Morgen geht die Mühle wieder los: Montag. Eine neue Arbeitswoche beginnt und damit für viele auch die Pendelei zur Arbeit. Von den rund 36 Millionen Erwerbstätigen sind rund 30 Millionen Berufspendler, so das Statistische Bundesamt. 67 Prozent nutzten dabei vor allem ein Auto. Die meisten Pendler (52 Prozent) wohnen zwar nicht weiter als zehn Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt, rund 17 Prozent legen aber auch mehr als 25 Kilometer zurück, 5 Prozent sogar mehr als 50 Kilometer – pro Strecke.
Das ist eine lange Zeit, sei es im Auto oder in der Bahn. Und wer seine Mitmenschen (insbesondere in der Bahn) beobachtet, stellt fest, dass dort kaum noch eine(r) ohne Ohrstöpsel sitzt. Die Konversationen im Zug nehmen ab, dafür schallen aus iPods, MP3-Playern oder Handys R’n'B, Hiphop, Rock oder Hörbuch-Kapitel. Neuerdings sieht man sogar zunehmend mehr Menschen, die über ihre Handys oder Laptops auf der Bahnfahrt Filme schauen. Ich will das überhaupt nicht moralisch bewerten – das dürfen Sie in der Umfrage weiter unten. Dafür würde ich gerne einen kleinen Lauschangriff starten und Sie fragen: Was hören Sie eigentlich auf dem Weg zur Arbeit? Womit lenken Sie sich ab, entspannen oder inspirieren Sie sich? Nutzen Sie es zum Dösen oder Wachwerden? Hören Sie lieber Musik oder Radio? Sehen Sie lieber Filme oder lauschen Sie lieber Hörbüchern? Oder lesen Sie am Ende gar dieses Blog auf dem Weg zur Arbeit?



Frederick Spahn
Da ich jeden Tag mit dem Zug (leider nur RE) von Mannheim nach Frankfurt pendle (ca. 80km) habe ich genug Zeit um nahezu alles zu machen. Meistens startet die Fahrt mit einer Unterhaltung mit den Kollegen. Gibt es nichts mehr zu bereden, oder wollen diese dann Schlaf nachholen wird die Zeit genutzt um zu lesen. Eins kann ich im Zug aber nicht lesen: Bücher. Somit fällt meine Auswahl auf Zeitungen oder Zeitschriften. Falls noch nicht alle Feeds nach dem Frühstück gelesen wurden, wird das im Zug nachgeholt.
Nach dem Lesen, oder manchmal auch direkt nach der Unterhaltung stecke auch ich mir dann die Stöpsel ins Ohr. Was da dann raus kommt hängt zum einen von der Stimmung ab, aber auch davon, was grad neu ist. Generell wird aber die ganze musikalische Bandbreite ausgenutzt.
David Reisner
Zum Thema Beschallung allgemein ist zu sagen, dass diese in Summe (meiner Meinung nach) in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Ich kann dies allerdings nur aus meiner Erfahrung aus Schulzeiten (Zugfahrten) bewerten, und dies in Bezug auf Österreich.
Hier sieht man deutlich, dass sich Schüler aufgrund der Anforderungen relativ deutlich von dem bereits arbeitenden Teil unterscheiden. Auch bei Studenten ist dies zu beachten. D.h. wer noch “rasch” wichtige Dinge klären möchte (z.B. ob eine Prüfung ist), unterhält sich evtl. auch mit seinen Nachbarn.
Ein weiterer Faktor ist hier (so denke ich), der jeweilige Energielevel, meist ist man “früh” morgens doch noch nicht ganz wach und den Kaffee gibt es erst im Büro.
Ich selbst telefoniere am liebsten wenn ich unterwegs bin, um aktuelle Infos zu erhalten oder offene Fragen zu klären. Ipod/MP 3 Player nutze ich kaum. Laptop (zum Film schauen) ist meist zu kurz, außer man hat wirklich lange Fahrstrecken zurückzulegen.
Lesen (Zeitung) ist natürlich eine weitere gute Möglichkeit, dies ist aber nur möglich, wenn man nicht durch (lautstarke) Telefonate oder Diskussionen über beliebige Themen gestört wird. Die Selbstisolation ist sicher in gewissem Maß auch ein Selbstschutz, um nicht vor dem eigentlichen Arbeiten schon mit Informationen und Problemen anderer überladen zu sein.
Hans
Pendelstrecke: Berlin Frankfurt (Oder)
Je nach Grad meiner Müdigkeit höre ich Entspannungsmusik (wobei ich regelmäßig einschlafe) bis hin zu den neusten Alben aus dem alternativen Musiksegment (Hardcore, Emo, Indie, etc.) – seltener nehme ich mir ein paar Serienfolgen für den iPod Touch mit und noch seltener schaue ich auf dem Laptop die ein oder andere DVD. Meistens lese ich eher in Magazinen oder (anspruchslosen) Büchern oder schreibe am Laptop.
Franz Werner
Ich lese, Musik kann ich mit dem ganzen Hintergrundgeräuschen einfach nicht genießen.Zum Thema habe ich vor kurzem wo anders einen spannenden Weblog-Artikel gefunden: “Das merkwürdige Verhalten pendelnder Großstädter”
http://www.yauh.de/article/207/das-merkwuerdige-verhalten-pendelnder-grossstaedter
Ich denke, dass trifft das Dilemma vieler Pendler und erklärt auch, warum sie Musik hören, statt sich zu unterhalten.
Johannes Slotta
Ich persönlich nutze die Wege zur Arbeit, um Podcasts zu hören. Da sind die Nachrichten vom Vortag dabei (Tagesschau, Deutschlandradio), aber auch vieles, das ich unter “Unterhaltung” verbuchen würde. Finde ich einfach interessanter als Musik :-)
Das einzige, woran man sich gewöhnen muss, sind die seltsamen Gesichter der anderen Bahnfahrer, wenn einen ein Podcast zum Lachen bringt ;-)
Sarah Staß
Während ich noch die Strecke Köln – Düsseldorf per RE zurücklegen musste hab ich mir ebenfalls das Podcast hören angewohnt. Über den Anbieter myAudionews kann man sich am Morgen die wichtigsten Artikel aus FAZ, Handelsblatt und der Süddeutschen Zeitung von einer charmanten Stimme vorlesen lassen. Das ist auch auf dem Fahrrad noch super allerdings ist “Das Streiflicht” aus dem im vorringen Artikel beschriebenen Grund für die Umwelt und speziell den restlichen Verkehr etwas gewöhnungsbedürftig ;-)
Michael
Ich höre eigentlich immer Musik und lese gleichzeitig (Zeitschriften und Literatur, die mich nicht so fordert). Mein Hörbuch- und Podcast-Test ist total fehlgeschlagen, konnte mich nie genügend drauf konzentrieren. Meine Mitmenschen finde ich morgens in der Bahn (20 min, quer durch Hannover) eher anstrengend und möchte daher im Grunde auch nicht gestört werden. Einzige Ausnahmen sind nette Kollegen oder Freunde. Mit denen unterhalte ich natürlich, andere kann ich auch gut ignorieren.
roland
Schade, man kann gar nicht “Hörbücher” oder “Podcasts” angeben/ankreuzen! Das ist das, was ich zu 99% höre.
Jochen Mai
@Alle: Ich sage schon mal VIELEN DANK an alle, die bisher hier kommentiert haben. Die Aussagen decken sich ja weitgehend mit dem Umfrageergebnis. Und Roland: Sorry, die Umfrage sollte grundsätzlich werden und nicht so sehr ins Detail gehen. Aber dafür gibts ja die Kommentare…
Ivan Blatter
Mein Arbeitsweg zu Fuss dauert angenehme 20-25 Minuten. So habe ich Bewegung und bin voll wach, wenn ich im Büro bin (v.a. im Winter :-) ). Dazu höre ich ausschliesslich Hörbücher oder Podcasts, im Moment wieder die Podcasts von Steve Pavlina.
Sebastian Schneider
Meine Hauptbeschäftigung während meiner Fahrten zur und von der Arbeit (Zugstrecke: Herborn – Frankfurt/Main, ca. 1,5h) ist das Lesen. Meist sind es Romane, selten auch Lernmaterial. Dabei höre ich grundsätzlich Musik, meistens Sachen, die ich bereits in- und auswendig kenne, um mich abschotten zu können. Die Musik kann ich ausblenden und es dient mir mehr als Schutz vor dem Mithören der Gespräche anderer, da ich mich von diesen oftmals ablenken lasse.
Treffe ich aber Bekannte im Zug, so unterhalte ich mich dann lieber mit ihnen, als Musik zu hören und/oder zu lesen.
Tinkerbell
Als ich noch zwischen Kiel und Hamburg gependelt bin habe ich eigentlich immer gelesen. Zumeist Bücher, also pure Unterhaltung, keine Zietungen oder Fachliteratur.
Mittlerweile habe ich einen längeren Fußweg und nur eine kurze U-Bahnfahrt, also kein Lesen mehr. Je nach Stimmung höre ich dann die Musik auf meinem Handy, das brauch ich um wach zu werden und schlechter Laune vorzubeugen. :-)
oliverg
Also ich höre Audiopodcasts. Meist Radiosendungen von Deutschlandradio/DR Kultur uns S2 Kultur und und einige Alpha-Podcaster. (Auf dem weg zur Arbeit, im Zug bei Dienstreisen und beiom walken). Musik hat auf meinen MP3 Player nix zu suchen ;)
Podcasts sind meine Art, mich bei ‘nicht berufsbezogenen News’ up2date zu halten. also: Politik (V.a. Interviews und S2 Forum), Kultur/Wissenschaft und ein paar Prisen Bildung (S2 Aula, S2 Forum, Kalenderblatt).
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