Ein Versprechen ist eine starke Form der mündlichen Abmachung. Wir sichern einem anderen Menschen - oder auch uns selbst - zu, dass wir etwas tun oder nicht tun werden. Beinahe täglich geben die meisten von uns diverse Versprechen ab: Kinder geloben das Zimmer aufzuräumen; Arbeitssuchende wollen noch heute mindestens zwei Bewerbungen schreiben; manch einer will endlich mit dem Sport beginnen... Allerdings werden auch viele Versprechen unbedacht gegeben, weil es sich nur um scheinbare Kleinigkeiten handelt. Oft bleibt es nur bei dem lapidaren Schwur. Manchmal jedoch geben wir unser Wort allzu leichtfertig - und schaden uns damit enorm. Etwas zu beteuern ist viel einfacher, als ein Versprechen halten zu können. Doch gerade das ist sehr wichtig...

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Versprechen halten: Ein Zeichen von Glaubwürdigkeit

Ein Versprechen ist schnell in die Welt hinaus geworfen. Na klar, ich kümmer mich darum. Versprochen. oder auch Ich versprech's dir, das kommt nicht mehr vor... Die Absichten mögen dabei anfangs oft noch vorhanden sein, doch je vorschneller sie gegeben werden, desto seltener werden Versprechen tatsächlich gehalten. Die deutsche Sprache hat gleich mehrere Synonyme für ein Versprechen parat, die alle gleichermaßen gehalten oder gebrochen werden können:

  • Ein Ehrenwort geben
  • Einen Eid leisten
  • schwören
  • zusichern
  • verpflichten
  • garantieren
  • Die Hand ins Feuer legen
  • verbürgen
  • beteuern

Dabei wird sich meist nicht viel gedacht. Ist ja nicht so schlimm, ein Versprechen nicht halten zu können. Dafür beim nächsten Mal wieder. Oder danach. Ihnen mag es nicht weiter schlimm vorkommen, andere hingegen sind von einem solchen Verhalten enttäuscht. Und noch schlimmer: Sie verlieren das Vertrauen.

Wenn Sie Ihre Versprechen nicht halten, haben Sie sehr schnell einen schlechten Ruf. Was auch immer Sie sagen oder in Zukunft versprechen hat kaum noch einen Wert. Statt sich auf Sie zu verlassen, wird es immer eine Absicherung geben. In privater Atmosphäre ist das bereits sehr ärgerlich und fühlt sich für Sie alles andere als gut an. Im Beruf wird es hingegen zu einem wirklichen Problem - das sogar Ihrer Karriere im Weg stehen kann.

Ihre Kollegen und vor allem Ihr Chef sollten sich darauf verlassen können, dass Absprachen eingehalten werden und Versprechen nicht einfach gebrochen werden. Geht das Vertrauen am Arbeitsplatz verloren, werden Sie keine Verantwortung mehr übernehmen können und der berufliche Aufstieg gerät ins Stocken. Und Versprechen zu brechen hat weitere Nachteile.

Wer regelmäßig seine Versprechen bricht...

  • macht sich unglaubwürdig.

    Kaum jemand wird an Ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln, wenn Sie ein Versprechen nicht einhalten konnten, dann aber glaubhaft begründen, was es Ihnen unmöglich gemacht hat, sich an die Abmachung zu halten.

    Kritisch wird es aber dann, wenn das zur Gewohnheit wird. Danach verlässt sich niemand mehr auf Ihre Aussagen und die Beziehungen - egal ob privat oder beruflich - leiden unter den nicht gehaltenen Versprechungen.

    Leider lässt sich Glaubwürdigkeit und einmal verlorenes Vertrauen nur schwer wieder herstellen, was in erster Linie Zeit, viel guten Willen und Handlungsbereitschaft erfordert.


  • wird mit ebenso wenig Respekt behandelt.

    Wenn Sie Ihre Versprechen gegenüber anderen nicht halten - und zwar wiederholt - dann brauchen Sie sich auch nicht darüber wundern, wenn es andersrum genauso gehandhabt wird. Warum sollte Ihnen gegenüber jemand sein Wort halten, wenn Sie Ihres in aller Regelmäßigkeit brechen?

    Ein Versprechen basiert auf Vertrauen und Respekt. Es ist eine mündliche Vereinbarung, auf die man sich gegenseitig verlassen können sollte. Zeigen Sie, dass der nötige Respekt fehlt, sind Sie damit selbst mitverantwortlich, wenn auch andere ihre Versprechen brechen.


  • glaubt selbst nicht mehr an sich.

    Nicht nur Ihr Umfeld wird Ihren Worten keinen Glauben mehr schenken, auch Sie selbst werden sich zunehmend belügen, wenn Sie Ihre Versprechen nicht einhalten. Die Gewissheit, immer wieder zu versagen und wortbrüchig zu sein, nagt zudem am Selbstbild.

    Die Folge: Betroffene gehen irgendwann davon aus, dass sie sowieso nicht schaffen können, was sie sich vorgenommen und zugesagt haben. Das Selbstvertrauen zerbröselt mit jedem weiteren Rückschlag.

Versprechen halten: Sprüche und Zitate

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  • Wer schnell ja sagt, hält selten sein Wort. Laotse
  • Die beste Möglichkeit, Wort zu halten, ist, es nicht zu geben. Napoleon Bonaparte
  • Wer sich in seinen Worten nicht bescheidet, wird kaum erfüllen, was er versprach. Konfuzius
  • Ein gegebenes Versprechen ist eine unbezahlte Schuld. William Shakespeare
  • Woran erkennt man aber deinen Ernst, wenn auf das Wort die Tat nicht folgt? Friedrich Schiller
  • Weder die Vernunft, noch die Schrift lehrt, daß man jedes gegebene Versprechen halten müsse. Baruch de Spinoza
  • Hat man dem Kinde etwas versprochen, so soll man es halten. Sonst lernt es lügen. Aus dem Talmud
  • Wir versprechen aus Hoffnung und wir halten aus Furcht. François de La Rochefoucauld

Warum werden Versprechen überhaupt gehalten?

Ein Versprechen ist nicht zwingend verbindlich - zumindest rein rechtlich betrachtet. Dennoch wird großer Wert auf die Einhaltung von Versprechen gelegt. Das gilt nicht nur für andere, sondern auch für uns selbst. Wer ein Versprechen nicht halten kann, fühlt sich oftmals schlecht oder bereut sein Verhalten manchmal sogar. Eine verbreitete Theorie sieht die Begründung dafür in den enttäuschten Erwartungen anderer Menschen.

Erwartet jemand etwas von uns, wollen wir dies erfüllen können und stehen deshalb zu unseren Zusicherungen. In einem Experiment am Max-Planck-Institut für Ökonokim konnte allerdings nachgewiesen werden, dass die Rolle der äußeren Erwartungen nicht so groß ist, wie bisher angenommen.

Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt - ein Teil wurde zum Diktator, ein anderer zum Empfänger. Der Diktator hatte die alleine Wahl und Entscheidung: Er konnte selbst 14 Euro nehmen und den Empfänger leer ausgehen lassen oder sich für das Teilen entscheiden, so dass beide jeweils 10 Euro erhalten. Haben die beiden Seiten sich vor der Rollenverteilung unterhalten, kam es in der Regel zu einem Versprechen, dass das Geld geteilt wird, ganz egal, wer zum Diktator ernannt wird.

Einige der Paarungen wurden im Anschluss aber neu gemischt. Die Empfänger wurden der Entscheidung eines anderen Diktators unterstellt, ohne dass sie dies mitbekommen haben. Den neuen Entscheidern wurde hingegen von den vorherigen Absprachen und Versprechungen berichtet. Und somit wussten sie auch um die Erwartungshaltung der Empfänger.

Das erstaunliche Ergebnis: Die Versprechen eines anderen und auch die Erwartungshaltung waren herzlich egal. Stattdessen wurde das Geld in die eigene Tasche gesteckt.

Die Forscher schließen daraus, dass es eben nicht die Erwartungen anderer sind, die dazu führen, dass wir Versprechen halten. Vielmehr ist es ein moralischer Wert, der seit der Kindheit anerzogen und gefestigt wird. Es bedeutet etwas, jemandem sein Wort zu geben und deshalb bemühen wir uns darum, dieses nicht zu brechen.

Diese Versprechen sollten Sie nie geben

Zugegeben, ob Sie ein Versprechen halten können oder es brechen werden, zeigt sich nicht immer sofort. Einige Versprechungen (etwa das Ehe- oder Treueversprechen) werden über einen langen Zeitraum gegeben, und es lässt sich vorher einfach nicht sagen, ob Sie sich immer an Ihr Wort halten werden. Immerhin: Der Wille dazu ist aktuell vorhanden...

Leichtfertig sollten Sie dennoch nicht damit umgehen, Motto: Daran erinnert sich später sowieso niemand mehr... Ein gefährlicher Trugschluss, denn gerade langfristige Versprechen haben meist einen tieferen Hintergrund - und richten umso mehr Schaden an, wenn sie gebrochen werden.

Bei einigen Versprechen sollten Sie daher besondere Vorsicht walten lassen und sie im Zweifelsfall erst gar nicht geben, jedenfalls nicht so...

  1. Ich verspreche, ich werde erfolgreich sein.

    Ein Schwur, der häufig sich selbst oder der Familie gegenüber gegeben wird. Auf der positiven Seite kann dieses Versprechen ein wahrer Motivationsquell sein. Klappt der Schritt auf der Karriereleiter aber nicht, ist der Frust umso größer.

    Versprechen Sie sich und anderen lieber, dass Sie Ihr Bestes geben werden. Auch dieser Vorsatz steigert die Motivation, wenn er ernst gemeint ist. Gleichzeitig behalten Sie es aber in der Hand, diesen zu erfüllen. Wie erfolgreich Sie werden, hängt von vielen äußeren Faktoren ab, die Sie nicht beeinflussen können - Ihr Engagement hingegen können Sie zusagen.


  2. Ich verspreche, immer für dich da zu sein.

    Ein romantisches Vorhaben, das in der Regel mit den besten Absichten gegeben wird. Doch was passiert, wenn eine plötzliche Krankheit, ein Unfall, die Verspätung eines Flugzeugs oder auch nur eine gesperrte Autobahn dafür sorgen, dass Sie das Versprechen nicht halten können? Und mal ehrlich: Was ist mit Ihren Bedürfnissen? Was wenn beide Ansprüche zeitgleich miteinander kollidieren?

    Natürlich ist es nobel, Selbstlosigkeit zu praktizieren. Es kann aber auch in die Selbstverleugnung und Ausbeutung führen. Der Mittelweg ist hier tatsächlich die bessere Alternative - er macht das Versprechen aber zuweilen unmöglich einzuhalten. Heißt: Wir können zwar versuchen, für unsere Lieben da zu sein - eine Garantie dafür gibt es aber nicht.


  3. Ich verspreche, mich zu bessern.

    Keine Frage, der Wunsch ist ein Schritt in die richtige Richtung: Wir ergreifen die Initiative und arbeiten an uns und unserer Persönlichkeitsentwicklung.

    Allerdings gilt es hier genau hinzusehen, wem Sie das Versprechen geben und wer definiert, was "besser" ist. Letztlich geben Sie auch hierbei die Kontrolle aus der Hand, wenn ein anderer misst, ob Sie besser geworden sind oder nicht. Das kann in ein Hamsterrad führen. Muss es aber nicht, solange Sie dieses hehre Ziel selbst definieren und auch selbst erreichen wollen. Aber eben nur dann.

Gründe, um ein Versprechen zu brechen

Versprechen halten Sprüche Synonym brechen GründeEs kann immer einmal vorkommen, dass Sie ein Versprechen nicht halten können. Dies sollten allerdings die Ausnahmen sein - und Sie sollten eine gute Erklärung dafür parat haben, die anderen verständlich macht, wieso Sie Ihr Wort nicht halten konnten und ein gegebenes Versprechen gebrochen haben.

Diese Gründe sind selten, kommen aber durchaus vor:

  • Sie haben sich selbst viel zu viel zugemutet.

    Versprechen sollten eigentlich nicht vorschnell gegeben werden, in der Praxis kommt aber genau das häufig vor. Wir sagen etwas zu und stellen erst im Nachhinein fest, dass wir gar keine Zeit und Kapazitäten haben, alle Aufgaben, die wir versprochen haben zu erledigen, auch wirklich zu schaffen. Ehrlichkeit ist die beste Lösung, sobald Ihnen dies klar wird. Oft stoßen Sie dann auf Verständnis, statt auf Ärger.


  • Es ist besser, wenn Sie das Versprechen nicht halten.

    Was widersprüchlich klingt ist tatsächlich ein sinnvoller Grund, ein Versprechen zu brechen. Haben Sie einem Freund beispielsweise enthusiastisch versprochen, dass Sie sein gesamtes Bad neu fliesen und gleich noch das Wohnzimmer renovieren, aber weder das eine, noch das andere überhaupt können, sind alle besser bedient, wenn Sie Ihr Versprechen nicht halten.


  • Die Lage hat sich geändert.

    Wenn sich die Ausgangssituation grundsätzlich geändert hat, kann dies ein Grund dafür sein, ein Versprechen zu brechen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie nach dem Versprechen neue Informationen erhalten und sich der Sachverhalt in einem ganz neuen Licht darstellt.

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