Berufliche Weiterbildung ist in den meisten Branchen inzwischen zur Notwendigkeit geworden. Viele Arbeitnehmer haben das erkannt und sind grundsätzlich gerne bereit, Zeit und Energie in Fort- und Weiterbildungen zu investieren. Die größte Hürde stellt in den meisten Fällen jedoch die Finanzierung der Weiterbildung dar. Denn die Kosten für qualifizierte Fort- und Weiterbildungsangebote bewegen sich schnell im vier-, teilweise sogar im fünfstelligen Euro-Bereich. Glücklicherweise gibt es in Deutschland zahlreiche Fördermöglichkeiten.
Einer der offensichtlichsten Förderträger ist dabei die Bundesagentur für Arbeit. Diese bietet mit Bildungsgutscheinen und dem WeGebAU-Programm Fördermöglichkeiten an, die teilweise auch im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses gewährt werden können. Die rechtlichen Grundlagen und Fördervoraussetzungen finden Sie hier. Doch die Bundesagentur für Arbeit ist nicht die einzige Einrichtung, die berufliche Weiterbildung finanziell unterstützt.
Die Bildungsprämie
Im Rahmen der Initiative “Aufstieg durch Bildung” bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung die so genannte Bildungsprämie an. Diese unterstützt weiterbildungswillige Arbeitnehmer mit bis zu 500 Euro, eine der Voraussetzungen ist jedoch, dass das Jahreseinkommen 20.000 Euro – bei Verheirateten 40.000 Euro – nicht überschreiten darf. Nähere Informationen zur Bildungsprämie finden Sie hier, die Übersicht der entsprechenden Beratungsstellen hier.
Das Meister-BAföG
Arbeitnehmern, die auf eine bestehende Ausbildung aufsetzen und sich im Rahmen des bereits erworbenen Berufes weiter qualifizieren wollen, steht auch das Meister-BAföG offen. Für Arbeitnehmer in Handwerk und Industrie eine realistische Option und auf jeden Fall einen Blick wert.
Das Aufstiegsstipendium
Wie die Bildungsprämie ist auch das Aufstiegsstipendium Teil der Initiative “Aufstieg durch Bildung”. Das Stipendium richtet sich gezielt an Berufserfahrene, die sich beruflich weiterbilden wollen. Die Förderung erfolgt durch die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB).
Die Stiftungen
Ergänzend zu den oben genannten Fördermöglichkeiten gibt es zahlreiche private und öffentliche Stiftungen, die sich der Förderung beruflicher Weiterbildung verpflichtet haben. Die Fördervoraussetzungen variieren dabei von Stiftung zu Stiftung, manche beschränken ihren Förderbereich beispielsweise auf ein Bundesland oder eine bestimmte Region. Eine Übersicht der verschiedenen Stiftungen – auch für andere Bildungsbereiche – finden Sie auf dem Bildungsserver.
Weiterführende Ressourcen
Das InfoWeb-Weiterbildung – kurz iwwb – bietet auf seiner Webseite eine hervorragende Suchmaschine für verschiedenste Fördermöglichkeiten und Bildungsformen an. Wenn Sie sich weiter mit der Finanzierung beruflicher Weiterbildung beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen den Leitfaden der Stiftung Warentest zu diesem Thema.
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Roland Kopp-Wichmann
Von der Bildungsprämie möchte ich eher abraten. Ich habe es für meine Seminare angeboten und etliche Teilnehmer haben es in Anspruch genommen.
Aber: der bürokratische Aufwand ist nicht klein und ich wartete auf die Hälfte der Seminargebühr sieben bis neun Monate!
Ruft man dort an und fragt, warum es so lange dauert, bekommt man die Antwort, das Programm sei so erfolgreich, man käme mit den Anträgen nicht nach. ;-)
Christian Mueller
Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
die Bearbeitungsdauer der Bildungsprämie ist aktuell wirklich relativ lang. Wenn der Träger – in diesem Fall Sie – auf das Geld warten kann, ist sie jedoch für die Weiterbildungswilligen eine gute Fördermöglichkeit.
Träger müssen allerdings Geduld mitbringen, das stimmt.
Gruß,
Christian Müller