Das sind die Fakten:
  • Deutsche Studierende haben im Schnitt heute eine 41-Stunden-Woche. Davon wenden sie 34 Stunden für das Studium auf – und 7 Stunden für einen Nebenjob.
  • Zwei Drittel der Studierenden jobben neben dem Studium.
  • Für 40 Prozent der Studenten ist ihre Studienfinanzierung nicht gesichert.

Und das sind die Folgen:
  • In den ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen ist die Abbrecherquote inzwischen überdurchschnittlich hoch. An den Fachhochschulen beträgt sie bereits 39 Prozent. In allen FH-Studiengängen sind es im Schnitt nur 22 Prozent.
  • An den Universitäten brechen rund 25 Prozent der Ingenieure in spe ihr Studium ab. Im Uni-Gesamtdurchschnitt sind es sonst 20 Prozent.
  • Besonders betroffen sind nach einer aktuellen Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS), die morgen veröffentlicht wird, die Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik.

Dies ist insofern bedenklich, da gerade in den Ingenieurwissenschaften der Anteil Studierender aus nicht-akademischen, einkommensschwächeren Familien vergleichsweise hoch ist. Hinzu kommt, dass Deutschland im internationalen Vergleich ohnehin eine niedrige Akademikerquote aufweist und sinkende Abbrecherzahlen eigentlich mal ein Ziel der Umstellung von Diplom- auf Bachelor- beziehungsweise Master-Studiengänge waren. Offenbar schaffen die Ingenieure in spe hierzulande aber nicht den Spagat zwischen zeitlicher Belastung und Finanzierung ihres Studiums. Nur in den Sozial- und Geisteswissenschaften schaffen es heute deutlich mehr Studenten bis zum Examen.