Website-Check-Test
Das Internet ist groß und tolerant. Manchmal vielleicht zu tolerant. Entsprechend tummeln sich dort viele Nepper, Schlepper, Bauernfänger, die Besucher in Abofallen locken, Kunden abzocken oder es schlicht auf Ihre Daten abgesehen haben, um diese weiter zu verkaufen. Wie Sie derlei unseriöse Webseiten erkennen, zeigt ihnen die folgende Checkliste...

Unseriöse Webseiten erkennen

Vorweg sei gesagt: Die folgenden Kriterien können Hinweise auf eine unseriöse Webseiten geben. Ein Beweis für unlautere Absichten des Webseiten-Betreibers sind sie nicht. Manche Seiten sind auch nur unsauber oder mit mangelnden Kenntnissen umgesetzt worden.

Dennoch gilt: Treffen mehrere der folgenden Warnsignale auf eine Seite zu, sollten Sie äußerste Vorsicht walten lassen, auf die Eingabe sensibler Daten verzichten und sich nach Alternativen umsehen...

  • Impressum

    Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum sollte Sie immer hellhörig werden lassen. Laut § 5 Telemediengesetz sind gewerbliche Anbieter verpflichtet, Namen und Anschrift sowie bei juristischen Personen zudem die Rechtsform im Impressum anzugeben. Als gewerblicher Anbieter gilt bereits, wer nur eine einzige bezahlte Anzeige auf seiner Website anzeigt. Wer also beim Impressum mehr verschleiert, als er enthüllt, will womöglich nicht identifiziert werden. Ein ausländischer Firmensitz ist zwar nicht zwingend ein Warnsignal, bei Reklamationen oder der Rücksendung von Waren kann das aber zu einem Problem werden.

  • Kontaktmöglichkeiten

    Ähnliches gilt für die angebotenen Kontaktmöglichkeiten, insbesondere bei Online-Shops. Sind diese deutlich sichtbar platziert? Ist unter der angegebenen Telefonnummer jemand erreichbar? Ist die E-Mail-Adresse noch aktiv und gibt es die angegebene Postanschrift überhaupt? Wenn Sie diese Fragen mit ja beantworten können, ist das ein gutes Zeichen. Ansonsten: nicht gut. E-Mail-Adressen von kostenlosen Anbietern können, müssen allerdings kein Warnzeichen sein.

  • AGB

    An lange, komplizierte allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) haben sich Kunden heute gewöhnt. Das mag zwar keine Begeisterung auslösen, lässt sich aufgrund zahlreicher rechtlicher Bestimmungen jedoch oft nicht vermeiden. Die AGB müssen allerdings vorhanden und auf der Webseite einsehbar sein. Ist das nicht der Fall, liegt der Verdacht nahe, dass der jeweilige Anbieter etwas zu verbergen hat.

    Widerrufsrecht

    Die Abtretung des Widerrufsrechts ist in Deutschland nicht zulässig. Sollte auf einer Webseite jedoch genau darauf hingewirkt werden, ist das ein sicheres Zeichen für einen unseriösen Anbieter. In diesem Fall sollten Sie die Seite verlassen und idealerweise auch andere Kunden davor warnen.


  • Textliche Gestaltung

    Auch die textliche Gestaltung einer Webseite kann ein Indiz für einen unseriösen Anbieter sein. Typische Werbetexte, die auch hervorragend auf einen Wochenmarkt passen würden, sollten Sie stutzig machen. Wenn vor lauter Sonderangeboten und Rabattaktionen die eigentliche Webseite in den Hintergrund tritt, ist das ebenfalls ein Warnsignal.

  • Werbung

    Werbebanner und Anzeigen sind grundsätzlich kein Problem, doch Pop-ups sind lästig und können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Klicken Sie ein entsprechend präpariertes Pop-up an, können Sie sich Schadsoftware auf Ihren Computer holen. Seriöse Seiten - wie die Karrierebibel - arbeiten daher nur mit Premium-Vermarkern zusammen.

  • Layout

    Auch Layout und Navigation können Hinweise auf einen unseriösen Anbieter geben. Seriöse Seiten bevorzugen ein klares und übersichtliches Layout und die Navigation ist in der Regel so angelegt, dass Sie sich schnell und weitgehend intuitiv auf der Webseite orientieren können. Ein wirres Design könnte auch bewusst dazu führen, dass Sie "aus Versehen" einen kostenpflichtigen Link klicken. Das Problem: Sowohl ein übersichtliches Layout als auch eine klare Navigation sind bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache und werden unterschiedlich wahrgenommen. Achten Sie daher vor allem auf Ihr Bauchgefühl.

  • Zahlungsarten

    Wenn Sie bei einem Online-Shop Zahlungsdaten eingeben sollen, muss das über eine sichere Verbindung geschehen. Diese erkennen Sie in der URL-Zeile Ihres Browsers: Dort sollte zu Beginn das Kürzel https stehen, in modernen Browsern wie Firefox, Chrome oder Safari wird zusätzlich ein Schlosssymbol eingeblendet. Auch ein Blick auf die angebotenen Zahlungsarten kann helfen: Wird als einzige Zahlungsmethode beispielsweise Vorauskasse genannt, sollten Sie die Finger von der Seite lassen. Die Eingabe persönlicher Daten sollte immer einem klar erkennbaren Zweck - beispielsweise einer Registrierung oder einem Zahlungsvorgang - dienen.

Unseriöse Webseiten erkennen: Bleiben Sie wachsam!

In der Praxis ist es oft gar nicht so schwer, unseriöse Webseiten zu erkennen. Das gilt zumindest für die schnell erstellten, nur auf Profit oder Datensammlung ausgerichteten Angebote. Es gibt jedoch Seiten, die auch nach gründlicher Prüfung einen vertrauenswürdigen Eindruck machen und dennoch unlautere Absichten verfolgen.

In diesen Fällen helfen Ihnen die Erfahrungen anderer Kunden weiter. Sollte es sich um ein unseriöses Angebot handeln, werden Sie schnell auf entsprechende Erfahrungsberichte und Beschwerden geprellter Kunden im Internet stoßen. Also im Zweifel wachsam bleiben und auch mal den Unternehmens- oder Produktnamen googeln...

[Bildnachweis: Karrierebibel]