Es gibt zahlreiche Stilmittel, einen Text zu strukturieren, zu formatieren und einzelne Passagen hervorzuheben: unterschiedliche Schriften und Schriftgrößen, Tabellen, Aufzählungszeichen, VERSALIEN, Kursiven, Fettungen. Kennen Sie. Können Sie aber vielleicht noch besser machen. Denn für all diese Stilelemente gilt: Sie sind in einem Text wie das Salz in der Suppe: Sie geben dem Ganzen die Würze. Aber zu viel davon, und man unterstellt dem Koch verliebt zu sein. Bestenfalls. Oder wie Paracelsus gesagt hätte: Die Dosis macht das Gift.

Wie für jedes Layout gilt auch hier: Versuchen Sie nicht, möglichst viel davon in einer Bewerbung, einem Anschreiben oder einem Lebenslauf unterzubringen.

Das wirkt irgendwann nur noch überfrachtet, durcheinander, bemüht. Konzentrieren Sie sich lieber auf maximal drei Stilmittel – und setzen Sie diese dafür umso gezielter ein. Also etwa nur zwei Schriften (eine für Überschriften, eine für den Lauftext), nur zwei Schriftgrößen und wenige Fettungen.

Warum ausgerechnet Fettungen?

Ganz einfach: Weil sie besonders schnell ins Auge springen und auffallen. So lassen sich damit beispielsweise in einem Lebenslauf besonders gut jene Daten hervorheben, nach denen Personaler als Erstes suchen:

  • … den Vor- und Nachnamen.
  • … Stichzeilen oder Zwischenüberschriften.
  • … bisherige Jobtitel.
  • … Beschäftigungszeiträume.
  • … bisherige Arbeitgeber.
  • … Abschlüsse und Titel.
  • … Hochschul- oder Ausbildernamen.
  • … Ausbildungsorte.
  • … frühest möglicher Jobbeginn.

Sie können es an diesem Text leicht selbst erkennen: Ähnlich wie in einem Lebenslauf haben Sie auch hier eine Aufzählung von Fakten. Und doch dürfte Ihnen beim Überfliegen des Artikels vor allem die gefettete Zwischenfrage oder das Stichwort in der Liste besonders aufgefallen sein.

Wohlgemerkt: Das heißt nicht, dass all die anderen Informationen in einem Bewerbungsanschreiben oder Lebenslauf unwichtig oder gar überflüssig wären. Sie strukturieren nur den Lesefluss, erleichtern die Aufnahme und schaffen unterschiedliche Informationsebenen. Hier noch ein Beispiel in einem US-Lebenslauf: PDF.

Halten Sie sich einfach vor Augen: Personaler nehmen sich zur ersten Durch- und Übersicht einer Bewerbung wenig Zeit. Die haben sie auch nicht, besonders wenn sie 500 davon auf einem Stapel liegen haben. Machen Sie es den Entscheidern also leicht, möglichst schnell das Wichtigste zu erfassen. Und sehen Sie dies auch als eine Art erste Arbeitsprobe von sich: Sie sind serviceorientiert, gehen sorgsam mit der Zeit anderer um und können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Klasse!