Schottische-Dusche-90-Sec-Trick
Die meisten Menschen duschen morgens warm. Keine Frage, Warmduschen sind angenehm - erst recht, wenn man noch schlaftrunken und müde ist. Wer unter der Dusche allerdings Energie für den ganzen Tag tanken will, sollte die sogenannte "Schottische Dusche" ausprobieren. Diese 90-sekündige Wechseldusche vertreibt nicht nur Müdigkeit und verbrennt Fett, sondern revitalisiert Körper und Geist enorm - mehr als zwei Tassen Kaffee...

Schottische Dusche: Wechselduschen in 90 Sekunden

Schon der Begriff Warmduscher ist nicht unbedingt positiv besetzt. Und wenn überhaupt, dann sind heiße Duschen eher geeignet als Einschlafhilfe. Nach einem anstrengenden Tag entspannt das heiße Wasser die Muskulatur und fährt den Kreislauf runter.

Am Morgen und als Energiekick für den Tag ist eine kalte Dusche wesentlich effektiver. Sie müssen das Wasser dazu ja nicht gleich so kalt einstellen, dass es unter der Brause schneit. Und Sie brauchen auch nicht lange kalt duschen.

Die Schottische Dusche dauert gerade einmal 90 Sekunden und ist nichts anderes als eine typische Wechseldusche am Morgen - von kalt nach heiß und wieder zu kalt.

In der therapeutischen (Wellness-)Anwendung wird der Patient dabei klassisch mit Wasserstrahlen aus etwa drei bis vier Metern Entfernung abgestrahlt und zugleich massiert. Da das zuhause und an jedem Morgen etwas übertrieben sein dürfte, beschreiben wir hier die für den Hausgebrauch und eine klassische Badezimmerdusche adaptierte Version der Schottischen Dusche.

Konkret sieht das dann so aus:

  • 30 Sekunden mit kaltem Wasser (etwa 16° bis 18°C) duschen.
  • 30 Sekunden mit heißem Wasser (etwa 38° bis 42°C) duschen.
  • 30 Sekunden mit kaltem Wasser (etwa 10° bis 15°C) duschen.

Mit "kalt" und "heiß" sind hier tatsächlich möglichst extreme Temperaturen gemeint. Natürlich sollten Sie sich mit dem heißen Wasser weder verbrennen, noch müssen Sie einen Eisregen über sich ertragen.

Generell aber gilt: Je kälter beziehungsweise heißer der Wechsel desto besser.

Heiß-Kalt-Duschen - aber richtig

Extra-Tipp-IconDie ganz Harten drehen dazu einfach den Wasserregler auf eiskalt. (Ältere) Menschen mit einem schwachen Herzen sollten das allerdings tunlichst lassen. Tasten Sie sich lieber langsam an die Heiß-Kalt-Dusche heran:

  • Beginnen Sie zunächst bei den Füßen und Beinen - also möglichst weit weg vom Herzen. Brausen Sie diese mit dem kalten Wasser ab.
  • Danach sind die Arme dran - von den Händen beginnend bis zur Schulter.
  • Schließlich werden auch noch der der Rücken, (Brust) und Bauch kalt abgeduscht.
  • Zum Schluss noch ein ordentlicher Schauer über Kopf und Körper - fertig.

Idealerweise haben Sie sich vor der Schottischen Dusche schon gereinigt, also abgeseift und die Haare gewaschen. Das alles können Sie noch bei normaler Temperatur und mit warmem Wasser absolvieren. Die Wechseldusche bildet also den Abschluss des morgendlichen Duschrituals.

Wechselduschen: Die Vorteile der Schottischen Dusche

Heiss-kalt-Wechselduschen-Schottische-DuscheZugegeben, Wechselduschen sind erst einmal unangenehm und kosten einiges an Überwindung. Auf einige wirkt das ziemlich abschreckend - buchstäblich.

Die sogenannte Hydrotherapie (Wechselbäder, Wassergüsse, Wechselduschen) hat sich allerdings schon seit hunderten von Jahren als besonders belebend und energetisierend bewährt.

Das morgendliche Wechselduschen hat gleich mehrere positive Effekte:

  1. Der Kreislauf wird angeregt.

    Die kalte Dusche öffnet die Kapillaren. Das Blut kann besser zirkulieren. Kreislauf, Durchblutung und die Ausschüttung von Noradrenalin (dem "Flow-Hormon") werden stimuliert. Die Folge: Wir werden schlagartig wach, aufmerksamer und bekommen (aus unseren Reserven) einen ordentlichen Energieschub. Auch unser Gehirn.

  2. Die Wechseldusche entgiftet.

    Durch den schnellen Temperaturwechsel ziehen sich die Muskeln erst zusammen, dehnen sich und ziehen sich wieder zusammen. Dadurch werden die über Nacht und durch die langsame Blutzirkulation angesammelte Schadstoffe aus den Muskeln regelrecht heraus gedrückt - auch durch den beschleunigten Kreislauf (siehe Punkt 1). Darüber hinaus weiß man heute aus Studien (auch Dank Sebastian Kneipp), dass solche Wasserkuren das Immunsystem stärken. Die Methode ist also auch eine Art Guten-Morgen-Detox.

  3. Wechselduschen verbrennt Fett.

    Bevor Sie sich Hoffnungen machen: Die neue schottische Diät wird das nicht. Tatsächlich aber muss unser Körper beim Heiß-Kaltduschen jene Menge Energie aufwenden, um die Körpertemperatur zu halten. Entsprechend nutzt er zum Nachheizen seine eisernen Reserven: Fett (siehe auch diese Studie). Eine kalte Dusche am Morgen regt also zugleich den Stoffwechsel an.

  4. Kaltduschen fördern Testosteron.

    Durch den Temperaturschock wird zudem die Produktion von Testosteron angeregt. Das Hormon wirkt sich wiederum positiv auf unsere Stimmung und Motivation aus (nicht nur bei Männern): Wir fühlen uns hernach, als könnten wir Bäume ausreißen, ebenso wächst das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

  5. Wechselduschen reduziert Stress.

    Bei Studien zur Erforschung freier Radikale zeigte sich, dass Heiß-Kalt-Duschen oxidativen Stress reduziert sowie die Stresstoleranz insgesamt erhöht. Kurz: Auch unsere Nervenbahnen werden durch das Temperaturwechselspiel trainiert und gestärkt.

  6. Heiß-Kalt-Duschen beugen Depression vor.

    Schon im Jahr 2008 fanden Wissenschaftler in ihren Untersuchungen erste Hinweise darauf, dass kaltes Duschen den Sympathikus-Nerv stimuliert und dadurch die Ausstüttung sogenannter Beta-Endorphine. Diese wiederum erzeugen starke Impulse im Gehirn, die die Produktion körpereigener Anti-Depressiva anregen.

Kalte Dusche ist gut für den Geist

Kalte Dusche-WasserfallSchon dem Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp war klar, dass Wechselbäder und damit vor allem kaltes Wasser eine stimulierende und gesundheitsfördernde Wirkung hat. Weitere Studien dazu kommen zu dem Ergebnis: Die vitalisierende Wirkung einer kalten Dusche überträgt sich auch auf unseren Geist. Ein kalter Schauer reduziert Stress, kann uns Ängste nehmen und wirkt chronischer Müdigkeit entgegen. Der Grund: Die Hydrotherapie mit kaltem Wasser löst ähnliche Wirkungsmechanismen in unserem Körper aus wie ein Antidepressivum. Rund zwei Minuten täglich kalt duschen reicht dazu übrigens schon aus.

Überzeugt? Dann probieren Sie es morgen früh doch gleich einmal aus und teilen Sie Ihre Erfahrungen per Kommentar...

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