Vorstellungsgespräch bestätigen
Oh wie schön: Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Was tun Sie nun? Natürlich den Termin bestätigen. Aber nehmen Sie auch alle Chancen wahr, die sich Ihnen hierbei bieten? Die Gelegenheit lässt sich clever nutzen, um wichtige Informationen einzuholen. Die helfen Ihnen, sich besser auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten und sich so einen Vorsprung gegenüber Ihren Mitbewerbern zu verschaffen. Wie Sie aus dem simplen Vorgang der Terminbestätigung das Optimum herausholen...

Vorstellungsgespräch bestätigen: Per Mail, Post oder Telefon?

Normalerweise würden Sie den Gesprächstermin auf demselben Weg bestätigen, auf dem Sie die Einladung erhalten haben. Also...

  • einen Brief per Post,
  • eine E-Mail mit dem Antworten-Button und
  • eine Nachricht auf der Mailbox Ihres Telefons per Rückruf.

Von all diesen Wegen bietet Ihnen jedoch das Telefon die besten Chancen, ganz nebenbei wichtige Fakten über das kommende Gespräch zu erfahren und so einen entscheidenden Schritt voranzukommen. Die Person, die Sie anrufen sollten, ist diejenige, die Ihre Einladung unterzeichnet hat, oder gegebenenfalls deren Sekretärin.

Und diese Fragen sollten Sie dabei stellen...

Wer sind die Gesprächsteilnehmer?

Wenn Sie also das Vorstellungsgespräch bestätigen, sollte sich Ihre erste und wichtigste Frage auf die Gesprächsteilnehmer beziehen. Dem einen oder anderen von Ihnen ist es vielleicht schon einmal passiert: Sie hatten sich auf ein Vier-Augen-Gespräch vorbereitet, und dann saßen Ihnen plötzlich fünf Personen gegenüber. Nicht jedem fällt es leicht, sich blitzschnell auf so eine neue Situation einzustellen.

Auch andere Dinge können zu Peinlichkeiten führen oder ein unangenehmes Gefühl verursachen, beispielsweise...

  • wenn Sie bei der Begrüßung den Namen Ihres Gesprächspartners nicht verstanden haben oder
  • wenn Sie nicht wissen, welche Funktion im Unternehmen der zweite Gesprächspartner innehat: Welcher von beiden ist der Ranghöhere, wer trifft die Entscheidung über Ihre Einstellung? Nicht immer hat derjenige, der am meisten redet, auch das Meiste zu sagen.

Sie sind auf jeden Fall im Vorteil, wenn Sie im Vorstellungsgespräch genau wissen, mit wem Sie es zu tun haben.

Schon zu Beginn können Sie Ihre Gesprächspartner mit ihrem jeweiligen Namen anreden und sie in der richtigen Reihenfolge begrüßen. Sie langweilen den Personaler nicht mit komplizierten fachlichen Ausführungen, die er nur bedingt versteht, sondern punkten bei ihm mit Ihren persönlichen Eigenschaften. Den Fachvorgesetzten hingegen beeindrucken Sie mit Ihren fundierten Kenntnissen der Materie.

Es lohnt es sich also auf jeden Fall, wenn Sie bei der Terminbestätigung nach Ihren Gesprächspartnern fragen, falls die Firma Ihnen das nicht schon im Vorfeld mitgeteilt hat.

Wie lange wird das Vorstellungsgespräch dauern?

Weiterhin können Sie fragen, wie lange das Vorstellungsgespräch voraussichtlich dauern wird. Auf ein halbstündiges Gespräch werden Sie sich anders vorbereiten als auf ein längeres.

So müssen Sie beispielsweise Ihre kurze Selbstpräsentation stark raffen, während Sie bei einem längeren Gespräch etwas weiter ausholen können und sollten.

Auch nach dem Ablauf des Vorstellungsgesprächs können Sie fragen. Lernen Sie vielleicht mehrere Personen nacheinander kennen? Oder ist eine Betriebsbesichtigung geplant, für die Sie möglicherweise andere Kleidung oder Schuhe benötigen als für ein Gespräch, das nur im Büro stattfindet?

Können Sie im Vorfeld weitere Unterlagen erhalten?

Selbstverständlich beschäftigen Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch gründlich mit der Website des Unternehmens und mit weiteren Informationen, die Ihnen zugänglich sind. In dem Telefonat, mit dem Sie das Vorstellungsgespräch bestätigen, können Sie aber auch nach weiteren Unterlagen fragen - etwa nach...

  • dem letzten Geschäftsbericht,
  • dem Inhalt des Traineeprogramms,
  • den Führungsrichtlinien oder
  • Verkaufsprospekten.

All das hilft Ihnen bei der Vorbereitung und versetzt Sie in die Lage, im Vorstellungsgespräch den bestmöglichen Eindruck zu machen.

Was tun, wenn der Termin nicht passt?

In der Regel sollten Sie als Bewerber natürlich versuchen, den angebotenen Termin wahrzunehmen, auch wenn Sie dafür andere Dinge verschieben müssen. Es gibt allerdings Ausnahmen: Sie dürfen den einladenden Arbeitgeber um einen alternativen Gesprächstermin bitten, wenn Sie aus einem wichtigen Grund an dem vorgeschlagenen Termin nicht können, etwa

  • weil Sie dienstlich verhindert sind oder
  • weil Sie sich auf einer bereits gebuchten Urlaubsreise befinden.

Ebenfalls legitim ist es, wenn Ihr derzeitiger Arbeitgeber nichts von Ihrer externen Bewerbung erfahren soll und Sie sich deshalb einen Termin vor oder nach Ihrer Arbeitszeit wünschen, gegebenenfalls auch an einem Samstag.

Verschiebungsgründe, die bei einem Arbeitgeber nicht so gut ankommen, sind hingegen:

  • Sie haben Karten für das Spiel Ihres Lieblings-Fußballvereins.
  • Sie müssen auf das Baby einer Freundin aufpassen.
  • Sie haben am selben Tag noch ein anderes Vorstellungsgespräch, das Ihnen wichtiger ist.

Bitten Sie also nur dann um eine Terminverschiebung, wenn es wirklich nicht anders geht. Geben Sie aus Respekt und Höflichkeit Ihrem Gesprächspartner stets einen Grund für Ihren Verschiebungswunsch an. Dabei müssen Sie zeigen, dass Ihnen das Vorstellungsgespräch dennoch sehr wichtig ist und dass Sie bereit sind, sich dafür auch zu engagieren. Machen Sie Alternativvorschläge und nennen Sie die Termine, an denen Sie definitiv verhindert sind. Dann wird ein Arbeitgeber am ehesten Verständnis zeigen, auch wenn er Ihren Wunsch nach einem Alternativtermin nicht in jedem Fall wird erfüllen können.

Sie sehen: das Vorstellungsgespräch zu bestätigen, ist der erste Schritt zur perfekten Vorbereitung. Nutzen Sie die Chancen, die in der Terminbestätigung liegen...

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