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Älterwerden benötigt eine Menge Kraft. Klar, das passiert zwar von ganz alleine, aber nicht immer hat das etwas mit Würde und Weisheit zu tun. Wenn der Körper noch fit ist, der Kopf aber nicht mehr, wird das Alter bald zur Last. Die Arbeit geht langsamer von der Hand, das Gedächtnis weist Lücken auf und Dinge müssen öfter wiederholt werden. Eine neue Studie will jetzt einen verlässlichen Weg gefunden haben, den geistigen Verfall zu verlangsamen: Viedospiele...

Videospiele helfen gegen geistigen Verfall

Das zumindest behaupten Wissenschaftler der Universität von Iowa um Fredric Wolinsky. Konkret: Ältere Menschen, die zehn Stunden lang Videospiele gespielt hatten, konnten ihre kognitiven Fähigkeiten soweit verbessern, dass sie wieder das Leistungsniveau eines drei Jahre jüngeren Menschen erreichten.

Wann setzt der geistige Abbau ein?

Schon seit Jahren beschäftigen sich Forscher mit der Frage, wann wir geistig altern und wie sich dieser Prozess stoppen oder zumindest verlangsamen lässt. Die Ergebnisse dazu fallen recht unterschiedlich aus. Einige Studien zeigen, dass das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Problemlösungskompetenzen bei Menschen mittleren Alters allmählich abnehmen. Andere Wissenschaftler behaupten, dass der Verlust dieser Fähigkeiten bereits ab einem Alter von 28 Jahren einsetzt.

Unbestritten aber ist, dass es passiert. Und an der Stelle kommen nun ausgerechnet Computerspiele ins Spiel...

Daddeln für mehr Geisteskraft

Wolinsky und seine Kollegen teilten 681 Personen in vier Gruppen ein, die jeweils noch einmal getrennt wurden in Probanden von 50 bis 64 Jahren und in Probanden, die über 65 Jahre waren. Der einen Gruppe wurden elektronische Kreuzworträtsel zum Lösen gegeben, die anderen sollten ein bisschen mit dem Videospiel "Road Tour" daddeln.

Dabei geht es - kurz gesagt - darum, unterschiedliche Fahrzeugtypen zu identifizieren. Dabei stehen jeweils vier Optionen zur Auswahl, allerdings gibt es mit ansteigendem Level mehr Ablenkungen, um es den Spielern immer schwerer zu machen. Ziel ist also, die mentale Geschwindigkeit und Agilität bei zunehmenden Störquellen zu trainieren.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Jene Gruppen, die das Spiel mindestens zehn Stunden gespielt hatten, egal ob zu Hause oder im Labor der Universität, konnten ihre kognitiven Fähigkeiten deutlich verbessern. Schon nach zehn Stunden entsprach ihr geistiges Leistungsvermögen dem eines drei Jahre jüngeren Menschen. Probanden, die vier zusätzliche Stunden mit dem Spiel trainierten, waren sogar vier Jahre geistig fitter.

Oder anders gesagt: Der Rückgang der kognitiven Fähigkeiten konnte damit nicht nur verhindert werden, im Gegenteil: Die Geisteskraft nahm sogar wieder zu.

Zugegeben, ähnliche Studie gab es schon vorher, an einigen war auch Wolinsky beteiligt. Genau aus dem Grund fügte er in sein aktuelles Experiment die Kontrollgruppe der Kreuzworträtsellöser ein.

Resultat: Jene Probanden, die das Videospiel gespielt hatten, schnitten in anschließenden Tests jedes Mal deutlich besser ab als diejenigen, die die Kreuzworträtsel gelöst hatten - sowohl bei Konzentration, Lösungsgeschwindigkeit oder Informationsverarbeitung. Die Unterschiede in Altersjahren ausgedrückt reichten von eineinhalb bis fast sieben Jahren im Vergleich zu gleichaltrigen Menschen.

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[Bildnachweis: Dejan Stanic Micko by Shutterstock.com]