Die RWTH Aachen und die TU Darmstadt sind die besten Hochschulen Deutschlands – zumindest Ingenieure und Informatiker erhalten hier eine erstklassige Ausbildung. Für angehende Ökonomen ist wiederum die Universität Mannheim die Top-Adresse. Zu diesem Ergebnis kommt das exklusive Uni-Ranking der WirtschaftsWoche. Mehr als 500 Personalverantwortliche beteiligten sich an der größten Umfrage ihrer Art.
Jedes Jahr dasselbe Problem: Tausende von Abiturienten suchen die richtige Hochschule – und nicht wenige sind dabei völlig orientierungslos. Kein Wunder, angesichts der Vielfalt: Mehr als 400 Unis gibt es in Deutschland, etwa 9000 Studiengänge bieten sie an. Welches Fach ist das richtige? Welche Uni die beste dafür? Die Fragen lassen sich akademisch beantworten, sicher. Tatsache ist aber auch: Die meisten Unternehmen können nicht nur vergleichen, von welchen Hochschulen die besten Absolventen kommen. Sie haben längst auch sogenannte Zieluniversitäten ausgemacht, von denen sie bevorzugt einstellen. Das Wiwo-Ranking liefert daher zwar weniger abstrakte, akademische Informationen, dafür aber eine handfeste Karriereorientierung.
Und das Ranking bringt einen eindeutigen Sieger hervor: So haben die Personalchefs der größten deutschen Unternehmen die RWTH Aachen zur besten Hochschulen des Landes gekürt. Sie landet als einzige Hochschule in vier Kategorien auf dem ersten Platz – im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau, Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen.
Im Fach Maschinenbau konnte sich die RWTH mit weitem Abstand an die Spitze setzen: 70,1 Prozent der Personalexperten sind der Meinung, dass Aachen die besten Nachwuchs-Maschinenbauer hervorbringt. Auf Rang zwei folgt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit 46,7 Prozent der Stimmen vor der TU Darmstadt (42,3 Prozent). Auch beim Fach Elektrotechnik führt die RWTH das Ranking mit großem Abstand an. Hier kommt die Hochschule auf 51,1 Prozent, wiederum gefolgt vom KIT (37,8 Prozent) und der TU Darmstadt (31,9 Prozent).
Die besten Ökonomen werden nach Ansicht der Personalverantwortlichen an der Universität Mannheim ausgebildet. Im Fach Betriebswirtschaftslehre bekommt Mannheim 52,9 Prozent der Stimmen. Mit weitem Abstand folgen die LMU München (35,3 Prozent) und die Uni Köln (33,1 Prozent). Im Fach Volkswirtschaftslehre ergattert die Uni Mannheim mit 27,4 Prozent ebenfalls den ersten Platz, dahinter steht die Uni Frankfurt am Main (16,8 Prozent), den dritten Platz teilen sich die Uni Köln und die LMU München (je 15,9 Prozent).
Die besten Juristen stammen derweil von der LMU München, die 22,8 Prozent der Stimmen erhält. Auf dem zweiten Platz folgt die Uni Münster (16,8 Prozent), auf dem dritten Platz liegen gemeinsam die Uni Heidelberg und die private Bucerius Law School Hamburg (je 14,9 Prozent).
Doch auch wer keine dieser Hochschulen besucht (hat), sollte sich davon nicht entmutigen lassen: Die Personalchefs sehen die aktuellen Jobaussichten so optimistisch wie lange nicht. Knapp 85 Prozent bewerten sie derzeit als gut. Im vergangenen Jahr sagten das nur 39 Prozent. Für Akademiker sind das gute Perspektiven. So oder so.







Christopher Stanik
Ich studiere an der Universität Siegen. Meine Universität habe ich noch NIE in einem Uni-Ranking entdeckt. Die Uni-Rankings verfolge seit ca. 5 Jahren – seit dem ich immatrikuliert bin und ausreichend deutsch gelernt habe um Wirtschaftswoche 100% zu verstehen.
In Deutschland absolviere ich ein komplettes Auslandsstudium welches ich in diesem Sommersemester abschließen werde. Wenn ich in die Vergangenheit rückblicke, wird mir zunehmend klar, dass die Entscheidung in Siegen zu studieren verfehlt war. In NRW hatte ich zur Wahl: RWTH Aachen, Uni-Bonn (wo ich deutsch gelernt habe) und Uni-Köln. Diese Drei Universitäten liegen relativ nah beieinander. Theoretisch könnte ich an jeder dieser Hochschule studieren.
Das Studium in Siegen war für mich sehr anspruchsvoll. Insgesamt habe ich über 40 Klausuren absolviert. Bei mindestens 20 Klausuren lag (und liegt bis heute noch) die Durchfallquote bei 50 %. Selten (2-3 Klausuren) gibt es auch Durchfallquoten von 70-80 %. Das führt dazu, dass man sich ziemlich anstrengen muss um durch die Klausuren zu kommen. Das ist für mich verständlich, denn dadurch werde ich ja selbst besser. Allerdings an einem Punkt habe ich ein Problem: Ich bin momentan relativ gut ausgebildet und diszipliniert. Verfüge aber über einen Abschluss mit der Gesamtnote 2,7 (was ich als schwach erachte), und komme auf den Arbeitsmarkt von einer Universität die nur wenige kennen, da sie in keinerlei Rankings auftaucht. Manchmal frage ich mich wozu diese Anstrengung wenn es überhaupt nicht erkannt wird.
Wenn ich mich bewerbe wird es noch schlimmer sein, denn ich werde auf dem Arbeitsmarkt mit Absolventen konkurrieren, die von RWTH Aachen, Uni-Bonn oder Uni-Köln stammen und überwiegend bessere Gesamtnoten nachweisen können. Der Kampf um einen Arbeitsplatz wird sicherlich schwer – das sehe ich jetzt schon.
Hätte ich in Siegen nicht einen Professor getroffen, der mein Mentor wurde und von dem ich unglaublich viel lerne, würde ich das Studium in Siegen als einen „totalen Schuss in den Ofen“ bezeichnen.
Ich werde wohl auf diesem einen positiven Ereignis meine Zukunft aufbauen müssen oder?
PS.: Frohe Ostern !
Maschi
Christopher ich denk nicht, dass du einen Fehler gemacht hast. Als jemand der noch an der RWTH Aachen studiert kann ich sagen, dass es hier super schwierig ist. Wenn du kein absoluter Überflieger bist, rächt sich das Studium mit einer langen Studienzeit und bescheidenen Noten. Ca. 80 % meiner Erstigruppe haben das Studium abgebrochen oder sind erst nach 7 Semestern an eine FH-gewechselt, weil Sie das Vordiplom nicht gepackt haben.
Die Klausuren hatten bei mir damals im ersten Semester alle Durchfallquoten von 80-95 % und es pendelte sich später auf ca. 60-70% ein. Bei jährlichen ca 1200 Studienanfängern kommen am Ende nur 300 Dipl.-Ing.s raus. Die Tortur würde ich mir auf keinen Fall nochmal geben :)
Schöne Grüße
Eman
“70,1 Prozent der Personalexperten sind der Meinung, dass Aachen die besten Nachwuchs-Maschinenbauer hervorbringt.”
Weil sie ein solches Ranking lesen oder – noch schlimmer – etwas über die Exzellenzinitiative, nicht weil die Absolventen ihrer Erfahrung nach besser sind. Wie soll ein Personaler wissen, ob die Studenten gut ausgebildet werden? Er verfügt doch weder über die Fachkompetenz, noch wird er Statistiken führen, welche Absolventen in seinem Unternehmen erfolgreicher sind.
Alles Unsinn.
Jochen Mai
@Eman: Ich fürchte, du weißt wenig über gutes Personalmanagement. Personaler können sehr wohl die fachliche Eignung eines Absolventen beurteilen – nicht zuletzt, weil Sie Rückmeldungen aus den Abteilungen bekommen und das tatsächlich bei der Definition von Zieluniversitäten berücksichtigen. Aber selbst wenn man deiner These folgen würde, wäre es schon ziemlich seltsam, dass mehr als 500 ahnungslose Personaler zu 70,1 Prozent derselben Meinung sind und das dann auch noch mit einem Ergebnis, das an der Realität vorbei ginge… Schöne Verschwörungstheorie. Leider aber noch viel größerer Unfug.