Computerspiele-Smartphone-Job-Büro
Der Weltspieltag soll eigentlich darauf aufmerksam machen, dass Kinder und Jugendliche ein Recht auf freies Spielen haben. Im Job sieht das aber nicht anders aus: Dort haben zwar Computerspiele nicht den allerbesten Ruf (virtuelle Games machen doof, aggressiv, vor allem halten sie von der Arbeit ab - so die gängigen Klischees). Das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Wahr ist auch: Computerspiele können kreativ machen und zugleich die Laune heben. Und das ist sehr gut für den Job. Warum also nicht im Büro öfter spielen?

Weltspieltag: Warum wir im Büro öfter spielen sollten

Wissenschaftler der Penn State Universität haben herausgefunden, dass Daddeln kreativer macht.

Damals ließen Shyam Sundar und Elizabeth Hutton 98 Studenten populäre Videospiele spielen und danach Kreativitätstests absolvieren. Dabei zeigte sich: Glückliche wie traurige Probanden erreichten nach dem Spiel einen kreativen Höhepunkt, wütende und entspannte Spieler aber nicht.

Mit anderen Worten: Die Erregung, die beim Spielen entsteht, ist für kreative Impulse weniger relevant als der Gemütszustand hinterher.

Erst daddeln, dann denken

Auch andere Studien zeigen: Wer (im Büro) Computerspiele spielt, erholt sich schneller und leistet danach mehr.

Immer wieder weisen Wissenschaftler darauf hin, dass das Spielen intellektuell anspruchsvolle Schwerstarbeit sei:

  • Strategien entwickeln
  • Entscheidungen treffen
  • Physisch reagieren
  • Und das alles unter Zeitdruck, der mit jedem Level steigt…

Computerspiele tragen "erheblich dazu bei, kulturelle und berufliche Anforderungen besser zu bewältigen", ist der Psychologe Peter Vorderer von der Annenberg School for Communication in Los Angeles überzeugt.

So lernen die Spieler etwa Teamfähigkeit und Führungsstärke (bei Multiplayer-Games); sie trainieren logisches Denken und das Verringern von Komplexität (bei Strategiespielen) und schulen gleichzeitig ihre Konzentrationsfähigkeit und Stressresistenz (bei Arcade-Shootern).

Kurzum: Ein bisschen Daddeln ab und an ist gut für Geist und Nerven.

Ego-Shooter trainieren, schneller zu entscheiden

Selbst die oft verschmähten Ego-Shooter sind besser als ihr Ruf. Davon sind zumindest Kognitioinswissenschaftler um Daphne Bavelier von der Universität von Rochester überzeugt. Sie haben in ihren Experimenten zeigen können, dass Ego-Shooter und andere Computerspiele allerlei Alltagsaktivitäten wie Multitasking, Fahren, Navigieren, Lesen oder Freunde im Gewühl nicht verlieren verbessern können. Vor allem aber helfen sie dabei, blitzschnelle Entscheidungen zu treffen. Und dann auch noch gute.

Bei den vorausgegangenen Versuchen ließen Bavelier und ihre Kollegen ihre Probanden im Alter von 18 bis 25 Jahren einige Wochen lang insgesamt 50 Stunden Computerspiele spielen. Allerdings ballerte die eine Hälfte der Teilnehmer ausschließlich mit Ego-Shootern wie "Call of Duty 2" oder "Unreal Tournament" während die anderen Strategie- oder Rollenspiele wie "The Sims 2" absolvierten. Danach mussten die Spieler diverse Tests über sich ergehen lassen, bei denen es vor allem darum ging, zügige Entscheidungen zu treffen.

Und siehe da: Die Anzahl der richtigen Antworten war zwar in beiden Gruppen gleich – doch waren die Actionspieler um rund 25 Prozent schneller. Und das, obwohl alle Probanden zuvor ausgewählt wurden, weil sie eigentlich gar keine Computerspiele mochten.

Falls Sie also am Weltspieltag nur über das Recht auf Spielen bei Kindern nachdenken, denken Sie auch an den Job und das Büro: Videospiele können mehr als Daumen auf dem Touchscreen Salsa tanzen lassen...

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]