Ein Gastbeitrag von Astrid Windfuhr, Kommunikations- und Stilberaterin
Der Erfolg einer berufstätigen Frau beginnt zwischen 6 und 7:30 Uhr – vor dem Kleiderschrank. Was soll ich zum Meeting anziehen? Zum Kundentermin? Zur Präsentation? Am Ende läuft es bei vielen dann aber doch nur wieder auf den schwarzen Hosenanzug in Kooperation mit seiner eintönigen Partnerin, der weißen Bluse hinaus, und das verbreitet so schon am frühen Morgen Langeweile.
Möchten Sie auch mal etwas Individuelleres, etwas Weiblicheres tragen? Gute Idee! Wenn Sie sich von der Masse der tristen Hosenanzüge abheben, stärkt das Ihre Position auch im Job. Dann können Chefs, Kollegen und Geschäftspartner auch sehen, dass Sie etwas Besonderes sind. Der Business-Dresscode bietet Ihnen dazu genügend Spielraum, optische Alleinstellungsmerkmale zu entfalten. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie in fünf Schritten Ihren kleidungstechnischen USP entwickeln können:
1. Sondieren Sie den Markt
Suchen Sie als erstes Alternativen zum Hosenanzug beziehungsweise Kostüm. Optionen bieten zum Beispiel Röcke oder Hosen mit Bluse und Weste. Den herkömmlichen Blazer können Sie etwa auch mal durch ein kleines Jäckchen mit einem ausgefallene Schnitt ersetzen. Bürotauglich – und trotzdem feminin – sind auch klassisch geschnittene Kleider. Ärmellose Kleider können mit Bluse oder einem feineren Shirt kombiniert werden. Wenn Sie darüber dann noch eine Jacke mit kurzen oder dreiviertellangen Ärmeln tragen, haben Sie ein spannendes, extravagantes Outfit, das immer noch allen Regeln des Dresscode am Arbeitsplatz entspricht. Und an heißen Sommertagen wie heute kann auch eine schön geschnittene Bluse offen über einem Top getragen werden.
Das geht gar nicht: Bermudas! Die sollten Sie meiden. Selbst dann, wenn man Ihnen im Geschäft einen “passenden” Blazer dazu reicht und Ihnen das Gespann als Kostüm verkaufen will. Egal, aus welchem Stoff sie gemacht sind: Bermuda-Shorts erinnern immer an Strandurlaub und sind deshalb kein Busieness-Outfit.
2. Setzen Sie eigene Akzente
Bringen Sie neue Töne in Ihre Garderobe. Die Basis-Teile müssen nicht zwingend schwarz, grau oder dunkelblau sein. Ziehen Sie auch ein dunkles Lila oder Blaugrün und im Sommer etwas Helles in Betracht. Einzelne Teile wie Blusen, Tops oder Röcke gehen auch in Gelb, Pink oder Royalblau. Vielleicht machen Sie sogar eine ungewöhnliche Farbe zu Ihrem Markenzeichen? Der Versuch lohnt.
Das geht gar nicht: Von Kopf bis Fuß in Knallfarben. Das ist zu aufgedreht und clownesk. Es geht um Akzente!
3. Arbeiten Sie Ihre Stärken heraus
Sie sind eine Frau, das darf man auch sehen. Die Kleidung kann figurnah sein, sollte aber nicht knalleng sitzen. Arme, Beine vom Knie abwärts und Teile des Dekolletees dürfen gezeigt werden. Aber: Die Gesamtmenge der freigelegten Körperteile sollte nie zu groß sein. Heißt in der Praxis: Zum ärmellosen Kleid besser ein hochgeschlossener Kragen, zum größeren Ausschnitt längere Ärmel und einen längeren Rock beziehungsweise eine Hose. Achten Sie unbedingt auch darauf, Kollegen oder Geschäftspartnern keine körperlichen Schwachstellen zu präsentieren. Knübbelchen am Knie oder kleine Dellen in den Oberarmen sorgen nur für unnötigen Tratsch. Und Sie wollen doch über Ihre Leistungen wahrgenommen werden!
Das geht gar nicht: Brustansätze zeigen. Machen Sie den Test vor dem Spiegel: Ziehen Sie das Oberteil Ihrer Wahl an und beugen Sie sich Zentimeter für Zentimeter nach vorn. Wenn Sie in der Waagerechten angekommen sind und immer noch alles gut verpackt ist, können Sie das Teil im Job anziehen.
4. Bieten Sie Mehrwert
Jetzt kommen die Accessoires ins Spiel: Dabei können Sie Ihre Individualität voll ausleben. Schmuck darf extravagant, verspielt und auch gerne mal etwas größer sein. Das gleiche gilt für Schals und Tücher, mit denen können Sie außerdem schöne Farbakzente setzen. Ein allzu strenger Hosenanzug wird übrigens mit einer dezenten (!) Rüsche an der Bluse, einer verspielten Brosche oder einer langen Kette gleich viel persönlicher und weiblicher. Nur trotz allem bitte auch hier nicht übertreiben. Ein, maximal zwei Akzente reichen.
Das geht gar nicht: Fransentaschen, Hippieketten, Nietengürtel. Sie arbeiten in Hannover, Essen oder Böblingen – nicht in Ibiza.
5. Nutzen Sie Benchmarking
Mögen Sie Kinofilme oder lesen Sie gern Klatsch-Magazine? Beides kann Ihnen bei der Kreation Ihres individuellen Business-Stils helfen. Hollywoods Kostümbildner lassen sich für Karrierefrauen so einiges einfallen. Schöne Beispiele sind Julia Roberts in „Duplicity“, Vera Farmiga in „Up in the Air“ oder Jodie Foster in „Inside Man“. Beobachten Sie außerdem in der Klatschpresse die jüngere Generation der gekrönten Häupter: Bei Königin Rania (Jordanien) und den Prinzessinnen Laetizia (Spanien) und Mary (Dänemark) finden Sie regelmäßig gute Anregungen.
Das geht gar nicht: Vorbilder wie Mariah Carey, Königin Margarethe von Dänemark, Bärbel Höhn.
Kostenlose Beratungsaktion für Businessfrauen
Sie haben ein Business-Outfit, das Sie langweilig finden oder von dem Sie nicht sicher sind, ob es ins Büro passt? Dann machen Sie von sich ein Foto und schicken Sie es uns per Mail zu. Zehn Teilnehmerinnen, die wir unter allen Einsendungen auslosen, erhalten von der Beraterin Astrid Windfuhr individuelle Stiltipps. Und keine Sorge: Die Fotos werden nicht veröffentlicht! Wir behandeln die Aufnahmen natürlich diskret.
So geht‘s: Damit die Beratung typgerecht erfolgen kann, benötigt Astrid Windfuhr eine Aufnahme, auf der sie stehend und vom Kopf bis zu den Zehenspitzen zu sehen sind. Tipp: Halten Sie die Kamera dazu auf Höhe der Körpermitte, dann wirken die Proportionen realistisch. Senden Sie Ihr Foto bis zum 10. Juli an: karrierebibel@gmail.com, Betreff “Stilberatung”.
Über die Autorin:
Astrid Windfuhr ist selbstständige Kommunikations- und Stilberaterin. Die Spielregeln des Geschäftslebens kennt sie aus ihrer 15-jähriger Tätigkeit als Führungskraft im Marketing. Astrid Windfuhr berät Privatpersonen und Unternehmen in Kleiderfragen und bei der Gestaltung ihres individuellen Gesamt-Auftritts.



Nimue
Glücklicherweise hatte ich bisher Jobs, bei denen mein Outfit keine Rolle spielte. Sonst wäre ich ganz schon in der Bredoullie gewesen *gg* , so als Jeans+Turnschutype…
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