Versicherung-Schutz-Assekuranz-Police
Schon geht's los: Kaum ist das Studium abgeschlossen und der erste Arbeitsvertrag unterschrieben, steigen schon die Kosten. Noch bevor das erste Gehalt überwiesen ist, müssen ein paar Versicherungen abgeschlossen werden. Doch halt! Jetzt bitte nichts überstürzen, auch wenn manche Makler drängeln. Nicht jede Versicherung ist für Berufsanfänger wirklich geeignet. Man kann sich auch überversichern. Daher haben wir im Folgenden eine kleine Versicherungsampel zusammengestellt: Grün - diese Policen sind unverzichtbar; Gelb - kann man gebrauchen, muss aber nicht sein; Rot - für Berufseinsteiger (noch) unnötig...

Die Versicherungsampel für Berufsanfänger

Versicherung-Berufsanfänger-TippsBevor Sie unsere Versicherungsampel durchgehen: Es gibt zwei Grundregeln, die Berufsanfänger vor dem Abschluss irgendeines Versicherungsschutzes stets beachten sollten...

  • Sichern Sie sich zuerst gegen existenzbedrohende Gefahren ab. Erst dann kommen der Luxus-Schutz.
  • Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, denn in den ersten Berufsjahren bietet Ihnen der kaum Schutz.

Private Vorsorge schadet nie, wenn man es damit nicht übertreibt. Allerdings geht es für Sie als Berufsanfänger zunächst nur darum, potenzielle und schwerwiegende Risiken abzusichern. Mehr lässt das Portemonnaie bei den meisten auch nicht zu. Nur wenn dann noch Geld übrig hat, kann sich auch Gedanken über mögliche Finanzpolster oder die Altersversorge machen. Das hat später aber auch noch Zeit.

Und bevor Sie irgendeinen Vertrag unterschreiben: Vergleichen Sie gründlich! Nicht nur Preise, sondern vor allem auch Bedingungen, Deckungssummen, Ausnahmeklauseln. Insbesondere wenn Sie dabei auf die Hilfe eines (unabhängigen) Beraters zurückgreifen, muss der Ihnen ein Protokoll aushändigen, das bescheinigt, dass er Sie gemäß Ihrer Bedürfnisse beraten hat. Auch das unterschreiben Sie bitte erst, wenn Sie damit einverstanden sind.

Jetzt aber zu den Versicherungspolicen, die Jobeinsteiger wirklich brauchen - und welche nicht...

  • Krankenversicherung (unverzichtbar)

    Ampel-GrünSie ist gesetzlich sogar vorgeschrieben. Hier haben Azubis und Berufseinsteiger rund 14 nach Jobbeginn Zeit, eine günstige Kasse zu wählen. Vergleichen Sie dabei aber nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen. Es gibt durchaus kleine, aber individuell wichtige Unterschiede. Nach diesen 14 Tagen muss Sie der Arbeitgeber anmelden.

  • Private Haftpflicht (unverzichtbar)

    Ampel-GrünSie ist ein absolutes Must-Have und sichert einen ab, falls man anderen Schaden zufügt. Aus Versehen den Autolack des Nachbarn zerkrazt, mit dem Fahrrad eine Oma gerammt - die Haftpflicht springt bei Sach- und Personenschäden ein und kostet verhältnismäßig wenig - rund 40 Euro im Jahr. Noch günstiger ist es für Azubis: Die sind meist noch über die Eltern mitversichert. Einfach mal bei deren Versicherung nachfragen! Für einzelne Berufe kann indes der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung etwa für Lehrer und Erzieher sinnvoll sein. Auch hier lohnt der Preis-Leistungs-Vergleich.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (nicht zwingend)

    Ampel-GelbGegen schwere Krankheiten oder Unfälle, die einen später an der Ausübung seines Berufs hindern, schützt einen diese Police. Gut: Für gesunde Berufsanfänger sind die Einstiegstarife noch niedrig. Und: Während der ersten fünf Jahre im Arbeitsleben haben Sie noch keinerlei Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, vorher müssen Sie mindestens 60 Monate lang Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Schlecht: Oft stecken in den Vericherungen fiese Klauseln, wonach man trotz Invalidität am Ende doch nichts bekommt - weil man den Beruf zur Not auch im Rollstuhl ausüben kann oder auch noch umschulen könnte. Hier also unbedingt das Kleingedruckte lesen.

  • Private Unfallversicherung (nicht zwingend)

    Ampel-GelbDie günstigere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) zahlt nur, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Hat man aber bei einem Freizeitunfall (wo er häufiger passiert) bleibende Schäden erlitten und muss beispielsweise sein Auto oder die Wohnung behindertengerecht umrüsten, greift diese Versicherung. Auch bei Umschulungen auf einen anderen Beruf. Nur eine Art Rente zahlt diese nicht.

  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung (nicht zwingend)

    Ampel-GelbHaben Sie einen Hund (oder eine anderes potenziell gefährliches Tier)? Dann sparen Sie besser nicht an dieser Police. In einigen Bundesländern (zum Beispiel Niedersachsen) ist sie sogar Pflicht. Denn auch wenn Hasso nur spielen will - beißt der wirklich einmal übel zu oder bringt den Jogger zu Fall, kann das teuer werden.

  • Hausratversicherung (nicht zwingend).

    Ampel-GelbWer parallel zum Berufseinstieg einen eigenen Haushalt gründet oder in eine WG zieht, kann hierüber seinen Hausstand versichern, also alle Möbel, Kleider, Computer und andere Wertgegenstände. Wichtig ist hierbei, die Versicherungssumme hoch genug zu wählen, dass alles abgesichert ist. Danach bemisst sich allerdings auch der Versicherungsbeitrag.

  • Lebensversicherung (unnötig).

    Ampel-RotNatürlich sollte man rechtzeitig ans Alter und die Rente denken. Aber diese Policen bringen heute kaum noch Zinsen. Und wer sie vorzeitig kündigen will, weil er etwa das Geld braucht, zahlt auch noch drauf. Als Geldanlage sind Lebensversicherungen heute keine gute Wahl. Auch wenn es risikoreicher klingt: Dann lieber sein Geld an der Börse und in soliden Aktien anlegen - und liegen lassen. Bringt mehr finanzielle Freiheit, erfordert allerdings auch etwas mehr Eigeninitiative.

  • Rechtsschutzversicherung (unnötig).

    Ampel-RotWenn Sie nicht gerade außergewöhnlich streitlustig sind, benötigen Sie diese Versicherung nicht. Zwar scheuen nicht wenige Anwalts- und Gerichtskosten. Oft lässt sich der Streit aber auch außergerichtlich beilegen (oder gar nicht erst hochkochen). Und ein Rechtsstreit mag zwar teuer werden, ist aber selten existenzbedrohlich. Wenn überhaupt kann der Verkehrs-Rechtsschutz sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn der Führerschein für Ihren Beruf existenziell ist. Auch hier lohnt aber der Vergleich. Der ADAC bietet dies beispielsweise neuen Mitgliedern im Paket an.

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