Wer viel und lange reist, kann was erleben. Manchmal erlebt er aber auch nur sein blaues Wunder. Vor allem, wenn der Langstreckenflug nicht gründlich vorbereitet wird. Worauf Vielflieger achten sollten, damit Meilen und mehr nicht zur Bruchlandung führen:

  • Abschalten. Damit sie an Bord besser entspannen, sollten sie folgende Utensilien ins Handgepäck packen: Ohrenstöpsel oder entsprechende Kopfhörer samt MP3-Player; eine dunkle Sonnenbrille oder eine Schlafmaske; einen Wollpulli oder eine leichte Decke. Gerade an Fensterplätzen wird es auf Langstrecken gerne mal kalt und ungemütlich. Die Decke sorgt dann für ausreichend Kuschelatmosphäre. Und als kleine Einschlafhilfe – ob nun im Flieger oder später im Hotel – empfehlen Profis ein Stück Heimat mitzunehmen, etwa in Form eines Kopfkissens. Darin stecken genug eigene Dufthormone, die beruhigen und dem Körper signalisieren: Alles so wie immer.
  • Feuchtigkeit Weil die Haut durch die Bordklimaanlage schnell austrocknet, fühlen sich viele hinterher verspannt oder sehen so aus als hätten sie die ganze Nacht durchgemacht (was auf Langstrecken ja durchaus der Fall sein kann). Die Alternative: Geben Sie ihrem Gesicht regelmäßig etwas Feuchtigkeit – zum Beispiel mit stillem Wasser, das an Bord ausgeschenkt wird. Das Mitführen von Sprühdosen im Handgepäck ist zwar inzwischen auf vielen Flügen verboten, ein Stofftaschentuch aber dürfen Sie mitnehmen. Das können Sie später mit dem Wasser befeuchten und über Ihr Gesicht tupfen.
  • Gesundheit. Wer länger als zwei Stunden am Stück fliegt, sollte sich zwischendurch bewegen. Weil das Blut in den Beinen an Bord schlechter zirkulieren kann, erhöht sich automatisch das Thromboserisiko. Dagegen helfen spezielle Thrombosestrümpfe. Die sind aber unbequem und hässlich. Einige Vielflieger schwören deshalb auf Aspirin, das sie vor dem Flug einnehmen. Das Schmerzmittel verdünnt das Blut und soll so ebenfalls vor Thrombose schützen. Was zudem hilft: aufstehen und durch den Gang laufen, ein bisschen dehnen und strecken geht aber auch. Eine klassische Übung: Schuhe aus und Füße abwechselnd auf Zehen oder Ferse stellen.
  • Jetlag Gegen Jetlag hilft vor allem Schlaf. Wer kann, sollte auf Langstrecken Nachtflüge buchen oder mindestens einen Tag früher anreisen. So hat der Körper Zeit, sich an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Wer nach Westen fliegt, bleibt indes idealerweise wach. Durch den Flug verlängert sich der Tag. Deshalb ist man zwar am ersten Abend besonders groggy, die Ausdauer wird aber meist schon am nächsten Morgen durch natürliche Zeitumstellung belohnt. Wer an Bord schon vorschläft, findet dagegen kaum in den neuen Rhythmus. Bei Flügen gen Osten wiederum ist es genau umgekehrt und Schlafen die bessere Alternative. Was ebenfalls hilft, sich schnell an die neue Zeitrechnung zu gewöhnen: viel Tageslicht. Sonnenstrahlen am Zielort aktivieren die Ausschüttung aufmunternder Hormone.
  • Kleidung Wählen Sie für die Reise ein möglichst bequemes und knitterfreies Outfit, etwa Wolle oder Stoffe mit eingewebten Stretchfäden. Knitterfalten im Anzug können Sie später immer noch mit einem einfach Trick beseitigen: Im Hotel die Dusche unter Heißdampf setzen und den Anzug wenige Minuten in den Nebel hängen.
  • Platzwahl Vermeiden Sie auf Langstrecken möglichst den Mittelplatz. Erstens, weil Sie dort am wenigsten Platz haben; zweitens, weil Sie nicht durchschlafen können, falls Ihr Nachbar am Fenster ständig auf die Toilette muss. Für Reisende, die an Bord schlafen wollen, empfiehlt sich deshalb der Fensterplatz. Wer dagegen lieber mal auf und ab geht oder eine schwache Blase hat, sollte den Gangplatz wählen. Die Sitze vor dem Notausgang bieten übrigens die meiste Beinfreiheit. Nachteil: Das wissen inzwischen viele, so dass diese Plätze als erste weg sind.
  • Sicherheit Bewahren Sie Bargeld, Kreditkarten und Ausweise stets in getrennten Taschen auf. Falls Sie bestohlen werden, bleiben Sie so flüssig und können sich obendrein gegenüber Behörden ausweisen (was im Ausland oft wichtiger ist!). Und nicht vergessen: Notieren Sie sich vorher die wichtigsten Notfallnummern, um Ihre Konten, Karten oder das Handy zu sperren.
  • Trinken Trinken Sie auf Flügen das zwei- bis dreifache von dem, was Ihnen die Flugbegleiter üblicherweise anbieten. Faustregel: Pro Flugstunde ein Viertel Liter Wasser. Bitte keinen Alkohol und auch keinen Kaffee (bzw. koffeinhaltige Getränke)! Alkohol senkt die Sauerstoffsättigung des Blutes, Koffein entzieht dem Körper Flüssigkeit. Effekt: Bei Ankunft fühlen Sie sich schlapp oder bekommen Kopfschmerzen. Wasser und Säfte löschen den durst genauso und machen fitter.