Keine Sorge, ich stelle Ihnen jetzt keine neue Agnes-Blitz-Diät vor, noch wird es hier Empfehlungen für den Waschbrettbauch in 21 Tagen, die Bikini-Figur in drei Wochen oder Tipps vom Typ “Runter mit den Kilos, schlank in Nullkommanix – ohne Jojo-Effekt” geben. Funktioniert sowieso nicht. Trotzdem hat es durchaus Sinn auf seine Ernährung und Figur zu achten. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch wegen der Klischees, die die Menschen damit verbinden. So konnten etwa Forscher der Yale Universität nachweisen, dass mollige Menschen genauso oft im Job wegen ihrer Leibesfülle diskriminiert werden, wie andere wegen ihrer Hautfarbe. Wer dick ist, wird vor allem über seinen Körperumfang wahrgenommen – und steht damit sofort im Generalverdacht maßlos, faul, willensschwach oder gar dumm zu sein. Nicht wenige assoziieren mit der Figur sozialen Status, Bildung und damit eben auch Kompetenz. Das ist zwar töricht, aber trotzdem folgenreich.

Nun gibt es in einschlägigen gedruckten Periodika und im virtuellen Raum längst unzählige Tipps zum Abnehmen und Schlankwerden von mehr oder weniger zweifelhaftem Wert. Damit will ich Sie nicht langweilen. Zumindest aber auf zwei interessante Forschungsergebnisse möchte ich Sie dennoch hinweisen:

Falls Sie gerade Heißhunger bekommen, könnten Sie sich den womöglich einfach weggucken. Dazu gibt es ein interessantes Experiment, wonach aufkommender Appetit sofort verschwinden soll, wenn man eine Weile auf ein animiertes Bild glotzt. Glauben Sie nicht? Offen gestanden: Ich auch nicht. Ich glaube eher, dass man davon allenfalls Kopfschmerzen bekommt. Sie können es aber selbst ausprobieren: Zur Animation einfach auf das Bild klicken. Für ein Feedback, für das ich dankbar wäre, einfach in das Kommentarfeld unten klicken.

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Die zweite Methode ist profaner Selbstbetrug. Dazu packen Sie künftig kleinere Portionen auf kleinere Teller und suggerieren ihrer Esslust so, viel und sich obendrein auch noch satt gegessen zu haben. Angeblich soll dieser Selbstbetrug hervorragend funktionieren, sagen zumindest die Wissenschaftler Brian Wansink, James Painter und Jill North, die dazu einen Versuch (pdf) gemacht haben: Mehrere Probanden wurden gebeten, ihre Lieblingsfarbe zu wählen. Anschließend wurden sie zum Suppenessen eingeladen und bekamen eine Terrine in genau ihrer Lieblingsfarbe. Das war freilich bloß Ablenkung – in Wahrheit ging es den Forschern um die Frage, wer mehr ist: Die Hälfte der Teller war so präpariert, dass sie sich selbst nachfüllte, die andere Hälfte wurde durch Servicekräfte sichtbar aufgefüllt. Der Versuch ging über rund 20 Minuten – bis die Probanden satt waren. Tatsächlich aßen die Probanden aus den Selbstfüll-Tellern 73 Prozent mehr Suppe. Und sie fühlten sich hinterher noch nicht einmal voller als ihre Mitprobanden. Ebenso merkten sie nicht, dass sie signiffikant mehr gegessen hatten. Kurzum: Es gab keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen – nur den, dass einige deutlich mehr zulangten.

Der Schluss daraus: Menschen essen so viel wie es ihnen soziale Normen erlauben. Sobald wir den Eindruck haben, uns voll zu stopfen, zügeln wir uns (wie die Probanden, die nachgeschenkt bekamen). Wer also abnehmen will, schaut also entweder künftig auf Blinkebilder (und wird davon ganz cremig) oder kauft kleinere Teller, meidet Restaurants mit einem Free-Refill-Angebot und isst in kritischer Gesellschaft.