Obacht, wenn Sie gerade richtig gut drauf sind und dann noch eine Wahl treffen müssen! Denn wer positiv gestimmt ist, entscheidet in manchen Situationen allenfalls suboptimal. So jedenfalls das Ergebnis einer Untersuchung an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Danach sind Ältere von diesem Effekt jedoch stärker betroffen als Jüngere.

Untersucht wurden vor allem sogenannte sequenzielle Entscheidungen. Die kommen im Alltag recht häugfig vor – etwa beim Wohnungskauf oder bei der Jobsuche: Man bekommt nacheinander verschiedene Angebote, die man jeweils annehmen oder ablehnen kann. Lehnt man ab, steht das Angebot nicht mehr zur Verfügung.

Und bei eben diesen Entscheidungen hängt die Qualität der Wahl eng damit zusammen, wie viele Angebote vor der Wahl begutachtet werden. Dabei sind sowohl eine zu kurze als auch eine zu lange Suche probblematisch: Wer zu kurz sucht, riskiert das vielleicht beste Angebot danach zu verpassen; wer seine Wahl indes ewig aufschiebt, kann seine Chance ebenso verspielen, weil einem dann ein anderer zuvor kommt.

Die Baseler Forscher fragten sich nun, wie sowohl ältere als auch jüngere Erwachsene (die meisten mit einem Universitätsabschluss) solche sequenziellen Entscheidungen treffen. Zudem mussten die 64 Probanden über ihre aktuelle Stimmungslage Auskunft geben. Danach wurden Sie am Computer vor diverse Entscheidungen gestellt. Etwa aus 60 verschiedenen Produkte – vom Flachbildschirm über Rasenmäher bis zum Kühlschrank – das jeweils günstigste Angebot zu finden. Bei jedem Angebot konnten sie sich entscheiden, ob sie das Produkt für diesen Preis kaufen oder lieber weitersuchen wollten – allerdings verfiel das Angebot danach. Im Ganzen konnten sich die Probanden bis zu 40 Preisangebote pro Produkt ansehen.

Und siehe da: Ältere nahmen das Angebot deutlich früher an und zahlten insgesamt mehr für die Produkte als die jüngeren Teilnehmer. Das Interessante daran: Die Tendenz, weniger lange zu suchen, hing dabei jedoch nicht mit ihren kognitiven Fähigkeiten, sondern mit der Stimmung der Versuchspersonen zusammen: Je besser gelaunt sie waren, desto schneller akzeptierten sie eine Option.

Eine zweite Studie mit ausschliesslich jüngeren Erwachsenen – 81 Studierenden im Durchschnittsalter von 23 Jahren – zeigte, dass auch diese eher bereit waren, Angebote früher anzunehmen, wenn sie zuvor in eine positive Stimmung versetzt wurden.

Man könnte also auch sagen: Wer gut gelaunt ist, ist großzügiger. Um es mal positiv zu formuliern.