Authentisch sein, vertrauensvoll, glaubwürdig – das sind Eigenschaften, die Manager sich heute gerne zuschreiben, in Krisenzeiten vielleicht noch etwas mehr. Davon zu reden, erhöht aber nicht das Vertrauen der Mitarbeiter, es steigert auch nicht die Glaubwürdigkeit. Im Gegenteil: Worte sind billig, wer sie zu oft verwendet ohne Taten folgen zu lassen, schürt nur den Verdacht eine Nebelkerzenwerfer zu sein, jemand, der das eine sagt, um zu verschleiern, dass er das andere tut.

Im Leadership-Blog von George Ambler habe ich eine schöne Liste gefunden mit Verhaltensweisen, wie Sie das Vertrauen anderer erschüttern, wenn nicht gar zerstören können. Verstehen Sie diese Aufzählung ruhig als Checkliste. Wer mehr als fünf Punkte ankreuzen könnte, ist auf dem besten Weg Vertrauen zu verspielen:

  • Sie halten sich nicht an Abmachungen, Arrangements, Versprechen.
  • Sie kümmern sich zuerst um den eigenen Vorteil.
  • Sie vermeiden Kompromisse und maximieren nur den eigenen Profit.
  • Sie wollen alles und immer kontrollieren statt zu delegieren.
  • Ihre Worte und Taten widersprechen sich offensichtlich.
  • Sie verschweigen wichtige Informationen gegenüber Kollegen.
  • Sie belügen Ihr Umfeld.
  • Sie suchen die Schuld vornehmlich bei anderen – und bezichtigen sie öffentlich.
  • Sie kritisieren öfter als Sie loben. Konstruktives Feedback ist bei Ihnen rar.
  • Sie setzen sich über Vertraulichkeiten hinweg und beteiligen sich am Flurfunk.
  • Sie treffen einsame Entscheidungen und erlauben niemand Ihnen dabei zu helfen.
  • Sie spielen die Stärken und Talente andere herunter (um selber besser dazustehen).
  • Sie versäumen es andere zu fördern oder bei ihrer Entwicklung zu unterstützen.
  • Sie fragen nie um Rat oder Hilfe.
  • Sie sind eine Maschine, Privates im Job klammern Sie völlig aus (auch Humor).
  • Sie empfinden jede Form von Kritik als persönlichen Angriff (und schlagen entsprechend zurück).
  • Sie versuchen aufkommende Diskussionen, die Ihr Wirken schmälern könnten, im Keim zu ersticken.
  • Sie versuchen Konflikte aller Art zu vermeiden oder herunterzuspielen.
  • Sie nutzen Meetings vor allem als Bühne zur Selbstdarstellung.
  • Sie schmieden hinterrücks Allianzen und Intrigen mit anderen Teams und Kollegen.
  • Der Rechtsstaatgrundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ ist Ihnen fremd.
  • Sie entschuldigen sich nie für Fehler, Missverständnisse oder schlechtes Benehmen.