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Fremdsprachenkenntnisse gehören heute zum Lebenslauf wie Apps zum Smartphone. Englisch ist dabei eigentlich das Mindeste. Besser, wer noch eine zweite Fremdsprache lesen, verstehen und sprechen kann. Wenn da nur nicht diese vielen Vokabeln wären... neue Substantive, unregelmäßige Verben, Konjunktionen - Hölle! Manche Menschen pauken, pauken und pauken, doch die neuen Vokabeln gehen einfach nicht in den Kopf, Satzbau und Grammatik bleiben leider viel zu deutsch, der Akzent genauso. Das kann mit genereller Sprachbegabung zu tun haben, es könnte aber auch an der Lerntechnik selbst liegen...

Vokabeltrainer: Wie lerne ich Vokabeln am effektivsten?

Der beste Weg, eine neue Sprache und deren Wörter zu lernen, sind Sprachreisen. Wenn man umgeben ist von Menschen, die nur ihre Sprache sprechen und man kaum ausweichen kann, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als in der Fremdsprache zu kommunizieren. Und je länger der Aufenthalt im Ausland dauert, umso besser.

Klar, nach zwei Wochen in Rio de Janeiro kommt keiner mit fließenden Portugiesisch-Kenntnissen zurück. Aber es gibt einem ein erstes Sprachgefühl für Klang, Aussprache und erste Satzfragmente. Darauf lässt sich aufbauen.

Ein simpler Trick zum Vokabellernen

Extra-Tipp-IconBeseitigen Sie beim Lernen alle Dinge, die Sie an Ihre Muttersprache erinnern: Gegenstände, Fotos, ja sogar Menschen, die uns an unsere Heimat (und damit unsere Muttersprache) erinnern, können beim Lernen einer Fremdsprache äußerst störend sein, so eine Studie des Sozialpsychologen Michael Morris von der Columbia Business School. Diese kulturellen Marker wirken wie Sprachanker: Sie sorgen dafür, dass wir uns gedanklich zu wenig aus unserem Kulturkreis entfernen – und entsprechend schwer mit der neuen Sprache tun.

Erfinden Sie eine Geschichte zur Vokabel

Es gibt aber noch einen weiteren Trick, um Vokabeln zu lernen: Denken Sie sich dazu eine Geschichte aus.

Es ist nunmal so, dass wir Worte nur dann memorieren, wenn wir sie häufig und aktiv benutzen. Dazu müssen wir aber wissen, was sie bedeuten. Eine einfache Übersetzung bietet unserem Gehirn aber zu wenig Erinnerungsanker. Eine lebhafte Geschichte oder Anekdote aber schon - und sei sie nur erfunden.

Die Technik funktioniert übrigens auch sonst im Alltag - zum Beispiel bei Namen oder Nummern - und ist eine klassische Memotechnik: Teilen Sie etwa die Ziffernfolge in Abschnitte ein, zu denen Sie sich Ihnen sehr präsente Begriffe merken. Die Nummer 3210072412 könnten Sie sich etwa so merken:

"3-2-1 Meins" ist der Ebay-Slogan, 007 der Code von James Bond, 2412 das Weihnachtsdatum. Statt 3210072412 merken Sie sich also nur: "Ebay, Bond, X-Mas". Oder eine abstruse Geschichte dazu: "Bei Ebay kauft James Bond die Geschenke für Weihnachten." Je absurder die Geschichte, desto besser der Memory-Effekt.

Im Fall der Vokabeln und Fremdwörtern können Sie sogar soweit gehen und sich an einzelne Gegenstände in der Wohnung kleine Merkzettel heften. Je bunter, desto besser. Denn auch diese Denkzettel im Wortsinn erinnern Sie immer wieder an die Alltagsgeschichten, die Sie mit diesen Gegenständen verbinden. So prägen sich die Vokabeln so unbewusst und viel leichter ein.

Lesen Sie Bücher in einer Fremdsprache

Extra-Tipp-IconSobald Sie einen gewissen Wortschatz aufgebaut haben, beginnen Sie möglichst Bücher in der Fremdsprache zu lesen. Der Trick ist letztlich derselbe wie oben beschrieben: Sie verknüpfen gedanklich eine Geschichte - und die prägt sich sofort besser ein.

Falls Ihr Wortschatz noch nicht für Romane ausreicht, genieren Sie sich nicht, mit Kinderbüchern zu beginnen. Die bieten einfache Geschichten in einfachen Worten - ideal, um erste Grundvokabeln zu büffeln.

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