ollyy/ShutterstockEmotionen, Baby! Nichts verbreitet sich im Social Web schneller. Das ist auch ein Grund, warum es überhaupt so etwas wie Shitstorms gibt: die kollektive Entrüstung steckt an wie ein Virus, selbst wenn man gar nicht betroffen ist. Aber sind Wut und Ärger tatsächlich die Gefühle, die sich viral am schnellsten und stärksten verbreiten? Jonah Berger, Marketing-Professor an der Wharton School der Universität von Pennsylvania hat das jetzt genauer untersucht und dazu die Verbreitung von mehr als 7000 Artikeln in einem Zeitraum von drei Monaten ausgewertet - mit erstaunlichen Ergebnissen...

World Wide Wut

Schon chinesische Wissenschaftler der Beihang Universität haben sich vor einiger Zeit mit der Frage beschäftigt und dazu Millionen Posts im chinesischen Twitter-Pendant Sina Weibo analysiert. Ergebnis:

  • Freude verbreitet sich schneller als Frust.
  • Aber nichts ist viraler als Wut.

Als Jonah Berger dies nun für die USA untersuchte, kam er zu einem vergleichbaren Ergebnis. "Ärger", sagt Berger, sei ein hoch erregendes Gefühl, "das die Menschen zum Handeln animiert".

Begeisterung und Bewunderung

Als er und sein Team die Verbreitung der ausgewählten Artikel auf Facebook, Twitter und Google+ auswerteten, stellten die Forscher allerdings fest: Es war nicht unbedingt die Tonalität und emotionale Färbung des Artikels, die diesen viral machte:

  • Melancholie, Frust oder Trauer wirkten - wenig überraschend - eher deaktivierend.
  • Ärger oder Empörung sorgten schon eher für Wellen in den Netzwerken, aber nur kleine.

Was die die Artikel indes wirklich viral machte, waren Gefühle von

  • Überraschung
  • Verwunderung
  • Begeisterung
  • Inspiration

aufgrund von neuen Informationen und damit verbundenen positiven Emotionen. "Bewunderung und Begeisterung lassen unseren Puls schneller schlagen", sagt Berger. Und sie sorgen dafür, dass wir den Wunsch haben, uns emotional mit anderen zu verbinden, das Gefühl zu teilen - oder wenigstens die Quelle.