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2 von Jochen Mai am 23. Dezember 2009 → Artikel in Psychologie
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Weihnachtsgeschenke – Warum Geld keine gute Idee ist und sich Frauen Geschenke schön reden

PräsentEs ist ein typisches Weihnachtsritual: Spätestens im November nimmt man sich vor, dieses Jahr lange vor dem Fest alle Weihnachtsgeschenke beisammen zu haben, um dem Kaufstress und dem Menschenauflauf ab dem 4. Advent in den Innenstädten zu entgehen. Gute Idee. Wie ein Blick in die Innenstädte beweist: Bei den meisten bleibt sie allerdings ein hehrer Vorsatz. Irgendwas fehlt eben immer. Und in ihrer Not greifen manche dann zu Geschenkgutscheinen oder Geldgeschenken. Keine gute Idee, fanden die britischen Forscher Carole B. Burgoyne und David A. Routh heraus. Denn Geldgeschenken fehle die subtile Botschaft, dass man zu dem Beschenkten eine intime Beziehung pflegt, sich Gedanken gemacht hat und derjenige etwas Besonders für den Schenker ist.

Aber selbst mit mühsam ausgewählten Sachpräsenten kann man mächtig daneben liegen. Ich denke da zum Beispiel an selbstgestrickte Pullis, Wollsocken, Motivkrawatten oder Parfüms, die dem oder der Träger(in) das Odeur von Provinzpuff verleihen. Interessant daran finde ich, dass Männer und Frauen auf derlei verunglückte Geschenke völlig unterschiedlich reagieren.

Elizabeth W. Dunn von der Universität von British Columbia hat das 2008 genauer untersucht – ausgehend von der Frage, ob ein schlechtes Geschenk womöglich die Beziehung zwischen Schenkendem und Beschenktem belastet. Schließlich gibt es da ja ganz offensichtlich ein paar Missverständnisse…

Bei ihren Experimenten ließ Dunn eine Reihe von Studenten zunächst ein paar potenzielle Geschenke in eine Rangfolge bringen und Favoriten benennen. Anschließend sollten sich die teilweise einander fremden Studenten und Studentinnen eine Weile unterhalten, um so ein passendes Geschenk für den anderen aus der Liste auszusuchen. Der Trick war: Die Wissenschaftler beeinflussten die Wahl, sodass einige der Probanden ihr Wunschgeschenk bekamen und andere das genaue Gegenteil.

    Was passierte?

Männer, die ihren Wunsch erfüllt bekamen, fühlten sich der Schenkerin verbundener bis seelenverwandter. Zudem glaubten sie, das passende Geschenk sei ein ganz gutes Indiz für eine positive Beziehung. Die Frauen dagegen blieben überraschenderweise von ihrem Top-Geschenk relativ unbeeindruckt.

Ganz anders sah die Sache jedoch bei den Fehlgriffen aus – insbesondere bei jenen Studenten, die auch real in einer heterosexuellen Beziehung waren: Hier reagierten die Männer eher neutral und sagten schlicht, dass sie das Geschenk nicht mögen. Ganz anders die Frauen: Je mehr ihr Partner bei der Geschenkwahl daneben lag, desto vehementer redeten sie sich die Beziehung schön und gaben ihr umso größere Zukunftschancen.

Dunn und ihre Kollegen erklären sich das so: Während die Männer bei schlechten Geschenken zwischen diesen und der Beziehung rational trennen, werteten die Frauen den Fehlgriff eher als Angriff auf die Beziehung – und verteidigten diese umso heftiger.

Drum merke: Man(n) kann bei der Geschenkwahl gegenüber seiner Liebsten nicht sorgfältig genug sein!

PS. Weitere interessante Weihnachtsstudien finden Sie HIER.


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