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Voreingenommen: Ob privat oder im Job: Wir alle wollen fair behandelt werden. Es macht nicht nur wütend, sondern versetzt jede Zelle des Körpers in den Trotzstatus, wenn wir das Gefühl haben, ohne erkennbaren Grund kritisiert, ignoriert oder auf eine andere Art und Weise schlecht behandelt werden. Noch schlimmer ist es, wenn nur man selbst eine solche negative Sonderbehandlung bekommt. Ganz klar: Da scheint jemand was gegen einen persönlich zu haben. Das ist ärgerlich, kommt aber leider immer wieder vor - und man sollte auch sich selbst nicht gleich von jeder Schuld freisprechen. Mit einigen Kollegen und Zeitgenossen kommt man einfach nicht klar und ist ihnen gegenüber voreingenommen. Wir erklären, was es heißt, voreingenommen zu sein und haben einen Selbstest vorbereitet, in dem Sie herausfinden können, ob auch Sie Ihre Mitmenschen unterschiedlich und voreingenommen behandeln...

Voreingenommen: Was bedeutet es, voreingenommen zu sein?

Voreingenommen Definition Gegenteil Test SynonymEs ist leicht, jemanden als voreingenommen zu bezeichnen. Eine kleine Meinungsverschiedenheit kann bereits ausreichen und schon unterstellen wir, dass der andere unseren Argumenten gar keine Chance gegeben hat und einfach stur bleibt. Einen Dickkopf zu haben sollte jedoch nicht mit Voreingenommenheit verwechselt oder gleichgesetzt werden.

Aber was genau bedeutet es, voreingenommen zu sein? In den meisten Fällen heißt es, dass voreingenommene Menschen mit vorgefertigen Meinungen durch die Welt laufen. Anstatt sich selbst ein Bild zu machen und darüber eine eigene Auffassung zu erarbeiten, werden Klischees, Gerüchte oder auch aufgeschnappte Berichte und Informationen genutzt, um die eigene Einstellung zu formen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema findet dabei nicht statt. Die meist genutzten Synonyme sind befangen, parteiisch, vorurteilsvoll oder auch nicht neutral.

Ein klassisches Beispiel aus der Berufswelt: Ihre Abteilung erhält einen neuen Vorgesetzten, weil der Ex-Chef ins gehobene Management befördert wurde. Noch bevor dieser seinen ersten Tag hat, hören Sie von mehreren Kollegen, dass es sich um einen narzisstischen Mistkerl handelt, der seine Mitarbeiter ausnutzt, der unfreundlich ist, Überstunden für selbstverständlich hält und bereits in seinem letzten Team den Ruf eines Tyrannen hatte.

Wer auf das hört, was die anderen sagen, ist sofort voreingenommen. Der neue Chef erhält gar keine Chance, sondern wird von vornherein abgestempelt. Würden Sie sich hingegen Ihr eigenes Bild machen, könnten Sie feststellen, dass Sie eigentlich ganz gut mit ihm klar kommen und all die Gerüchte total übertrieben sind oder schlichtweg nicht stimmen. Dies zeigt auch gleich die Nachteile der Voreingenommenheit:

  • Sie verlassen sich nur auf andere.

    Sicher, manchmal haben die anderen auch recht, allerdings ist es sehr gewagt, sich immer nur darauf zu verlassen, dass andere die Wahrheit erzählen. Und selbst wenn das Gesagt stimmt: Menschen sind verschieden und vielleicht stimmen Sie nicht mit dem überein, was andere denken.

  • Sie sind manipulierbar.

    Spätestens wenn Ihr Umfeld merkt, wie sehr Sie sich von solchen Informationen beeinflussen lassen, laufen Sie Gefahr, dass andere Sie gezielt manipulieren. Wenn Sie voreingenommen sind, können Sie gegen andere ausgespielt werden, indem andere Ihnen etwas einreden.

  • Sie lernen nicht, sich eine eigene Meinung zu bilden.

    Es ist gar nicht so leicht, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch verteidigen zu können. Vor allem erfordert es Selbstbewusstsein und Übung. Sind Sie in jeder Hinsicht voreingenommen, erlernen Sie auch nie die Fähigkeit, sich eine eigenständige Meinung zu einem Thema zu bilden.

Trotz dieser Nachteile sind viele Menschen voreingenommen - selbst wenn man selbst dies nicht wahrhaben möchte. Auch das zeigt sich im obigen Beispiel: Ob Sie wollen oder nicht, haben Sie die Gerüchte und scheinbaren Informationen über den neuen Chef einmal gehört, schwirren diese im Hinterkopf herum und wollen erst einmal widerlegt werden.

Solche Dinge lassen sich eben nicht ungehört machen und so schnell gerät auch ein ansonsten unvoreingenommener Mensch in die Problematik der Vorurteile.

Voreingenommenheit stört die Gemeinschaft

Wir alle haben unsere Schubladen im Kopf, die das Denken erleichtern sollen. Alles wird in Kategorien wahrgenommen und zum bestehenden Bild hinzugefügt, dass wir ohnehin schon vorgefertigt und immer bereit im Hinterkopf haben. Was so nützlich klingt, birgt jedoch einige Gefahren, denn nicht jeder Mensch passt in eine Schublade und schon gar nicht möchte man sich in solch eine hineinstopfen lassen.

Voreingenommenheit basiert aber nicht ausschließlich auf Vorurteilen und Klischees, sondern kann auch direkt im Verhalten eines anderen Menschen begründet sein. Hat ein Kollege etwa bei einem gemeinsamen Projekt nicht mit Kompetenz und Engagement überzeugt, sondern fiel hauptsächlich durch seine ausgeprägte Faulheit und mangelnde Kenntnisse auf, werden die meisten Menschen ihm in Zukunft gleich anders begegnen. Gleiches gilt, wenn jemand einen dummen Spruch gemacht oder einen Kommentar geäußert hat, mit dem wir so gar nicht einverstanden waren. Auch wenn wir es nicht unbedingt wahrhaben wollen, sind wir in solchen Fällen für den weiteren Kontakt voreingenommen - auch dann, wenn die Betroffenen sich vielleicht nur einmal daneben benommen haben und sich nie wieder etwas zuschulden kommen lassen.

Das Problem: Der andere fühlt sich von nun an - ob zu Recht oder zu Unrecht - unfair behandelt und vielleicht sogar ausgeschlossen. Er versteht vielleicht gar nicht, warum Sie ihm so abweisend gegenübertreten, während Sie sich mit allen anderen gut verstehen und als nette Gesellschaft bekannt sind. Im schlimmsten Fall bricht an einem solchen Szenario die gesamte Gruppe auseinander, wenn sich unterschiedliche Lager bilden. Man selbst ist dabei aber natürlich nie schuld - oder vielleicht doch? In unserem Selbsttest können Sie herausfinden, wie voreingenommen Sie sind.

Sind Sie voreingenommen? Machen Sie den Test

Voreingenommen TestDer Selbsttest besteht aus insgesamt fünf Fragen.. Für die Antworten wird eine unterschiedliche Punktzahl vergeben. Bitte addieren Sie diese zusammen. Am Ende gelangen Sie anhand Ihrer Punktzahl zur Auswertung.

Wie immer an dieser Stelle unser Hinweis und die Bitte: Versuchen Sie die Fragen möglichst ehrlich zu beantworten und wählen Sie die Alternativen aus, die tatsächlich auf Sie und Ihre Situation zutreffen. Ziel ist es, eine möglichst realistische Einschätzung der eigenen Person zu bekommen und nicht ein ein besonders gutes Ergebnis zu erreichen.

  1. Sind Sie in der Lage, anderen Fehler und Fehltritte zu verzeihen?

    • Das kommt auf die Situation an. Hat sich jemand wirklich daneben benommen, fällt es mir recht schwer, anderen zu verzeihen. (2 P.)
    • Ehrlicherweise würde ich mich selbst eher als nachtragend bezeichnen. Ich halte es nicht jedem offen vor, doch ich weiß noch sehr genau, was passiert ist. (3 P.)
    • Ich hasse es, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Jeder hat mal einen schlechten Tag oder vergreift sich im Ton. Vergeben und vergessen... (1 P.)
  2. Haben Sie Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen? Beispielsweise Blondinen oder besonders junge Kollegen?

    • Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich zu Vorurteilen greife und Menschen vielleicht etwas vorschnell beurteile. (3 P.)
    • Ich bin stolz darauf sagen zu können, dass ich versuche, wirklich jedem Menschen völlig offen entgegenzutreten. Jeder bekommt von mir die gleiche Chance. (1 P.)
    • Ich glaube man kann sich nicht gänzlich dagegen wehren, aber ich versuche mich nicht von Vorurteilen beeinflussen zu lassen. (2 P.)
  3. Haben Sie ein starkes Gefühl, was richtig und was falsch ist?

    • Ja, aber ich möchte meine Vorstellungen anderen nicht aufzwingen. (1 P.)
    • Ja, bei einigen Dingen bin ich aber durchaus zu Kompromissen bereit und kann andere Meinungen akzeptieren. (2 P.)
    • Ja, ich habe eine klare Vorstellung davon, was mir wichtig ist und welche Werte und Eigenschaften ich von mir und anderen erwarte. (3 P.)
  4. Sehen Sie sich selbst häufig in Konkurrenz zu anderen und stellen Vergleiche auf?

    • Ich kann nur schlecht verlieren und sehe in allem einen direkten oder indirekten Wettbewerb. Wo es möglich ist, möchte ich besser sein als andere. (3 P.)
    • Mit meinen Kollegen sehe ich mich schon in Konkurrenz, aber im privaten Umfeld vergleiche ich mich nicht mit Freunden oder Familienmitgliedern. (2 P.)
    • Ich kann zwar Vorbilder als Inspiration nutzen, glaube aber nicht, dass es etwas bringt, sich selbst ständig nur mit anderen zu vergleichen. (1 P.)
  5. Lernen Sie schnell neue Leute kennen?

    • Neue Kontakte machen mir großen Spaß, ich mag unterschiedliche Menschen, gehe gerne auf andere zu und baue so recht schnell neue Bekanntschaften auf. (1 P.)
    • Ich habe mein persönlichen Freundeskreis und ein berufliches Netzwerk. Allerdings tue ich mich schwer damit, diese zu erweitern. (3 P.)
    • Schnell würde ich nicht unbedingt sagen, aber Probleme mit neuen Kontakten habe ich eigentlich auch nicht.(2 P.)

Sind Sie voreingenommen? Auswertung des Selbsttests

test-auswertung-iconWie viele Punkte haben Sie durch Ihre Antworten gesammelt? Hier finden Sie die entsprechenden Auflösungen!

  • 5 bis 8 Punkte: Voreingenommen? Für Sie höchstens ein Thema am Rande. Sie behandeln wirklich jeden gleich, ganz egal, ob sie ihn von Anfang an mögen oder er sich irgendwann mal einen Patzer Ihnen gegenüber erlaubt hat. Mit Ihrer Art machen Sie es jedem leicht, gut mit Ihnen zurecht zu kommen und Sie tragen allgemein zu einer positiven Atmosphäre bei - sei es im Job oder auch privat. Achten Sie aber darauf, sich nicht zu oft auf die Füße treten oder sogar ausnutzen zu lassen. Manchmal muss man lernen, Nein zu sagen.
  • 9 bis 12 Punkte: Sie sind im gesunden Mittelfeld gelandet. Sie sind nicht übermäßig voreingenommen, können sich aber durchaus eine Meinung über verschiedene Personen bilden, wenn diese Ihnen dafür einen Anlass geben. Lernen Sie zu unterscheiden, wann es angebracht ist, jemandem mit zusätzlicher Skepsis und Argwohn zu begegnen und wann mehr Offenheit gefragt ist - dann befinden Sie sich auf einem guten Weg.
  • 13 bis 15 Punkte: Ihre Antwort sprechen dafür, dass Sie sehr voreingenommen sind und es den Menschen in Ihrem Umfeld damit sehr schwer machen. Sie haben Vorurteile, feste Meinungen und Schubladen, von denen Sie nicht abweichen können. Ihre Lieblingskollegen und guten Freunde behandeln Sie besonders gut, können Sie jemanden nicht leiden, lassen Sie ihn das aber auch spüren. Versuchen Sie anderen offener zu begegnen, auch mal zu verzeihen oder Ihre Meinungen zu hinterfragen und zu überdenken.
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