können sicherlich eine - zum Teil auch große - Rolle spielen, es ist jedoch der falsche Weg, immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen und den schwarzen Peter von links nach rechts zu schieben, um zu erklären, warum man gerade unglücklich ist. Gleichzeitig ist dieses Verhalten dennoch verständlich, schließlich ist es deutlich einfacher, die Verantwortung von sich zu weisen, als sich an die eigene Nase fassen zu müssen.

Tatsächlich trägt man selbst oftmals selbst dazu bei, dass man unglücklich ist und hat somit zumindest eine Mitschuld - gleichermaßen gibt dies aber auch die Möglichkeit, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen und etwas daran zu ändern.

  • Der Fokus liegt auf den falschen Dingen.

    Alles läuft schief, Erfolge gibt es keine und einen Grund für gute Laune sowieso nicht. Eine solche Einstellung kann nur unglücklich machen. Viele Menschen konzentrieren sich verstärkt immer nur auf die Dinge, die nicht funktionieren. Alles andere wird einfach ausgeblendet.

    Das zeigt sich auch in der Sprache. In jedem Gespräch wird nur noch geklagt und gejammert. Positive Aspekte werden überhaupt nicht thematisiert. Wer so stark auf das Negative fokussiert, kann nur unglücklich sein.

  • Die Kontrolle wird anderen überlassen.

    Die Meinung vieler unglücklicher Menschen: Darauf habe ich keinen Einfluss... Mit dieser Einstellung geben Sie nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Kontrolle über Ihr Empfinden ab. Doch Sie haben immer Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen.

    Reden Sie sich nicht selbst ein, die Dinge um Sie herum nicht kontrollieren zu können. Finden Sie stattdessen lieber heraus, was Sie unternehmen und an welchen Punkten Sie ansetzen können. Wenn Sie spüren, dass Sie selbst etwas tun können, um glücklicher zu sein, nehmen Sie die Dinge wieder selbst in die Hand.

  • Der Vergleich steht im Vordergrund.

    Inspiration kann wichtig sein, doch tun Sie sich keinen Gefallen, wenn Sie sich ständig und in jedem Bereich mit anderen vergleichen. Es gibt immer jemanden, der besser, schneller, erfolgreicher, stärker ist.

    Diese Menschen können Sie sich als Vorbild nehmen, um Ziele zu erreichen, entstehen aus dem Vergleich jedoch Selbstzweifel, sollten Sie sich stattdessen mehr auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten konzentrieren.

Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie unglücklich sind

Sich einzugestehen, dass man unglücklich ist und etwas daran ändern möchte, ist bereits der erste wichtige Schritt. Oft lügt man sich lieber selbst in die Tasche, schwindelt sich selbst vor, dass man nur einen schlechten Tag hat und die Dinge sich von alleine ändern werden. Dem ist meist aber nicht so.

Es kratzt nur noch weiter am eigenen Selbstbild, einen Missstand zu erkennen und einzugestehen. Der einfache Weg ist es, diesen möglichst unauffällig unter den Teppich zu kehren und die Fassade aufrecht zu erhalten. Am Ende schneiden Sie sich mit dieser Strategie jedoch nur ins eigene Fleisch. Besser ist es, das Problem bei der Wurzel zu packen und selbst aktiv zu werden. Aber was ist die Wurzel? Um diese zu finden, müssen Sie in sich hineinhorchen.

Vorneweg: Versuchen Sie bei der Beantwortung der Fragen möglichst ehrlich zu sich selbst zu sein. An der ein oder anderen Stelle ist das nicht ganz leicht, da auch unangenehme Erkenntnisse gewonnen werden können. Doch nur so können Sie wirklich etwas aus der Selbstreflexion lernen und etwas unternehmen, um glücklicher zu sein.

  1. Wofür bin ich momentan dankbar?

    Der Blick schweift allzu häufig von den guten Dingen ab und bleibt am Negativen hängen. Man sieht nur noch alles, was schief läuft, die Probleme und Sorgen, mit denen man sich herumschlagen muss und die kaum überwindbar scheinen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf die positive Seite und fragen Sie sich, welche Gründe Sie haben, dankbar zu sein.

    Ihre Gesundheit, der Zusammenhalt in der Familie, ein sicherer Arbeitsplatz, Ihre Freunde, Ihre Wohnung oder vielleicht etwas, dass Sie erreicht haben? Es kann unzählige Gründe geben, Dankbarkeit zu empfinden, man muss diese nur erkennen und sich darüber freuen und das Glück kommt von ganz allein.

    Lesen Sie dazu auch:

  2. Mit wem verbringe ich viel Zeit?

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, da ist es nur allzu selbstverständlich, dass die Menschen, mit denen wir uns täglich umgehen, einen großen Einfluss auf unsere Gefühlslage nehmen. Jeder möchte von seinem Umfeld akzeptiert und aufgenommen werden. Fehlt diese Akzeptanz, wird man schnell unglücklich.

    Vielleicht verbringen Sie zu viel Zeit mit den falschen Leuten, die Ihnen kein gutes Gefühl geben und Sie möglicherweise runterziehen. Wenden Sie sich an Familie und gute Freunde, um den Rückhalt zu bekommen, den Sie benötigen, um sich wieder besser zu fühlen.

    Lesen Sie dazu auch:

  3. Bin ich zufrieden mit meinem Job?

    Ob man glücklich ist oder nicht, hängt auch davon ab, wie zufrieden man mit seiner aktuellen Anstellung ist. Diese verspricht vielleicht ein gutes Gehalt, aber macht Sie Ihr Job auch glücklich? Fragen Sie sich, ob Sie vielleicht lieber etwas ganz anderem nachgehen würden, weil Ihr jetziger Job nicht Ihrer Leidenschaft entspricht.

    Ein solcher Umbruch kann schwierig sein, doch wenn Sie täglich einer Arbeit nachgehen, die Sie erfüllt und Ihnen Spaß macht, werden Sie sich glücklicher fühlen als in einem Beruf, bei dem Sie sich jeden Tag aufs Neue überwinden müssen.

    Lesen Sie dazu auch:

  4. Worin investiere ich meine Energie?

    Arbeiten Sie gerade besonders stark an Ihrer Karriere? Liegt der Fokus eher auf der Familie? Oder konzentrieren Sie sich vielleicht auf soziales Engagement? Nachdem Sie erkannt haben, wofür Sie Ihre Energie einbringen, können Sie sich fragen, ob hier der Grund dafür liegt, dass Sie sich unglücklich fühlen.

    All seine Zeit und Kraft in die Karriere zu stecken, bringt Sie dort wahrscheinlich weiter, Sie empfehlen sich für Gehaltserhöhungen und arbeiten stetig auf eine Beförderung hin, die Sie sicherlich irgendwann auch erhalten werden - wenn Sie aber eigentlich lieber eine Familie gründen würden und den Beruf eher an zweiter Stelle sehen, investieren Sie Ihre Energie aber aktuell möglicherweise an falscher Stelle.

    Lesen Sie dazu auch:

  5. Was bewundere ich an anderen?

    Schauen Sie aus bestimmten Gründen zu anderen Menschen auf, kann dies ein Indiz dafür sein, dass Ihnen selbst etwas fehlt. Der Kollege, der eine Beförderung erhalten hat, die gute Freundin, die einen Heiratsantrag bekommen hat oder ein Bekannter, der den Mut hatte, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

    Oft bewundern wir an unseren Mitmenschen die Dinge, die wir selbst schätzen oder selbst gerne hätten. Vielleicht sind Sie auch deswegen unglücklich, weil Ihnen etwas fehlt, was Sie sich schon seit geraumer Zeit wünschen. Wer diese Ziele erkennt, kann darauf hinarbeiten und so glücklicher werden.

    Lesen Sie dazu auch:

  6. Was treibt mich an?

    Nicht immer lassen wir uns von Motivation oder Leidenschaft leiten. Manchmal ist es auch Angst, die uns antreibt. Beispielsweise wenn wir in einem Job bleiben, der nicht der richtige für uns ist, wir aber Angst davor haben, etwas dagegen zu unternehmen.

    Fragen Sie sich, ob Sie aus den richtigen Motiven handeln oder von Ihrer Angst oder den Erwartungen Ihrer Mitmenschen angetrieben werden. Handeln Sie entsprechend Ihrer Motivation, werden Sie auch spüren, dass Sie glücklicher mit den Entscheidungen sind, die Sie treffen.

    Lesen Sie dazu auch:

[Bildnachweis: KieferPix by Shutterstock.com]