Nachdem wir in unserer Serie zu Bewerbungsmustern schon ausführlich geschrieben haben, wie Sie Ihre Bewerbung optimieren können, geht es heute um den Lebenslauf. Zu dem wir am Ende des Artikels auch noch drei kostenlose Vorlagen an, die Sie als Muster für Ihre Bewerbung verwenden können – nur bitte nicht Eins zu Eins übernehmen! Denn schließlich soll Ihre Berufsbiografie höchst individuell bleiben und Ihre Bewerbung so ergänzen, dass der von Ihrer Motivation bereits begeisterte Personaler hinterher restlos davon überzeugt wird: Sie sind der perfekte Kandidat für den Job!

Das bedeutet natürlich, dass Sie den Lebenslauf wirklich auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten haben. Wer glaubt, mit einem Lebenslauf für alle Bewerbungen auszukommen, scheitert oft trotz überzeugendem Anschreiben. Denn er zeigt damit Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit.

Üblich ist heute fast durchgehend der computergeschriebene, tabellarische Lebenslauf, der die Stationen Ihres (Berufs-)Lebens in Stichpunkten wiedergibt. Der ausführliche, handgeschriebene Lebenslauf wird nur noch verlangt, wenn Sie sich beispielsweise bei der Polizei bewerben. Dort glaubt man, aus Ihrer Handschrift Rückschlüsse auf ihren Charakter ziehen zu können.

Was gehört in den Lebenslauf?

Der Lebenslauf listet die Stationen Ihres Lebens auf, die für Ihre berufliche Entwicklung relevant sind. Und zwar lückenlos! Kleinere Pausen bis drei Monate mögen gerade noch durchgehen, längere unerklärliche Passagen werden garantiert gegen Sie ausgelegt. Nennen sollten Sie daher:

  • biografische Daten
  • beruflichen Stationen
  • schulische und berufliche Ausbildung
  • Fort- und Weiterbildungen
  • ehrenamtliches Engagement, sofern Sie dort relevante Qualifiktionen erworben haben
  • Sprach- und EDV-Kentnisse, wenn diese von Bedeutung sind
  • berufswichtige Bescheinigungen (Schweißerpass, Staplerschein, Ausbildereignung…)

Nicht mehr unbedingt erforderlich ist das Bewerbungsfoto. Zwar fällt man damit noch aus dem Rahmen, riskiert aber auch nicht aufgrund optischer Vor- oder Nachteile vorzeitig aussortiert zu werden. Die Nennung Ihrer Hobbies sparen Sie sich dafür bitte – ebenso Angaben zu Religionszugehörigkeit (die ist nur bei kirchlichen Einrichtungen gefordert), Parteimitgliedschaft und Ihre Verwandten.

Nennen Sie bitte bei jedem Punkt Ihrer Biografie alle Tätigkeitsinhalte und erworbenen Fertigkeiten, die Sie auch in der neuen Stelle nutzen können. Betonen Sie die Dinge, die nicht berufsüblich, mithin also Zusatzqualifikationen sind. Selbstverständlich auch alle Erfolge, die Sie Ihrem Arbeitgeber beschert haben, Verantwortung, die Sie übernommen haben und alles, was Sie besonders auszeichnet. Das Übrige lassen Sie einfach weg.

Wie wird der Lebenslauf aufgebaut?

Der Lebenslauf präsentiert die Stationen Ihres Berufslebens tabellarisch, also in übersichtlichen Stichpunkten, die dem Leser eine einfache Orientierung ermöglichen. Bei der Sortierung haben Sie zunächst einmal zwei Möglichkeiten:

  • Thematisch: Die thematische Gliederung sortiert die Einträge nach Rubriken wie “Berufserfahrung” oder “Kenntnisse”.
  • Chronologisch: Die chronologische Anordnung reiht die Stationen in ihrer zeitlichen Abfolge aneinander.

Üblicherweise gliedert man einen Lebenslauf zuerst thematisch und reiht die einzelnen Stationen des Abschnitts in zeitlicher Abfolge ein. Die rein chronologische Gliederung empfiehlt sich nur, wenn entweder erst ganz wenige Stationen vorhanden sind. Oder wenn sich durch eine Abfolge von Ausbildungen, Berufstätigkeit und Spezialisierungen ein roter Faden zieht, der bei der thematischen Anordnung verloren ginge. Die rein thematische Gliederung ist ein Profil.

Bleibt noch die Reihenfolge: Wie ordnen Sie die jeweiligen Einträge an?

  • Aufsteigend: Die klassische “deutsche” Gliederung beginnt mit dem jeweils ältesten Eintrag jeder Rubrik und setzt die Reihe bis zum aktuellsten Datum fort.
  • Absteigend: Der “amerikanische” Aufbau präsentiert oben in jeder Rubrik den jeweils aktuellsten Eintrag und führt die Reihe bis zum ältesten Aufzählungspunkt weiter.

Die aufsteigende Gliederung ist den meisten Personalern hierzulande vertrauter, weil es das Leben in seiner natürlichen Folge wiedergibt. Die absteigende Anordnung präsentiert dafür übersichtlich den jeweils aktuellsten Stand des Kandidaten – sie hat mehr Dramaturgie und ist daher auch spannender zu lesen. Deswegen gilt ihr auch meine Empfehlung. Ausnahme: konservative Branchen wie etwa das Handwerk. Dort bleiben sie bitte bei der “deutschen” Reihenfolge.

Deckblatt, Profil, dritte Seite – braucht’s die wirklich?

Viele Bewerbungsratgeber benennen Elemente, mit denen man den Lebenslauf – vermeintlich – bereichern kann. Doch halten diese Ergänzungen, was Sie versprechen?

  • Profil: Ein Profil nennt Ihre Erfahrung, Kenntnisse und Erfolge – allerdings ohne chronologische Ordnung. Es bildet sozusagen die Essenz Ihrer Laufbahn ab. Empfehlenswert anstelle eines Lebenslaufs – beispielsweise bei einer Initiativbewerbung. Oder als Zusammenfassung langer Lebensläufe mit wiederkehrenden Elementen, um dem Personaler einen ersten Überblick über Ihre Qualitäten zu geben.
  • Deckblatt: Das Deckblatt ist der Titel der Bewerbungsmappe. Übliche Elemente sind Aussagen wie “Bewerbung als …” oder einfach “Bewerbungsunterlagen”, meistens ergänzt durch ein (größeres) Foto des Bewerbers. Soweit ganz hübsch. Aber überflüssig. Wenn Sie aus optischen Gründen ein Deckblatt verwenden wollen, ergänzen Sie es bitte um weitere Informationen. Etwa um Ihre biografischen Daten – oder ein Kurzprofil.
  • Dritte Seite: Die “Motivationsseite” gibt mehr Informationen zu Ihrer Person und Ihrer Motivation für die angestrebte Stelle. Und genau da liegt der Haken: Ihre Motivation gehört ins Anschreiben, die (notwendigen) persönlichen Informationen in den Lebenslauf. Wozu also noch eine Seite?

Am Besten fahren Sie, wenn Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: ein stimmiges, aussagekräftiges Anschreiben, einen auf die Stelle zugeschnittenen Lebenslauf ohne Zierrat und passende, erstklassige Zeugnisse. Alles Weitere bläht Mappen nur auf, ohne einen Mehrwert zu schaffen – und raubt dem Leser seine Zeit.

Tipps zum Erstellen

Zum Schluss noch ein paar Hinweise, wie Sie für jede Stelle einen passenden Lebenslauf schreiben können, der Ihre Qualifikation für die jeweilige Stelle auf den Punkt bringt – und damit Ihr Anschreiben optimal ergänzt:

  • Gestaltung: Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Sie Ihren Lebenslauf übersichtlich gliedern. Der Leser soll auf einen Blick erkennen können, ob und wie Sie für die angestrebte Stelle geeignet sind. Gliedern Sie Ihr Dokument, indem Sie am linken Rand die Daten der jeweiligen Berufsstationen und etwaige Unterüberschriften (Sprachen, EDV…) platzieren. Den Rest des jeweiligen Eintrags rücken Sie bitte ein. Gern dürfen Sie Firmenname, Berufstitel und Stellenbezeichnung als Abschnittstitel fetten. Die einzelnen Rubriken heben Sie bitte durch (größere) Überschriften und evtl. Linien hervor.
  • Umfang: Ihr Lebenslauf sollte in der Regel nicht länger als eine bis zwei Seiten sein. Falls er länger ausfällt, sollten Sie sich überlegen, ob wirklich alle aufgeführten Informationen wichtig sind. Meistens sind sie es nämlich nicht. Falls doch, sollten Sie ihm ein Profil voranstellen, das einen Überblick über Ihre Erfahrungen, Leistungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten gibt.
  • Inhalt: Der Lebenslauf nennt alles, was Sie für die angestrebte Stelle qualifiziert. Damit Sie nichts vergessen, sollten Sie sich einen Proto-Lebenslauf anlegen, der jede Station Ihres Lebens beschreibt. Seien Sie dabei bitte präzise: Mit Floskeln wie “alle anfallenden Tätigkeiten” kann außer Ihnen keiner etwas anfangen. Und vergessen Sie auch Ihr außerberufliches Engagement nicht. Schließlich erwirbt man dort oft genug Qualifikationen, die sich auch im Job nutzen können.
  • Passung: Diesen “Vater aller Lebensläufe” können Sie dann als Steinbruch für die jeweiligen Bewerbungsunterlagen nutzen. Markieren Sie, welche Inhalte Ihrer früheren Stationen sich mit den Anforderungen der Stellenbeschreibung decken. Diese verwenden Sie für Ihren aktuellen Lebenslauf und schneiden Sie auf die Anforderungen der Stellenanzeige zu. Alles Andere löschen Sie einfach.
  • Aktualität: Datieren Sie Ihren Lebenslauf, um seine Aktualität und seinen individuellen Zuschnitt zu zeigen. Wenn Sie Ihre Unterlagen in Papierform versenden, sollten Sie ihn außerdem unterschreiben.

Der Lebenslauf kommt dann an zweiter Stelle in Ihre Bewerbungsmappe. Ergänzt wird sie um (Arbeits-)Zeugnisse und Qualifikationsnachweise in der jeweils zeitlichen Reihenfolge. Ganz obenauf liegt das Anschreiben, wenn Sie Ihre Unterlagen per Post versenden. Bei einer Mail, versenden Sie das Anschreiben und packen den Rest in ein PDF, das Sie anhängen.

Drei Gratis-Lebenslaufvorlagen zum Herunterladen

Wie versprochen: Zum Schluss bekommen Sie hier noch drei PDF-Dateien mit Mustern für Beilagen zum Anschreiben. Die können Sie kostenlos herunterladen und für Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen anpassen:

Tabellarischer Lebenslauf, thematisch und chronologisch gegliedert Thematisch-chronologischer Lebenslauf (PDF)
Tabellarischer Lebenslauf, rein chronologisch gegliedert Rein chronologischer Lebenslauf (PDF)
Das Profil: ein rein thematischer Lebenslauf Profil (PDF)