Egal, wie Sie Ihr öffentliches Xing, Linkedin oder About.Me-Profil nutzen: Sie erzählen dabei immer eine Geschichte. Frei nach Watzlawicks Bonmot – man kann nicht nicht kommunizieren – können Sie auch nicht vermeiden, dass selbst eine Aneinanderreihung von Stichworten und Stationen etwas über Sie verrät. Manchen ist das egal. Das ist okay, läuft im Ergebnis aber auf eine Art Improvisationstheater hinaus: Da weiß man auch nie, ob überhaupt eines und welches Stück gespielt wird. Oder aber Sie werden zum Regisseur und Dramaturg Ihres Online-Profils…
Wohlgemerkt, bei der eigenen Biographie, Ihrer persönlichen Geschichte gibt es kein Richtig oder Falsch. Nur sollten Sie sich stets bewusst sein, dass Sie a) überhaupt eine Geschichte erzählen und diese b) bewusst gestalten. Nicht durch Fiktionen, sondern durch einen entsprechenden Aufbau; durch das, was Sie erzählen, und das, was Sie nicht erzählen, beziehungsweise weglassen.
In der Regel gelingt dies nicht auf Anhieb, sondern ist ein Prozess. Ein Broadway-Stück entsteht schließlich auch nicht an einem Tag. Deshalb gibt es dazu auch keine detaillierte Anleitung – dafür ist Ihre Biographie viel zu individuell. Und das soll sie ja auch bleiben, damit sie sich positiv hervortut. Aber es gibt ein paar Fragen, die Sie sich stellen können und die Ihnen helfen können, für Ihr virtuelles Skript einen guten Plot zu finden:
10 Orientierungsfragen für Ihr Online-Profil
- Welche Eigenschaften oder Fähigkeiten besitze ich, die mich auszeichnen?
- Wie würden mich meine Freunde einem Fremden beschreiben? Was würden sie betonen?
- Was waren die wichtigsten Erfahrungen in meinem (bisherigen) Leben? Wie haben Sie mich verändert? Was habe ich danach verändert?
- Was inspiriert mich? Wonach suche ich?
- Was ist mir wirklich wichtig – insbesondere beruflich?
- Wie habe ich meine Leidenschaften bisher beruflich genutzt?
- Welche Erfolge kann ich vorweisen?
- Wie sehen meine Pläne für die Zukunft aus?
- Was sind meine kurzfristigen und langfristigen Ziele?
- Wie habe ich vor meine Träume zu verwirklichen?
Verstehen Sie diese Fragen aber bitte nicht als Checkliste oder gar Steckbrief. Es geht nicht darum, alle Fragen öffentlich zu beantworten. Manches davon geht vielleicht auch keinen etwas an. Aber: Wenn Sie die Fragen für sich selbst beantworten können, schaffen Sie es auch, die entsprechende Geschichte dazu von sich in Ihrem Profil zu erzählen.
Wie Sie das machen – genau: Das ist und bleibt Ihnen selbst überlassen.
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tanja
Ich verstehe nicht wirklich, was der Autor mit diesem Artikel aussagen möchte.
Jochen Mai
Dass du in deinem öffentlichen Profil eine Aussage über dich machst (inbes. wenn du auf Jobsuche bist und gefunden werden willst). Diese Aussage sollte nicht nur eine Ansammlung von Stichwörtern oder Stationen sein, sondern eine Geschichte über dich erzählen – eine, die Lust macht, dich einzuladen oder gar einzustellen. Und die Fragen helfen dir dabei, diese Geschichte zu entwerfen.
tanja
Also wenn man schon auf seinem Profil irgendwelche Geschichten über sich erzählen soll, dann weiß ich auch nicht. Schließlich gibt es bei vielen Social Media Anbietern die Möglichkeit, sein stichworthaltiges Profil in einer Über-Mich-Seite zusammenzufassen. Sein komplettes Profil in Geschichtsform oder auch in schriftlicher Lebenslaufform zu verfassen, halte ich für kontraproduktiv.
Die meisten Personaler schauen nicht auf Geschichten, ihnen fehlt anhand der Masse der Bewerber einfach die Zeit dazu.
Ich finde, in erster Linie kann schon das Foto und auch das Layout des eigenen Profils eine positive oder negative Entscheidung erzwingen. Leider bieten die meisten Netzwerke lediglich ein vorgefertigtes Profil an, welches man nicht nach eigenen Kriterien verändern kann. Hier sollten die Betreiber der Internetseiten ansetzen. Schön wäre es, wenn man Hintergrundbilder, Schriftgröße + Farbe und den Aufbau des Profils ändern könnte. Bei Xing und Co. leider nicht machbar! Schade eigentlich!
Jochen Mai
Bitte genau lesen: Da steht nicht, dass du dein Profil in Geschichtsform niederschreiben sollst, sondern eine Geschichte erzählen! Die Form ist frei. Auch in Listenform lässt sich eine Geschichte erzählen – die Frage ist nur: Welche erzählst du? Hat sie eine Dramaturgie, ein Ziel, ein Plot? Oder liest sich dein Leben wie eine Reihe von Zufälligkeiten?