Ein Studium ist für viele Studenten nicht nur die Eintrittskarte in eine mögliche Karriere, sondern auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Mit dieser Veränderung sind viele Fragen von der Wahl des richtigen Studienganges über die passende Studienform bis hin zur Finanzierung des Studiums verbunden. Damit Sie in Ihrem Studium den Überblick behalten, haben wir heute den ultimativen Studienführer für Sie zusammengestellt.

Auf den ersten Blick ist die Entscheidung einfach: Sie wählen den thematisch passenden Studiengang und schreiben sich bei der nächstgelegenen Universität ein. Doch halt, hier beginnen schon die Wahlmöglichkeiten, denn als Alternativen zur Universität stehen auch Fachhochschule und Duales Studium bereit. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Studienarten vor. Eines jedoch noch vorweg: Natürlich gibt es auch innerhalb der jeweiligen Fachrichtungen Unterschiede und Besonderheiten. Die Zulassungs- und Einstiegsvoraussetzungen sind je nach Studien- und Ausbildungsweg so unterschiedlich, dass wir diese bewusst ausklammern. Grundsätzlich sollte die Entscheidung für eine der möglichen Bildungslaufbahnen nach den Fähigkeiten und Neigungen des künftigen Studenten oder Auszubildenden erfolgen.

Hochschulstudium

Institutionen: Universitäten und Fachhochschulen
Dauer: Ab sechs Semestern
Gebühren: Studiengebühren werden je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe erhoben. Verwaltungsgebühren und Co. kommen dazu.
Vergütung: In den Praxissemstern möglich, jedoch nicht zwingend
Abschlüsse: Diplom oder Bachelor sind möglich, aufbauend auch Master oder Promotion

Vorteile

Das Studium an einer Universität oder Fachhochschule bietet in der Fachtheorie die fundierteste aller drei Bildungswege. Sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen behandeln die Studienthemen ausführlich und gehen teilweise sehr in die Tiefe. Die Organisationsformen des Studiums unterscheidet sich zwischen Universität und Fachhochschule, denn an der Universität haben die Studenten in der Regel deutlich mehr Möglichkeiten, Ihren Vorlesungsplan selbst zu gestalten. An Fachhochschulen gibt es hingegen mehr Vorgaben und Pflichtveranstaltungen, dadurch muss der Student nicht alles selbst organisieren und planen. Studenten an Universitäten und Fachhochschulen haben meist ausgedehnte Semesterferien, die teilweise sicherlich für Studien und Nebenjobs genutzt werden müssen.

Nachteile

Das Studium an einer Universität oder Fachhochschule ist der mit Abstand längste – und damit auch teuerste – Bildungsweg. Die Studiendauer liegt bei mindestens sechs Semestern, in der Regel sind es eher mehr. Gerade an Universitäten besteht auch die Möglichkeit, die Regelstudienzeit deutlich zu überschreiten, dies ist dann natürlich auch mit höheren Kosten durch zusätzliche Studiengebühren verbunden. Das Hochschulstudium ist im theoretischen Bereich fundiert, lässt in manchen Fachbereichen jedoch praktische Komponenten vermissen. Dies gilt nicht für alle Fachrichtungen, grundsätzlich ist die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis jedoch nicht optimal.

Fazit

Wer im theoretischen Bereich seine Stärken hat und beispielsweise durch studienbegleitende Praktika Praxiserfahrung sammelt, ist mit einem Hochschulstudium gut bedient. Die finanzielle Belastung ist hier jedoch am höchsten.

Duales Studium

Institutionen: Duale Hochschulen, Kooperationsbetriebe
Dauer: In der Regel sechs Semester
Gebühren: Studiengebühren werden je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe erhoben. Verwaltungsgebühren und Co. kommen dazu.
Vergütung: Wird von den Kooperationsbetrieben gezahlt, die Höhe ist je nach Studiengang unterschiedlich.
Abschlüsse: Ursprünglich Diplom, seit dem Bologna-Prozess hauptsächlich Bachelor und Master

Vorteile

Duale Studiengänge bieten eine gute Kombination aus Praxiserfahrung und theoretischer Ausbildung. Die Studenten wechseln in einem festgelegten Rhythmus zwischen Theorie- und Praxisphasen ab. Die Praxisphasen finden bei den jeweiligen Kooperationsbetrieben statt, diese zahlen den Studenten auch eine Studienvergütung. Studiengebühren werden – je nach Bundesland – zwar dennoch fällig, die Studenten sind während des gesamten Studiums jedoch versicherungspflichtig bei ihren Kooperationsbetrieb beschäftigt. Die Dualen Hochschulen geben – im Gegensatz zu Fachhochschulen und Universitäten – einen deutlich größeren Teil der Vorlesungen und Fächer vor, die Studenten haben dadurch wenig Aufwand bei der Organisation des Studiums. Die normale Studiendauer beträgt sechs Semester, duale Studenten können daher vergleichsweise schnell in den Arbeitsmarkt einsteigen.

Nachteile

Durch die relativ kurze Studiendauer und den recht hohen Praxisanteil werden die theoretischen Inhalte stark komprimiert. Dies führt einerseits zu einem erhöhten Zeitdruck und großen Arbeitsumfängen für die Studenten. Andererseits ist die theoretische Ausbildung – auch wenn dies die Dualen Hochschulen natürlich bestreiten – etwas oberflächlicher als an Fachhochschulen oder Universitäten. Duale Hochschulen geben Ihren Studenten den größten Teil der Vorlesungen vor, viel Gestaltungsspielraum gibt es daher im Hinblick auf den Vorlesungsplan nicht.

Fazit

Wer eher praktisch veranlagt ist und dennoch eine fundierte Ausbildung im theoretischen Bereich anstrebt, ist in einem dualen Studium bestens aufgehoben. Weitere Vorteile sind die durchgehende Bezahlung während des Studiums und dessen kurze Dauer. Dadurch entsteht jedoch auch ein gewissen Zeitdruck und große Arbeitsumfänge. Um einen dualen Studienplatz zu erhalten, müssen sich angehende Studenten in der Regel bei einem Kooperationsbetrieb bewerben. Stellt dieser sie als dualen Studenten ein, ist der Studienplatz gesichert. Im Gegensatz zu Hochschulstudenten haben duale Studenten nur den vertraglich vereinbarten Urlaubsanspruch.

Da vor allem das Duale Studium in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, wollen wir uns diese Studienform etwas genauer anschauen. Denn angehenden Studenten stellt sich immer wieder die Frage: Lohnt sich die Doppelbelastung eines dualen Studiums?

Wir gehen dieser Frage systematisch auf den Grund, in dem wir die Vor- beziehungsweise Nachteile zunächst einander gegenüber stellen:

VORTEILE NACHTEILE
  • Die Studiengebühren werden vom Arbeitgeber bezahlt.
  • Ein Nebenjob ist nicht nötig, dafür gibt es ein monatliches Gehalt.
  • Der Job danach wird (oft) vertraglich zugesichert.
  • Die Teilnehmer können sich ganz auf die Studieninhalte konzentrieren.
  • Die Einarbeitungszeit wird durch die Praxisnähe verkürzt.
  • Mit der Jobübernahme besitzt man bereits ein Netzwerk innerhalb des Unternehmens.
  • Der Blick über den Tellerrand ist eingeschränkt (kein studium generale).
  • Es gibt keine Möglichkeit andere Unternehmen durch Praktika kennenzulernen.
  • Man ist an ein Unternehmen gebunden und von diesem abhängig.
  • Die Doppelbelastung schränkt das typische Studentenleben ein.
  • Semesterferien gibt es praktisch nicht, sondern nur rund 30 Urlaubstage im Jahr.

Image

Hinzu kommt allerdings, dass das duale Studium bei vielen Unternehmen ein sehr gutes Image hat – auch oder gerade wegen der Doppelbelastung der Studenten. Inna Brilz etwa absolvierte parallel zur ihrer Lehre als Bauzeichnerin an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg ein Studium der Architektur. Im Interview mit der Zeitschrift Abi spricht sie aus, was offenbar viele Personalverantwortliche denken:

In Bewerbungsgesprächen habe ich gemerkt, dass das duale Studium als große Leistung anerkannt wird.

Die Chance sei, durch den gezeigten Einsatzwillen und das große Engagement im Vorstellungsgespräch zu punkten, ähnlich wie Absolventen von Fernstudiengängen oder Kommilitonen mit zahlreichen Praktika, berufsbezogenen Nebenjobs und Auslandssemestern. Fleiß und Belastbarkeit sind noch immer Tugenden, die bei der Bewerbung enormen Einfluss haben.

Bewerbung

Diese Tugenden sind jedoch kein Monopol der Dualis. Wie bereits erwähnt: Absolventen herkömmlicher Studiengänge können diese Fähigkeiten ebenso beweisen – etwa indem sie sich auf eigene Faust einen berufsbezogenen Nebenjob suchen, damit ihr Studium finanzieren oder trotz verschärfter Studienbedingungen durch die Bologna-Reform die gleichen Bestnoten erbringen, wie ihre dualen Kommilitonen.

Man kann also nicht nicht sagen, dass die Vorteile des dualen Studiums klar überwiegen würden. Letztlich bleibt es eine individuelle Entscheidung – vor der Interessierte allerdings ein paar Punkte klären sollten. Bevor der dazugehörige Arbeitsvertrag unterschrieben wird, sollten zum Beispiel die Verpflichtungen, die mit einem dualen Studiengang einhergehen, geprüft werden. Wichtige Fragen hierbei:

  • Muss ich nach dem Studium im Unternehmen bleiben?
  • Nach wie vielen Jahren kann ich das Unternehmen wechseln?
  • Falls ich vorher wechseln möchte: Wie viel Geld muss ich dann bezahlen, um mich “freizukaufen”?
  • Habe ich einen festen Betreuer?
  • Bekomme ich regelmäßig Feedback durch einen Mentor oder Förderer im Unternehmen?

Bei einem Dualen Studium stellt sich die Frage nach der Finanzierung nicht so dringend, wie bei einem klassischen Hochschulstudium, immerhin verdienen Sie als Dualer Student ja Geld. Doch Studenten an Universität und Fachhochschule müssen sich um Einkommensquellen bemühen, denn Studienkredite oder BAföG reichen meist nicht aus. Daher steht für viele Studenten ein Nebenjob an, wir haben da einige Tipps, mit denen Sie die Doppelbelastung aus Studium und Job stemmen können.

Möglichkeit eins ist: In den Semesterferien richtig ranklotzen und ein finanzielles Polster schaffen. Geht das nicht, weil besipielsweise Hausarbeiten warten, keine lukrativen Jobs verfügbar sind oder gar die Betreuung eines Kindes Vorrang hat, bleibt nur die andere Option: Parallel zum Studium in Teilzeit oder gar Vollzeit arbeiten. Das hat aber seine Tücken.

Gleichzeitig studieren und arbeiten – geht das überhaupt?

Denn je mehr Sie nebenher arbeiten, desto größer ist der zeitliche Tribut, den Sie zahlen. Studenten, die 20 Stunden und mehr arbeiten müssen, leiden oft unter der Doppelbelastung. Ihnen bleibt nicht genug Zeit, Seminare vor- und nachzubereiten oder für Klausuren zu lernen. Schlechte Voraussetzungen für gute Noten und zügiges Vorwärtskommen. Deswegen sollten Sie sich von der Idee verabschieden, in der Regelstudienzeit abzuschließen. Besser Sie machen weniger Scheine pro Semester, diese aber mit passablen Noten.

Formalitäten

Wenn Sie parallel zum Studium arbeiten wollen, müssen Sei diese Dinge unbedingt beachten:

Prüfungsordnung

Erlaubt sind in der Vorlesungszeit nur 20 Stunden Arbeit pro Woche. Wer mehr arbeiten muss, sollte unbedingt mit dem Prüfungsamt über Ausnahmeregelungen sprechen. Ansonsten droht die Exmatrikulation.

Sozialversicherung

Wer mehr als 15 Stunden pro Woche arbeitet und mehr als 400 Euro verdient, ist sozialversicherungspflichtig. Allerdings sind die Versicherungsbeiträge bis 800 Euro Einkommen reduziert.

Steuern

Wer weniger als 700 Euro pro Monat verdient, muss keine Einkommenssteuer zahlen.

Denn die Zeit zwischen Vorlesungstag und Kneipenjob ist ohnehin meist gut mit alltäglichen Dingen gefüllt: Wohnung putzen, einkaufen, waschen, bügeln, Freunde treffen. So fehlt am Ende oft die Energie, sich noch mal über die Bücher zu setzen und zu büffeln. Hin- und hergerissen zwischen den Anforderungen des Studiums und den Erwartungen des Arbeitgebers entsteht leicht das Gefühl, keiner der beiden Anforderungen richtig gewachsen zu sein.

Da hilft nur gute Organisation, um Arbeit, Studium und Freizeit unter einen Hut zu bringen. Wenn Ihnen das gelingt, erwerben Sie außerdem quasi nebenbei Qualifikationen, die später im Berufsleben verdammt nützlich sind: Flexibilität, Belastbarkeit, die Fähigkeit zu Selbstorgansiation und Stressresistenz. Diese Qualitäten brauchen Sie spätestens dann, wenn Sie neben dem Job auch noch das Familienleben organisiert müssen.

Idealerweise suchen Sie sich natürlich eine Stelle, die einen Bezug zu Ihrem Studium hat. Wenn Sie mögliche Einsatzfelder kennenlernen oder schon Mal in den künftigen Beruf reinschnuppern können, hilft das enorm beim Start ins Berufsleben. Netter Nebeneffekt: Die Kontakte, die Sie zu möglichen Arbeitgebern knüpfen, steigern Ihre Chancen für einen direkten Übergang vom Studium in den Beruf. Idealerweise springt auch eine Abschlussarbeit im Unternehmen dabei raus.

Das Wichtigste: gutes Selbstmanagement

Damit Ihnen die Kombination aus Arbeit und Studium gelingt, muss Ihr Zeit- und Selbstmanagement stimmen. Ihre Tage müssen Sie so planen, dass für beide Dinge genug Raum bleibt. Und die Zeiten dann tatsächlich wie vorgesehen nutzen. Dafür sind eine gehörige Portion Selbstdisziplin, viel Fähigkeit zur Selbstmotivation und ein Höchstmaß an Resilienz notwendig, um der enormen Belastung Stand zu halten und trotzdem genug Power fürs Lernen zu haben.

Um sicher zu sein, mit der Doppelbelastung klarzukommen, solltest Sie die folgenden Fragen mehrheitlich mit „Ja“ beantworten können:

  • Sind Sie tief genug ins Studium eingestiegen, um die Anforderungen wirklich zu kennen?
  • Können Sie den Zeit- und den Arbeitsaufwand für Studium und Arbeiten realistisch einschätzen?
  • Läuft es gut genug, um nebenher etwas Anderes tun zu können?
  • Wann bleibt wie viel Zeit fürs Jobben?
  • Bleibt Ihnen ausreichend Zeit zum Relaxen, für Interessen, persönliche Entwicklung, Freundschaften und Beziehungen?
  • Sind Ihre Fähigkeiten zur Selbstorganisation ausreichend?
  • Können Sie Prioritäten setzen, gegenüber Anderen vertreten – und sich selbst daran halten?
  • Haben Sie klare Ziele für Job und Studium? Sind sie in Ihre Lebensplanung eingebunden?

Gerade die Zielklarheit ist enorm wichtig, um trotz Doppelbelastung durchzuhalten. Dennoch sollten Sie die einmal eingeschlagene Richtung nicht blindlings verfolgen: Vielleicht ergeben sich bei der Arbeit ja neue Perspektiven, die einen Ab- oder Unterbruch des Studiums nahe legen. Wenn Sie die Ziele regelmäßig prüfen, stellen Sie fest, ob Sie wirklich noch dem richtigen Weg folgen.

Gibt es auch Alternativen?

Falls Sie die Doppelbelastung scheuen, können Sie selbstverständlich auch gleich ins Arbeitsleben eintreten, um erst Mal gutes Geld zu verdienen. Das muss keine endgültige Entscheidung gegen das Studieren sein, Sie können es auch bewusst als Zäsur setzen: Etwa um zwischen Bachelor und Master Praxisluft zu schnuppern und die Kasse klingeln zu lassen, oder um vor der Examensphase Geld ran zu schaffen, damit Sie sich in der heißen Phase aufs Schreiben und Lernen konzentrieren können.

Und auch andersrum wird ein Schuh daraus: Wenn Sie erst Mal im Beruf sind, können Sie nämlich ein Studium aufnehmen, ohne auf Ihren Arbeitsplatz verzichten zu müssen! Sobald Sie mehr als sechs Monate in einem Unternehmen tätig sind, haben Sie automatisch Anspruch auf Teilzeitarbeit. Diesen Freiraum können Sie dann nutzen, um nebenbei zu studieren oder den Abschluss zu machen.

Auch Fern- oder Abendstudium sind Alternativen, wenn Sie nicht regelmäßig eine Uni besuchen können Die Kursunterlagen erhalten Sie dafür nach Hause geschickt und lernen, wenn Sie Zeit dafür haben. Die Hochschule sehen Sie nur bei Prüfungen von innen. Interessanterweise werden die meisten Fernstudiengänge parallel zu Vollzeitstellen absolviert. Die Belastungen dabei sind unterm Strich gleich wie beim Arbeiten während des Studiums – nur ist diese Kombination in der Regel finanziell besser abgesichert: Man hat ja schon einen Job dazu. Perspektivisch winkt obendrein höher wertige Arbeit, die (noch) besser bezahlt wird. Das ist für Viele ein zusätzlicher Anreiz.

Und wie finanzieren Sie ein berufsbegleitendes Studium? Diese Frage mag dem einen oder anderen auf den ersten Blick seltsam erscheinen, immerhin arbeiten Sie ja in Voll- oder Teilzeit, warum sollte da die Finanzierung ein Problem sein? Für einen gut verdienenden Single mag sich die Frage tatsächlich nicht stellen. So bald Sie jedoch eine Familie zu versorgen haben oder das Einkommen nicht all zu hoch ist, kann auch das berufsbegleitende Studium zu einer finanziellen Belastung werden. Grundsätzlich haben Sie fünf verschiedene Finanzierungsoptionen.

  1. Die Unterstützung durch Ihren Arbeitgeber
  2. Das Deutschland-Stipendium
  3. Das Aufstiegsstipendium
  4. Die Unterstützung durch Familie oder Freunde
  5. Einen Studienkredit

1. Unterstützung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber sind bereit, weiterbildungswillige Mitarbeiter zu unterstützen. Diese Unterstützung kann dabei in Form von flexibler Arbeitszeit, Freistellung für das Studium, einer Pauschale für Weiterbildungen oder der Finanzierung des berufsbegleitenden Studiums bestehen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Sie diese Unterstützung meist nicht zum Nulltarif erhalten. Ihr Arbeitgeber erwartet von Ihnen im Gegenzug oft, dass Sie sich für mehrere Jahre an das Unternehmen binden. Kündigen Sie vor Ablauf der festgelegten Frist, müssen Sie einen Teil oder die gesamten Kosten des Studiums zurückzahlen. Ob Sie sich so lange an einen Arbeitgeber binden wollen, müssen Sie selbst entscheiden.

2. Deutschland-Stipendium

Wie die Bezeichnung “Stipendium” schon erahnen lässt, richtet sich diese Förderung an Studenten, die herausragende Leistungen erbracht haben oder bei denen diese zu erwarten sind. Primär ist das Stipendium zwar auf Vollzeitstudenten ausgerichtet, ein berufsbegleitendes Studium kann jedoch – die entsprechenden Leistungen vorausgesetzt – ebenfalls gefördert werden. Der Stipendiat erhält dann 300 Euro im Monat, welche von privaten Förderern und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung jeweils zur Hälfte finanziert werden. Die folgende Infografik veranschaulicht das Prinzip.

3. Aufstiegsstipendium

Diese Förderung richtet sich explizit an berufserfahrene Studenten, die sich neben ihrem Beruf weiterbilden. Das Stipendium ist Teil der Qualifizierungsintitiative “Aufstieg durch Bildung” der Bundesregierung, Details zum Bewerbungsverfahren finden Sie auf der offiziellen Homepage der Qualifizierungsinitiative.

4. Unterstützung durch Familie oder Freunde

Ein Darlehen im familiären Umfeld oder im Freundeskreis hat natürlich den Vorteil, dass es unkompliziert und ohne viel Bürokratie abzuwickeln ist. Dennoch sollten Sie – auch bei Ihren besten Freunden oder nahen Verwandten – dieses Darlehen schriftlich fixieren und die Rückzahlungsformalitäten genau festlegen. So haben beide Seiten die Sicherheit, dass es später nicht zum Streit kommt, weil sich niemand mehr an die genaue Vereinbarung erinnert. Dass Sie sich im Vorfeld überlegen, ob Sie das Thema Geld überhaupt in Ihren Freundes- oder Familienkreis einbringen wollen, versteht sich von selbst.

5. Ein Studienkredit

Spezielle Studienkredite werden inzwischen von vielen großen Banken angeboten, natürlich sollten Sie hier die verschiedenen Angebote vergleichen. Außerdem sind auch diese Kredite an Vorgaben gebunden, gerade bei berufsbegleitenden Studiengängen erwarten Banken durchaus Sicherheiten oder zumindest gute Verdienstaussichten. Bei Studiengängen im sozialen Bereich ist es – auf Grund der Verdienstaussichten – beispielsweise schwerer einen Studienkredit zu bekommen als bei Studiengängen im Wirtschafts- oder Technikbereich. Einen Überblick über die verschiedenen Kreditangebote bietet die Seite www.studienkredit.de. Praktisch: Dort finden Sie auch Hinweise und Rechner, mit denen Sie Ihre Studienkosten realistisch einschätzen können.

Grundsätzlich sollten Sie daran denken, Ihr berufsbegleitendes Studium von der Steuer entweder als Werbungs- oder als Sonderkosten abzusetzen. Wie das funktioniert und was Sie dabei beachten müssen, wird in diesem Artikel beschrieben.

A propos berufsbegleitendes Studium, es gibt da einige Punkte, auf die Sie vor und während dieser Zeit achten sollten, denn dieses Studium unterscheidet sich deutlich von einem Vollzeitstudium. Schließlich ist es für einige Teilzeitstudenten das erste Studium, während andere bereits zum zweiten oder dritten Mal an die Universität oder Fachhochschule zurückkehren. Letztere werden die Fallstricke und wichtigen Themen kennen, wer hingegen sein erstes berufsbegleitendes Studium beginnt, hat in der Vorbereitung einiges zu beachten. Auch dann, wenn Sie bereits ein Vollzeitstudium absolviert haben. Denn Ihre Lebens- und Studiensituation verändert sich mit einem Vollzeitjob grundlegend, nicht nur organisatorisch.

Ordnen Sie Ihre Prioritäten!

Nach der Auswahl Ihres Studienganges und des passenden Anbieters sollte Sie sich zuerst Gedanken über Ihre Prioritäten machen und diese neu ordnen. Denn wenn Sie nicht gerade ein komplett langweiliges und ruhiges Privatleben ohne jede Verpflichtung und Projekte führen, wird ein Teil Ihre bisherigen Aktivitäten hinter dem berufsbegleitenden Studium zurückstehen müssen. Besprechen Sie Ihren Plan daher bitte ausführlich mit Ihrer Familie und den für Sie wichtigen Menschen. Stellen Sie sicher, dass Sie sich auf die Unterstützung von Seite verlassen können. Nur dann haben Sie den Kopf für das Studium frei.

Holen Sie Ihren Arbeitgeber ins Boot!

Im besten Fall finanziert Ihr Arbeitgeber das gesamte Studium, das dürfte jedoch selten der Fall sein. Allerdings kommen viele Arbeitgeber motivierten Arbeitnehmer bei der Weiterbildung entgegen und bieten zumindest die Freistellung oder eine Arbeitsentlastung für das Studium an. Auch ein zeitlich befristetes Reduzieren der Arbeitszeit ist denkbar. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen das Studium jedoch komplett finanzieren wollen, wird daran meist die Bedingung geknüpft sein, dass Sie einige Zeit – in der Regel zwischen zwei und fünf Jahre – im Betrieb bleiben müssen. Kündigen Sie früher, müssen Sie oft einen Teil oder die gesamten Kosten des Studiums zurückzahlen. Einerseits bietet Ihnen eine solche Regelung eine gewisse Arbeitsplatzsicherheit, andererseits müssen Sie sich überlegen, ob Sie sich wirklich so lange an einen Arbeitgeber binden wollen.

Planen Sie realistisch!

Sie können es wahrscheinlich schon nicht mehr hören, doch eine realistische Planung ist für Ihr berufsbegleitendes Studium mindestens ebenso wichtig wie für Ihre Arbeit. Die Betonung liegt hier auf realistisch. Wenn Ihr Studium oder Ihre Ausbildung beispielsweise einige Jahre zurückliegen, können Sie nicht erwarten, von heute auf morgen problemlos stundenlang zu lernen. Planen Sie daher entsprechend mehr Zeit für Ihre Lernphasen ein. Außerdem können Sie – bei aller Recherche im Vorfeld – die Anforderungen und das Arbeitspensum des Studiums nicht einschätzen. Einer Überforderung können Sie hier nur durch ausreichende Pausen und Pufferzeiten vorbeugen.

Natürlich haben wir auch für Vollzeitstudenten einige Tipps parat. 36 um genau zu sein, die alle Bereiche von den Vorlesungen über die Prüfungsphase und Hausarbeiten bis hin zum Auslandssemester abdecken.

    Vorlesungen

    Während der Vorlesung, kann durch aktives Zuhören bereits für die Prüfung gelernt und Zeit gespart werden.

  1. Fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit: Ist die Vorlesung wirklich für die Prüfung notwendig?
  2. Nutzen Sie (falls vorhanden) Vorlesungsskripte und machen Sie sich ausführliche Notizen. Beim Schreiben lernt man.
  3. Notieren Sie aber nicht jedes Wort des Profs, besser: Stichwörter – und während des Zuhörens mitdenken, interpretieren und zusammenfassen.
  4. Arbeiten Sie Mitschriften nach. Das dient der Wiederholung und dem Verständnis.
  5. Bewahren Sie Unterlagen sortiert auf, am besten mit Datum versehen.
  6. Nehmen Sie auch Sprechstunden der Dozenten für Rückfragen in Anspruch. Das ist keine Schande, eher sogar förderlich.
  7. Tragen Sie sich wichtige Termine wie Einschreibe- oder Abgabefristen im Kalender ein, damit Sie nichts verpassen. Gilt vor allem für Erstsemestler denen die Routine fehlt.
  8. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Vorlesung auch stattfindet, um keine Zeit zu vergeuden.
  9. Bilden Sie eine Lern-AG. Mit Mitstreitern macht das Studium nicht nur mehr Spaß, Sie behalten auch besser den Überblick.
  10. Prüfungsphase

    Das beste Mittel gegen Prüfungsangst, ist die Gewissheit, gut vorbereitet zu sein. Richtiges Lernen funktioniert so:

  11. Erstellen Sie einen Lernplan, für das Tages- und Wochenpensum.
  12. Beginnen Sie rechtzeitig vor Prüfungen damit, notwendige Literatur zu besorgen, sonst sind andere schneller und das Wissen fehlt.
  13. Ermitteln Sie Ihre besten Tageszeiten und nutzen Sie die für intensive Lern- und Arbeitsphasen.
  14. Wenden Sie die PQ4R-Methode (pdf) für die Textarbeiten an. Deren sechs Schritte gehen so:
    • Preview: groben Überblick verschaffen.
    • Question: Fragen zum Text formulieren.
    • Read: Text lesen und sich die Fragen beantworten.
    • Reflect: Textinhalte weiterdenken und vertiefen.
    • Recite: Inhalt in eigenen Worten wiedergeben.
    • Review: Zusammenfassung erstellen und überprüfen.
  15. Verwenden Sie zum Pauken Karteikarten mit Stichworten, die Sie auch abends kurz vor dem Einschlafen schnell durchblättern können.
  16. Überlegen Sie sich mögliche Prüfungsfragen (auch die kniffligen!) und beantworten Sie diese.
  17. Lernen Sie für die Prüfung, nicht alles auf einmal auswendig. Machen Sie Pausen!
  18. Nutzen Sie häufige Wiederholungen, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge und Aufbereitung.
  19. Wiederholen Sie den Stoff in Ihrer Lerngruppe, um das eigene Wissen zu prüfen und zu vertiefen.
  20. Vergessen Sie nicht den Studenten- und Personalausweis sowie Prüfungsanmeldung! Am besten am Vortag schon in die Tasche stecken.
  21. Hausarbeiten

    Die Erfahrung lehrt: Die erste Hausarbeit endet meist im Chaos, Nummer zwei und drei gelingen schon strukturierter. Wie sich überdies grobe Patzer vermeiden lassen:

  22. Erstellen Sie einen Schreib- und Zeitplan.
  23. Veranschlagen Sie den Abgabetermin bewusst eher, um einen Puffer zu haben.
  24. Überlegen Sie schon zu Beginn die Gliederung, um den roten Faden nicht zu verlieren.
  25. Lassen Sie für die Fragestellung unrelevante Themen konsequent weg.
  26. Beginnen Sie die Literaturrecherche frühzeitig (siehe oben).
  27. Bedenken Sie gegebenenfalls auch die Beschaffungsdauer bei Fernleihe und planen Sie diese ein.
  28. Lassen Sie die Hausarbeit von mehreren Personen rechtzeitig Korrektur lesen, ideal: unterschiedliche Teile, da sonst der Anfang gut redigiert ist, der Rest aber wegen Ermüdung der Korrektoren immer schlechter.
  29. Nutzen Sie die Möglichkeit, dem Professor die Gliederung vorab zu zeigen, um nichts zu übersehen oder in die falsche Richtung zu schreiben.
  30. Beachten Sie unbedingt Formalia an Aufbau und Struktur (Beispiel: pdf)!
  31. Sobald die Hausarbeit fertig ist, geben Sie sie ab – warten Sie nicht bis zum Abgabetermin. Zu riskant, den dann zu verschlampen.
  32. Auslandssemester

    Auslandsaufenthalte eröffnen zahlreiche Chancen auf kulturelle Erfahrungen und neue Perspektiven. Sie erfordern aber auch viel Vorbereitung:

  33. Planen Sie den Zeitpunkt für das Auslandssemester frühzeitig – Faustregel: Ein Jahr vorher mit der Organisation beginnen!
  34. Wenn möglich, arbeiten Sie dabei mit dem Auslandsamt vor Ort zusammen.
  35. Stellen Sie fest, ob es für Ihr Vorhaben Stipendien oder andere Finanzhilfen gibt. Rechtzeitig beantragen!
  36. Klären Sie vorab, ob etwaige Studienleistungen im Ausland hier anerkannt werden.
  37. Denken Sie im Vorfeld auch an Visum und Impfungen.
  38. Um mit Freunden und das Studium hier auf dem Laufenden zu bleiben, testen Sie etwaige Skype-, Flickr-, Facebook-Verbindungen. Auch bei den Eltern.
  39. Informieren Sie sich über Anforderungen an eine eventuelle Aufenthaltsverlängerung. Falls es Spaß macht, können Sie so leichter ein Semester dranhängen.

Nach dem Studium folgt das Berufsleben, doch die Suche nach beruflichen Alternativen scheitert oft schon an der Frage, was mit dem eigenen Abschluss überhaupt machbar ist: Schließlich nutzt der beste Master oder Bachelor, das tollste Staatsexamen nichts, wenn der Titel nicht die Kenntnisse bescheinigt, die anderswo gefragt sind. Die Konsequenz ist leider allzu oft ein Rückzieher, obwohl auf dem Standard-Weg kaum Erfolgsaussichten bestehen und sie ihm vielleicht auch gar nicht folgen wollen. Das Ergebnis ist dann: Schöner Scheitern – bestenfalls.

Grundlagen schaffen

Es geht aber auch anders. Nur: dieser Weg ist mühevoller. Um realistische Perspektiven entwickeln zu können, müssen Sie sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die der Arbeitsmarkt bietet. Was ist überhaupt gefragt? Wie können Sie sich das aneignen, was Sie nicht sowieso schon können? Und viel grundlegender: Wo wollen Sie eigentlich hin? Wo liegen Ihre Ziele? Was sind Ihre Erwartungen?

Zuerst die Optionen…

Berufsorientierung beginnt mit Informationsbeschaffung. Erste Ansprechpartner sind die Beratungsstellen von Hochschulen und die Arbeitsagentur. Sie können wertvollen Hinweise auf berufliche Alternativen und Quereinstiege geben, die mit Ihrem Abschluss möglich sind. Denken Sie bitte vorurteilslos über alle Optionen nach – und sehen sich diejenigen näher an, die Ihnen auch auf den zweiten Blick plausibel erscheinen. Falls Ihnen jemand unbedingt zu den ausgetretenen Pfaden rät, dürfen Sie diesen Tipp ignorieren. Es sei denn, Sie brauchen ihn, um sich in Ihrem Schicksal zu bestätigen.

Oder Sie recherchieren selbst.

Gute Ansätze liefern die klassischen Suchmaschinen mit Schlüsselwörter wie „Quereinstieg Jura“ oder „Alternativen Biologie“, die Sie anschließend vertiefen können – etwa mit “Kriminalistik Biologie” oder “Ingenieur Vertrieb”. Besser für die Suche geeignet sind allerdings Soziale Netzwerke wie Google+, LinkedIn und XING: Dort sehen Sie, in welchen Positionen Absolventen Ihres Fachs aktuell arbeiten, können gleich mit ihnen Kontakt aufnehmen und so persönliche Tipps aus der Praxis bekommen.

Optimal ist die Suche in der realen Welt (die durch die Recherche im Internet natürlich ergänzt werden kann): Ihre Fakultät hat sicher noch Kontakt zu Absolventen früherer Jahrgänge und weiß, welche Positionen diese heute inne haben. Oder Ihr Professor stellt direkt den Kontakt zu den Personen her, die er früher betreut hat. So erfahren Sie direkt, wie die das geworden sind, was sie heute sind.

Überhaupt sollten Sie so viele Gespräche wie möglich mit Praktikern führen, um ein Gespür dafür zu bekommen, was gehen kann – und was Sie dafür brauchen. Wahrscheinlich finden Sie so auch Perspektiven, auf die Sie selbst nie gekommen wären.

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen?

Viel grundlegender für die Suche nach alternativen Berufswegen sind allerdings Ihre persönlichen Voraussetzungen. Dabei sind die zentralen Fragen:

  • Was wollen Sie erreichen?
  • Was sind Ihre Werte, was Ihre Ziele?
  • Was ist notwendig, damit Sie sich bei der Arbeit gefordert und glücklich zu fühlen?
  • Reicht es Ihnen, wenn Sie viel Geld verdienen, oder suchen Sie Sinn in Ihrem Tun?
  • Wolle Sie Karriere machen – oder Verantwortung übernehmen? Oder vielleicht gleich Beides?

Bitte sind Sie bei den Antworten unbedingt ehrlich zu sich!

Es gibt keine richtigen und falschen Antworten. Bei dem, was für Sie richtig ist, dürfen die Ansprüche keine Rolle spielen, die Andere an Sie herantragen. Je ehrlicher Sie zu sich selber sind und je genauer Sie Ihre eigentlichen Wünsche aufspüren, desto besser gelingt Ihnen Ihre berufliche Orientierung.

Genauso wichtig sind Ihre Talente. Weil Menschen das, was sie gut können, in der Regel auch gerne tun, finden Sie Ihre größten Stärken vielleicht bei den Hobbys, die Sie ausüben. Natürlich sollten diese Fähigkeiten auch im späteren Beruf zum Tragen kommen können und Ihre Schwächen dort möglichst keine Rolle spielen. Sonst fühlen Sie sich im neuen Job entweder über- oder unterfordert – beides schadet Motivation und Arbeitsleistung.

Entwickeln Sie neue Perspektiven!

Jetzt müssen Sie herausfinden, welche der Möglichkeiten für Sie in Frage kommen. Das ist nicht unbedingt ganz etwas anderes als das, was Sie bislang getan haben: Vielleicht liegt der neue Weg nur ein bisschen neben der geplanten Route.

Spezialisieren

Oft reicht schon die Konzentration auf eine passende Nische, um ein interessantes Betätigungsfeld zu finden. Wenn Sie sich spezialisieren, müssen Sie auf dem Arbeitsmarkt mit deutlich weniger Konkurrenz zu rechnen: Damit steigen Ihre Chancen auf einen schnellen Berufseinstieg. Und meist verdienen Spezialisten auch deutlich mehr als Generalisten.

So kann sich die Biologin beispielsweise auf Allergene im Essen konzentrieren und damit Expertin bei einer Umweltschutzorganisation werden. Und der Jurist verlegt sich aufs Patentrecht und reüssiert damit bei einem innovativen Mittelständler, der die eigenen Produktentwicklungen schützen muss, um am Markt zu bestehen.

Kombinieren

Gangbare (Aus-)Wege können auch aus der Kombination des eigenen Studiums mit anderem Wissen entstehen. Wenn Sie vor dem Studium bereits eine Ausbildung absolviert haben, können diese Kenntnisse mit Ihrem Studienfach zusammenbringen. Das klappt auch, wenn beide auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Ein gelernter Kfz-Mechaniker und studierter Wirtschaftswissenschaftler fängt so zum Beispiel in der Entwicklungsabteilung eines Automobilkonzerns an, wo er die Wirtschaftlichkeit der firmeneigenen Innovationen prüft.

Eine andere Möglichkeit ist, die eigenen Talente mit den Inhalten des Studiums zusammen zu bringen. Ingenieure, die lieber mit Menschen arbeiten als mit dem CAD-Programm und obendrein gut erklären können, stoßen derzeit zum Beispiel im Vertrieb auf eine sehr hohe Nachfrage. Ein Maschinenbauer, der gut Schreiben kann und sich schnell in neue Themen einarbeitet, steigt als technischer Redakteur in einen wachsenden Arbeitsmarkt ein. Schließlich wächst die Nachfrage nach Dokumentationen und Bedienungsanleitungen mit jeder neuen Konsumentenschutzinitiative der EU.

Die dritte Möglichkeit heißt Weiterbildung. Der Weg in die Wirtschaft führt beispielsweise für Juristen (und Psychologen) über eine Fortbildung in Controlling oder Personalwesen. Eine Schulung im Projektmanagement kann ebenso der Türöffner sein wie bestimmte Programmkenntnisse. Wenn Sie’s noch noch gründlicher angehen wollen, satteln Sie eine ganze Ausbildung drauf – und landet als Biologe beispielsweise im Polizeidienst: CSI Miami lässt grüßen…

Wechseln

Wenn Sie festgestellt haben, dass Jura zwar schön ist, Sie aber nicht den Rest Ihres Lebens damit verbringen wollen, Urteile zu lesen, können Sie sich natürlich auch komplett von Ihrem Studienfach verabschieden. Vielleicht gibt es auch schon einen Plan B – etwas, das Sie schon lange gern tun würden und sich einfach noch nicht getraut haben.

Nichts ist leichter als mit dem Bachelor in der Tasche auf Probe eine Trainee-Stelle anzunehmen und zu schauen, ob die gewählte Richtung wirklich die richtige ist. Weitere Gelegenheiten fürs Austesten berufliche Alternativen sind Praktika, Volontariate und freie Mitarbeit. Nutzen Sie jede sich bietende Möglichkeit – Hauptsache, sie finden heraus, was Sie wirklich tun wollen.