Erst gestern haben wir einen Gastbeitrag veröffentlicht, wie sich mit Humor ein Gespräch – positiv – führen lässt. Kaum erschien er auch in meinem Google+ Netzwerk, meldete sich ein Leser, der dies auch in seinem Vorstellungsgespräch “riskiert” habe – aber mit Erfolg. Wie so oft wurde auch er gefragt, was denn seine größte Schwäche sei. Seine Antwort ist die vielleicht sympathischste und entwaffnendste auf die Frage…
Sie lautete:
“Süßigkeiten.”
Bei Schokolade werden eben die meisten schwach. Was die Antwort aber noch wirkungsvoller macht: Der Humor darin lenkt die Frage in eine ganz andere Richtung – weg von beruflichen Skills, Malheurs im Job oder persönlichen Mängeln, hin auf eine zutiefst menschliche und persönliche Ebene.
Naschen – wer erliegt nicht dieser Versuchung. Und die Reaktion? Zitat:
Es gab Gelächter und die Frage war damit durch. Den Job habe ich auf jeden Fall bekommen.
Falls Sie noch weitere Bewerbungstipps und Antworten suchen:
- Bewerbungstest: Originelle Antworten auf die Frage nach den Schwächen
- Was sind Ihre Schwächen? Hilfen für den Psychotest im Vorstellungsgespräch
- Vorstellungsgespräch: So sind Sie optimal vorbereitet
- Fangfragen: Was Personaler daraus lesen
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Alexandra Graßler
Meine Antwort: “Bücher sind meine größte Schwäche.” Angestellt war ich nur kurzzeitig, weil ich schon sehr lang selbständig bin. Doch als ich damals an der Uni eine Zeit gearbeitet hatte, war das meine Antwort auf die Frage nach den Schwächen. Und das Gespräch verlief dann ebenfalls sofort in einer anderen Richtung. Ich hab den Job übrigens auch gekriegt :)
Jochen Mai
Auch eine schöne Antwort.
Lars Hahn
Twittern, bis die Heide wackelt.
Im Ernst: In Multitasking verkleidetes Prokrastinieren. Passt aber zum Zeitgeist und lässt sich kanalisieren. Dann hilft es auch bei der Karriere. ;-)
Stefan
Sorry aber das ist doch genauso abgedroschen wie “ich bin zu ehrgeizig”. So eine Antwort ist weder persönlich noch kreativ sondern einfach nur Standard.
Jochen Mai
@Stefan: Sicher, die neuste Antwort ist es nicht. Aber wenn es so abgedroschen wäre, hätte es keine Lacher erzeugt. Und den Job hat der Leser ja auch bekommen.
Kurt Schmidt
Nicht nur abgedroschen – so ein Spruch kann auch ganz schnell nach hinten los gehen. Meine Interpretation auf so eine flapsige Antwort:
- Der Bewerber nimmt die Situation nicht ernst (Arroganz?)
- Er reflektiert nicht über sich selbst
- Er hat sich mit den “1001 besten Bewerbungstipps” aus der Bäckerblume vorbereitet
- Er will mir zeigen, dass er die Frage ablehnt
“Nobody’s perfect” – Wenn ein Bewerber nicht in der Lage ist eine Schwäche bei sich selbst zu finden (und adäquat zu artikulieren), kann man darauf meines Erachtens nach daraus Rückschlüsse auf seine Arbeitsweise ziehen.
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte man immer eine fachliche und keine persönliche Schwäche benennen. Fachliche schwächen lassen sich in der Regel (auch durch geeignete Schulungen durch den Arbeitgeber) ausgleichen. Wichtig ist natürlich, dass man dabei möglichst keine Qualifikationen benennt, die in der Ausschreibung explizit gefordert sind. Ein Bewerber ist etwa auf seine dürftigen französisch Kenntnisse zu sprechen gekommen (für die Stelle war nur englisch erforderlich) und hat erzählt, dass er die Sprache eigentlich besser beherrschen möchte, weil …
Wer viele Vorstellungsgespräche führt, erkennt ähnliche antworten. Das muss nicht negativ sein, aber Punkte kann man da nicht mit sammeln.
Der Frank
Sehe ich komplett anders als Kurt. Finde die Antwort überhaupt nicht flapsig, sondern ehrlich. Schließlich muss man davon ausgehen, dass der Bewerber dabei ehrlich ist. Und dann finde ich wie Jochen schon geschrieben hat diese Aussage sehr persönlich und menschlich. Und eine Schwäche ist es doch. Also nimmt derjenige die Frage doch ernst und ist überhaupt nicht arrogant.
Davon abgesehen ist doch jede Vorbereitung nach irgendeinem Rezept abgedroschen. Es kommt halt immer drauf an wie man das bringt.
Charlotte Brown
Also ich finde so eine Antwort ist sehr situationsbedingt. Je nachdem welchen Gegenüber man hat, kann man das eben bringen oder nicht. Bei einem eher freundlichen, offenen Vorstellungsgespräch habe ich auf die Frage auch nur gemeint, dass ich eine Sehschwäche habe, die ich aber dank der Kontaktlinsen verstecke kann. ^^