In Unternehmen gibt es eigentlich immer zu wenig Vertrauen. Die meisten Führungskräfte halten oft nur einen für vertrauenswürdig: sich selbst. Das ist schade. Dumm ist es auch. Denn Vertrauen erleichtert das Leben ungemein. Es senkt zum Beispiel Kosten – für Kontrollen und Permaüberwachung. Die meisten von Ihnen kennen das in Form von Zeiterfassungssystemen, E-Mail-Stichproben, Blockieren von Webseiten, Einhalten von Dienstwegen, Entscheidungsfindungsprozessen, Zielvereinbarungen. Sowas. Vertrauen verbessert aber auch das Betriebsklima. Es ist eine subtile Form des Lobes: Es motiviert, vergrößert Spielräume, macht somit mutig und fördert sogar noch Kreativität.

Dummerweise ist die Dosis entscheidend. Zu viel Vertrauen – und es fördert seinen eigenen Missbrauch, was teuer werden kann. Zu wenig – und es kostet ebenfalls. Siehe oben. Ein Dilemma offenbar.

Und nicht mal der einzige Haken am Vertrauen: In der Regel fällt es erst auf, wenn es fehlt. Umgekehrt kann man es weder bilden, noch fordern, geschweige denn kontrollieren. Es entsteht. Und zwar immer dann, wenn es eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts, der Freiheit und der Toleranz gegenüber Fehlern und Andersdenkenden gibt. Wer Fehler machen kann, ohne dafür verhöhnt oder bestraft zu werden, wagt auch mal was. Nur wer die Offenheit herstellt, Vertrauen im Zweifel auch zu missbrauchen, der schafft es. Sogar im doppelten Wortsinn. Oder, um bei Wortspielen zu bleiben: Manager müssen ihrem eigenen Vertrauen vertrauen.