Manager wie Angestellte verbringen pro Woche allein 4,9 Arbeitsstunden damit, Meetings zu koordinieren. Dabei werden durchschnittlich sieben Meetings pro Woche vereinbart, an denen sieben Personen teilnehmen, die im Schnitt zwei Stunden und 45 Minuten zusammen sitzen. Ein Fünftel dieser Bürorunden dauert sogar länger als fünf Stunden. Woraus sich für manche Manager ergibt, dass sie jede Woche rund 19 Stunden in Meetings hocken, so das Ergebnis einer Umfrage unter 2500 Büroarbeitern aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA und Skandinavien, die das Institut LM Research & Marketing Consultancy durchgeführt hat.

Es dürfte Sie kaum überraschen, dass viele dieser Meetings unproduktiv, uninspirierend und unlustig enden. Das Einzige, was daran ein Witz ist: Die nächste Sitzung wird genauso.

Aber muss man das deswegen stillschweigend hinnehmen und stoisch akzeptieren? Manchmal sind drastische Maßnahmen die besten. So stellt sich durchaus die Frage: Warum das Treffen nicht einfach mittendrin beenden? Und sei es nur, um auf den Missstand aufmerksam zu machen oder ein Exempel zu statuieren – freilich nicht ohne die Hoffnung, dass die Anwesenden daraus etwas lernen und der ewige Kreislauf aus organisiertem Überdruß und Langeweile durchbrochen wird. Deshalb, daher und darum…

5 Gründe, wann Sie ein Meeting kurzerhand abbrechen sollten

  • Es gibt keine Agenda. Wenn Sie sowieso nicht wissen, warum Sie zusammen kommen, hat sich die Sache gleich erledigt. Sparen Sie unnütze Laberzeit, gehen Sie zurück an die Arbeit (oder schreiben Sie eine Agenda!).
  • Alle kommen zu spät. Unpünktlichkeit ist gelebte Arroganz. Sie sagt: Anderes ist mir wichtiger. Ich bin so wichtig, dass ich euch warten lassen kann. Und ich muss mein Verhalten nicht euch anpassen, sondern umgekehrt. Nicht zuletzt wird die Bummelei gar zur Macht- und Dominanzstrategie, wenn man durch sein spätes Erscheinen dokumentiert, dass Meetings ohne einen nicht starten können. Beweisen Sie das Gegenteil!
  • Keiner ist vorbereitet. Leider meinen manche, der tiefere Sinn einer Agenda besteht darin, Punkte zu haben, an denen man sich abarbeiten kann, während man sich parallel an einem Dialog aus Gratiskaffee und Knusperspaß vom Typ “Selection” erfreut. Falsch! Der Sinn besteht darin, dass man sich vorher ein paar wertvolle Gedanken dazu machen kann, um hernach schneller zu einem optimalen Ergebnis zu gelangen. Selbst ein Brainstorming wird dadurch nicht schlechter, wenn sich die Teilnehmer einzeln (!) zuvor ein paar Ideen zum Thema aufschreiben. Hat sich indes keiner vorbereitet, können Sie das auch als Indiz für einen denkfaulen und unorganisierten Haufen werten, den Sie nicht noch dadurch belohnen sollten, indem Sie Ihre kostbare Vorbereitungszeit daran verschwenden.
  • Es kommt nichts heraus. Gut, manchmal haben sich alle vorbereitet – und trotzdem zündet der Funke nicht. Qualität kommt von quälen, deshalb sollten Sie hier ruhig auch ein paar Schweigeminuten aushalten. Manche Gedanken brauchen Ruhe, um zu reifen. Aber wenn auch nach einer halben Stunde partout nichts passieren will, vertagen Sie das Meeting lieber, bis die Geister und Gemüter der Anwesenden frischer sind.
  • Sie würden nichts vermissen. Fragen Sie sich ehrlich: Braucht es dazu überhaupt eine Konferenz? Manche Dinge lassen sich auch eben schnell per Mail oder mit ein paar Telefonaten klären. Und da Meetings wie oben beschrieben die inhärente Gefahr bergen, Zeit zu verschwenden, ist es besser, die letztlich unnötige Sitzung schon in der Planungsphase zu beenden.