Nach wie vor gibt es Unternehmen, die sich der Social Media Nutzung verschließen und diese als unnötig abtun. Eine eigene Webseite gehört – in der Regel – jedoch auch bei diesen Unternehmen zum Standard. Für Sie als Kunde bietet diese zahlreiche Vorteile: Sie können schnell Informationen zum Unternehmen recherchieren, erhalten einen Einblick in die Produktpalette des Unternehmens und können oft direkt online bestellen. Doch unter den tausenden Webseiten tummeln sich auch schwarze Schafe, also unseriöse Webseiten, die es oft auf Ihre Daten abgesehen haben.
Vorweg sei gesagt: Die folgenden Kriterien können Hinweise auf eine unseriöse Webseite sein. Ein Beweis für unlautere Absichten des Webseiten-Betreibers sind sie jedoch nicht, manche Seiten sind auch “nur” unsauber oder mit mangelnden Kenntnissen umgesetzt worden. Dennoch gilt: Treffen mehrere der folgenden Warnsignale auf eine Seite zu, sollten Sie äußerste Vorsicht walten lassen, auf die Eingabe sensibler Daten verzichten und sich nach Alternativen umsehen.
Impressum und Kontaktmöglichkeiten
Der Klassiker: Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum sollte Sie immer hellhörig werden lassen. Entweder kennt der Betreiber der Webseite seine Pflichten nicht – nach dem Telemediengesetz müssen gewerblich oder geschäftsmäßige Webseiten über ein Impressum verfügen – oder er will nicht identifiziert werden. Ein ausländischer Firmensitz ist dagegen nicht zwingend ein Warnsignal, lediglich bei Reklamationen oder der Rücksendung von Waren kann das zu einem Problem werden.
Ähnliches gilt für die angebotenen Kontaktmöglichkeiten. Sind diese deutlich sichtbar platziert? Ist unter der angegebenen Telefonnummer jemand erreichbar? Ist die E-Mail-Adresse noch aktiv und gibt es die angegebene Postanschrift überhaupt? Wenn Sie diese Fragen mit ja beantworten können, ist das auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Ach ja, E-Mail-Adressen von kostenlosen Anbietern können, müssen allerdings kein Warnzeichen sein. Immerhin nutzen auch wir auf der Karrierebibel den kostenlosen E-Mail-Service von Google.
AGBs und textliche Gestaltung
An lange und komplizierte allgemeine Geschäftsbedingungen haben sich Kunden heute fast schon gewöhnt. Das mag zwar keine Begeisterung auslösen, lässt sich auf Grund zahlreicher rechtlicher Bestimmungen jedoch oft nicht vermeiden. Doch die AGB müssen auf jeden Fall vorhanden und auf der Webseite einsehbar sein! Ist das nicht der Fall, liegt der Verdacht nahe, dass der jeweilige Anbieter etwas zu verbergen hat.
Auch die textliche Gestaltung einer Webseite kann ein wichtiges Indiz für einen unseriösen Anbieter sein. Typische Werbetexte, die auch hervorragend auf einen Wochenmarkt passen würden, sollten Sie stutzig machen. Und wenn vor lauter Sonderangeboten und Rabattaktionen die eigentliche Webseite in den Hintergrund tritt, ist das ebenfalls ein klares Warnsignal.
Werbung und Layout
Widerrufsrecht
Die Abtretung des Widerrufsrechts ist in Deutschland nicht zulässig. Sollte auf einer Webseite jedoch genau darauf hingewirkt werden, ist das ein sicheres Zeichen für einen unseriösen Anbieter. In diesem Fall sollten Sie die Seite verlassen und idealerweise auch andere Kunden davor warnen.
Werbebanner und Anzeigen sind grundsätzlich kein Problem, doch Pop-ups sind lästig und können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Klicken Sie ein entsprechend präpariertes Pop-up an, können Sie sich so Schadsoftware auf Ihren Computer holen. Seriöse Seiten verzichten daher in der Regel auf Werbe-Pop-ups.
Auch Layout und Navigation können Hinweise auf einen unseriösen Anbieter sein. Seriöse Seiten bevorzugen ein klares und übersichtliches Layout und die Navigation ist in der Regel so angelegt, dass Sie sich schnell und weitgehend intuitiv auf der Webseite orientieren können. Das Problem: Sowohl ein übersichtliches Layout als auch eine klare Navigation sind bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache und werden individuell unterschiedlich wahrgenommen. Hier können Sie nur auf Ihren Eindruck zählen.
Sicherheit und Zahlungsarten
Wenn Sie bei einem Online-Shop Zahlungsdaten eingeben sollen, muss das über eine sichere Verbindung geschehen. Diese erkennen Sie in der URL-Zeile Ihres Browsers. Dort sollte zu Beginn das Kürzel https stehen, in modernen Browsern wie Firefox, Chrome oder Safari wird zusätzlich ein Schlosssymbol eingeblendet.
Auch ein Blick auf die angebotenen Zahlungsarten kann helfen: Wird als einzige Zahlungsmethode beispielsweise Vorauskasse genannt, sollten Sie die Finger von der Seite lassen. Die Eingabe persönlicher Daten sollte immer einem klar erkennbaren Zweck – beispielsweise einer Registrierung oder einem Zahlungsvorgang – dienen.
Fazit: Bleiben Sie wachsam
In der Praxis ist es oft gar nicht so schwer, unseriöse Webseiten zu erkennen. Das gilt zumindest für die schnell erstellten, nur auf Profit oder Datensammlung ausgerichteten Angebote. Es gibt jedoch Seiten, die auch nach gründlicher Prüfung einen vertrauenswürdigen Eindruck machen und dennoch unlautere Absichten verfolgen.
In diesen Fällen helfen Ihnen die Erfahrungen anderer Kunden weiter. Sollte es sich um ein unseriöses Angebot handeln, werden Sie schnell auf entsprechende Erfahrungsberichte und Beschwerden geprellter Kunden stoßen. Logisch, dass Sie die Seite dann sofort verlassen.
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