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Was ist der Ursprung von Erfolg? Steve Jobs, Stephen Spielberg, Bill Gates - wie wurden diese Menschen zu dem, was sie heute sind oder waren? Man geht irgendwie automatisch davon aus, dass jemand, der erfolgreich ist, ein Wunderkind wie Mozart sein muss, sagt der Journalist Seth Fiegerman. Einer erfolgreichen Person wurde das Talent bereits in die Wiege gelegt. Man tut so, als wäre dieser Erfolg von Anfang an vorherbestimmt gewesen und der Person irgendwie in den Schoß gefallen. Sicherlich gibt es Menschen, bei denen es genauso gewesen ist. Doch das Gros der Erfolgreichen musste erst zahlreiche Hürden überwinden und Rückschläge in Kauf nehmen. Wir geben Tipps, wie Sie Widerstände überwinden können und zeigen Ihnen die Anfänge von sieben erfolgreichen und berühmten Persönlichkeiten..., die sich alle zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben durchsetzen mussten...

Der schwierige Weg zum Erfolg

Seth Fiegerman ist heute Journalist und Blogger für Mashable. Doch mit Ende 20 kämpfte er noch darum eine Anstellung zu finden. Nach seinem Hochschulabschluss mit 26 Jahren startete er mit einer Recherchetätigkeit beim Playboy. Doch nur ein halbes Jahr später wurde die gesamte Belegschaft darüber informiert, dass ein Großteil der Beschäftigten entlassen werden würde. Fiegerman war betroffen. Frustriert über seine mageren Aussichten und die nahende Arbeitslosigkeit, fühlte er sich verloren und stöberte im Archiv des Magazines. Dort stieß er auf eine Truhe mit alten Interviews von zahlreichen weltberühmten Persönlichkeiten wie Marlon Brando und Malcom X.

Bei der Lektüre entdeckte er, dass viele dieser Persönlichkeiten über ihre wenig glorreichen Anfänge berichteten, über Rückschläge, Fehler und Irrtümer. Fiegerman fand es tröstlich herauszufinden, dass auch die erfolgreichsten Männer und Frauen zahlreiche Widerstände auf ihrem Weg überwinden mussten. Er lernte, dass Erfolg weniger eine Frage von Talent, als von Durchhaltevermögen und dem Willen, es immer und immer wieder aufs Neue zu versuchen, ist. Der Fund inspirierte ihn dazu, das Blog "OpeningLines" zu schreiben. Dort erzählte er all diese Geschichten. Damit hoffte er, andere Menschen zu ermutigen und ihnen Hoffnung zu geben.

Drei Tipps, wie Sie Widerstände überwinden

  1. Hausaufgaben

    Jede noch so gute Idee braucht starke Argumente. Und die finden Sie nur, wenn Sie Ihren Vorschlag zuvor selbstkritisch hinterfragen - je fieser die Fragen, desto besser. Dann haben Sie auch Antworten parat, wenn andere diese Fragen stellen.

  2. Selbstkontrolle

    Selbstbeherrschung ist der Schlüssel, um so gut wie alle Widerstände zu überwinden und Kritiker zu überraschen. Zügeln Sie Ihre Emotionen, nehmen Sie nichts persönlich - und Ihre Argumente werden noch souveräner wirken.

  3. Sturheit

    Wenn Sie Ihre Hausaufgaben gründlich gemacht haben (Punkt 1), gibt es wenig Grund, an Ihrer Idee zu zweifeln. Betonen Sie also unablässig deren Vorteile, kämpfen Sie dafür in allen möglichen Foren. Qualität setzt sich eben nicht von alleine durch.

Typologie: Mit diesen Widerständlern bekommen Sie es im Job zu tun

Doppelganger4/shutterstock.comOft wünschte man sich, es wäre anders, doch leider kann man sich nur begrenz aussuchen, mit welchen Kollegen man am Arbeitsplatz zusammenarbeitet. So muss man sich meist damit abfinden, dass man es im Job mit Widerstand zu tun bekommt und die lieben Mitarbeiter sich in verschiedene Typen aufteilen, von denen man auf einige gerne verzichten würde.

Keinesfalls kann man zwar alle Kollegen über einen Kamm scheren. Sicherlich finden sich an den meisten Jobs auch Fürsprecher und Unterstützer, die Ideen unterstützen und gegebenenfalls auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Leider finden sich in vielen Büros aber auch viele verschiedene Charaktere, die auf unterschiedliche Arten für Widerstand sorgen.

  • Die nützlichen Skeptiker. Widerstand ist nicht per se schlecht. Einige Skeptiker im Umfeld sind sogar durchaus nützlich. Sie machen auf mögliche Fehler oder Schwachstellen aufmerksam und geben Feedback. Damit sind sie ein wichtiger Teil des Prozesses, der erforderlich ist, um erfolgreiche Ideen zu entwickeln und diese auch umzusetzen.
  • Die übertriebenen Bremser. Bremser gehen bereits einen Schritt weiter und können durchaus ernsthafteren Widerstand leisten. Sie ziehen erst einmal die Handbremse an und wollen erst überzeugt werden, bevor sie auf das falsche Pferd setzen.
  • Die ausgemachten Widerständler. Diese Kategorie sorgt für Widerstand ohne erkennbaren Grund. Sie blockieren die Ideen, stehen der Umsetzung im Weg und haben immer etwas auszusetzen. Sachlichen Diskussionen gehen Sie aus dem Weg und wenn sie einmal eine Meinung haben, lassen sie sich auch von Fakten kaum noch umstimmen.

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Widerstände überwinden: Diese Tipps helfen Ihnen dabei

Egal auf welche Art von Widerstand Sie in Ihrem beruflichen Leben treffen, es ist Ihre Aufgabe, diesen zu überwinden. Wir haben einige Tipps gesammelt, die Ihnen dabei helfen können.

  1. Transparent agieren

    Oft entsteht Widerstand aus Unwissenheit oder Unsicherheit. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie von Anfang an Ihre Pläne und Vorhaben transparent mit den betroffenen Personen besprechen. So fühlen diese sich eingebunden - und es entsteht nicht das Gefühl, es würde etwas über ihren Kopf hinweg entschieden.

  2. Kontakt aufnehmen

    Prallen zwei Fronten aufeinander, ist es oft schwer, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Niemand möchte von seinen Ansichten abweichen oder einen Schritt auf den anderen zugehen. Suchen Sie deshalb frühzeitig den Kontakt, um nicht nur Ihren guten Willen und Ihren professionellen Umgang mit der Situation zu demonstrieren, sondern um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten.

  3. Perspektive wechseln

    Um Widerstände zu überwinden, hilft es, deren Ursprung zu verstehen. Versuchen Sie die Perspektive des anderen nachzufühlen, zu verstehen, welche Ängste oder Emotionen ihn zu seinem aktuellen Verhalten verleiten. Gelingt Ihnen dieser Schritt, können Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen, um das Problem an der Wurzel zu lösen.

  4. Netzwerk nutzen

    Wenn gar nichts hilft, kann es angebracht sein, dass eigene berufliche Netzwerk zu aktivieren. Suchen Sie sich Unterstützung, sprechen Sie andere Kollegen an oder wenden Sie sich Notfalls an den Vorgesetzten.

Widerstände überwinden: Was diese in uns auslösen

Widerstände lassen sich besonders effektiv überwinden, wenn man versteht, was diese in den eigenen Gedanken bewirken und wie diese das eigene Verhalten beeinflussen können.

Mit diesem Wissen kann gezielt gegen die Auswirkungen der Widerstände vorgegangen werden, damit Sie sich davon nicht einschüchtern oder abschrecken lassen und weiterhin Ihr Ziel vor Augen haben und dieses mit gleichbleibender Motivation verfolgen. Was Widerstände auslösen und wie Sie damit umgehen:

  1. Steigerung von Selbstzweifel. Kaum ein Mensch kommt völlig ohne Selbstzweifel aus - lediglich das Maß unterscheidet sich. Äußere Widerstände können diese verstärken und aus anfänglich kleinen Zweifeln große Sorgen an den eigenen Entscheidungen werden lassen oder sogar die eigenen Fähigkeiten infrage stellen.

    Helfen kann hier in erster Linie ein starkes Selbstbewusstsein, um sich nicht von den eigenen Zweifeln einschüchtern zu lassen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und lassen Sie sich nichts einreden. Es kommt vor allem darauf an, dass Sie selbst an sich glauben - die anderen können Sie später immer noch überzeugen.
  2. Angst vor Ablehnung. Als soziales Wesen möchte jeder Mensch einer Gruppe angehören, von dieser akzeptiert, respektiert und für seine Handlungen geschätzt werden. Treten Widerstände auf, entwickelt sich daraus oftmals automatisch die Angst vor sozialer Ablehnung. Plötzlich gehört man nicht mehr zur Gruppe, sondern steht alleine da.

    Dennoch sollten Sie sich von Widerständen deshalb nicht aufhalten lassen. Am besten sichern Sie sich bereits im Vorfeld die Unterstützung von den Menschen, die Ihnen wichtig sind und nahe stehen. Mit diesem Zuspruch im Rücken fällt es leichter, die Angst zu überwinden und Widerständen die Stirn zu bieten.
  3. Entstehung einer hohen Erwartungshaltung. Wenn Sie sich durchsetzen und Ihre Ziele verfolgen, obwohl jemand sagt, dass es nicht klappen kann, entsteht oft eine umso größere Erwartungshaltung. Jetzt muss es erst recht klappen und absolut perfekt werden, um es allen anderen zu zeigen.

    Grundsätzlich eine gute Einstellung, aus der Sie viel Motivation ziehen können, doch sollten Sie vorsichtig sein, nicht zu viel von sich selbst zu verlangen. Lassen Sie Ihre Erwartungen durch die Widerstände nicht zu hoch werden, sondern bleiben Sie realistisch bei dem, was Sie erreichen wollen.

Inspirierende Erfolgsgeschichten

Sieben Beispiele dafür, dass hinter vielen Erfolgsgeschichten ein missglückter erster Versuch steckt:

  1. Beim Talentwettbewerb gescheitert.

    Er gehört zu den einflussreichsten Musikern des 20. Jahrhunderts. Geboren 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth Minnesota. Heute ist er den meisten als Bob Dylan bekannt. Seine ersten musikalischen Gehversuche waren nicht von besonderem Erfolg gekrönt.

    Das erste Lied, das er an seine Mutter schrieb, wurde von seiner damaligen Lehrerin als bestenfalls mittelmäßig bewertet. An seiner High School nahm er an einer Art Talent Wettbewerb mit der Band Golden Chords teil. Die Jury konnte er damit nicht überzeugen und verlor gegen eine Gruppe Pantomimen.

  2. Wenig Interesse bei den Zuschauern.

    Als viertes Kind eines Rabbis wurde er 1874 in Budapest geboren. Bereits kurze Zeit später zog seine Familie in die USA. Ehrich, wie er sich als Junge nannte, war schon früh von der Zauberei fasziniert. Von da an machte Harry Houdini, wie er sich später nennen sollte, es sich zur Aufgabe herauszufinden, wie bekannte Tricks funktionierten. Zu seinem Spezialgebiet wurden Handschellen und Entfesselungstricks.

    Nur hatten die Menschen der Zeit kein Interesse an solchen Tricks. Sie wollten lieber Kartentricks und akrobatische Stunts sehen. Befreite Houdini sich auf magische Art und Weise aus den Handschellen, hieß es, die Handschellen seien kaputt. Erst in der zweiten Hälfte seiner Karriere stellte sich Erfolg ein.

  3. Keine Vorstellungskraft.

    Walter Elias Disney wuchs auf einer Farm in Missouri auf. Zusammen mit seinen vier Geschwistern half er auf dieser elterlichen Farm aus. Schon damals zeichnete er gerne, doch es dauerte lange, bis er mit seinen Zeichnungen Erfolg hatte. Später heuerte Walt Disney bei einer Zeitung an und wurde dort mit der Begründung, er habe keine Vorstellungskraft, schnell wieder gefeuert.

    Er gründete eine Firma und zeichnete eine Cartoon Serie, die jedoch nicht gut ankam. Seine Firma ging daraufhin Pleite. Als er seine Zeichentrickfigur Mickey Mouse den berühmten MGM-Filmstudios vorstellte, hielten diese die Figur für wenig erfolgversprechend. Sie waren der Meinung, Frauen würden sich vor einer übergroßen Maus auf der Leinwand fürchten.

  4. Für einen Dummkopf gehalten.

    Der junge Albert Einstein sprach in den ersten drei Jahren seines Lebens kein einziges Wort. Erst im Alter von vier Jahren begann er zu sprechen. In der Grundschule sollen ihn seine Lehrer nicht für besonders helle gehalten haben. Auch die Bewerbung an seiner Wunschuniversität, der eidgenössischen polytechnischen Schule in Zürich, scheiterte beim ersten Anlauf. Zwar bestand er den naturwissenschaftlichen Teil, nicht jedoch den französischen Teil der Prüfung.

    Nach seinem Studium bemühte sich der junge Einstein um eine Assistenzstelle an der Universität, doch seine Bewerbung wurde abgelehnt. So arbeitete er in der ersten Zeit als Hauslehrer in verschiedenen Städten bis er seine erste Anstellung als technischer Experte erhielt.

  5. Niemand wollte sein Erstlingswerk veröffentlichen.

    Als er zehn Jahre alt war, verließ sein Vater die Familie und seine Mutter zog ihn und seinen Bruder alleine auf. Als Kind soll Stephen King den tragischen Tod eines Freundes, der von einem Zug überfahren wurde, mitangesehen haben. Nach seinem Studium arbeitete er als Englischlehrer, verdiente allerdings nicht genug, um seine Familie davon ernähren zu können. Also nahm er einen Zweitjob als Bügelaushilfe in einer Wäscherei an. In der verbleibenden Zeit widmete er sich seinem Schreiben.

    Sein erstes Werk "Carrie" wurde ganze 30 Mal von Verlagen abgelehnt. King hatte den Glauben daran bereits verloren und schmiss es in den Papierkorb. Dort fand es seine Frau und ermunterte ihn noch einen letzten Versuch zu wagen. Dieses Mal verlegte der Verlag Doubleday den Roman. Mittlerweile gehört er zu den beliebtesten des Genres und wurde von Stanley Kubrick verfilmt.

  6. Vor dem Durchbruch praktisch obdachlos.

    Schon als Schüler war Jim Carrey der Klassenclown. Sein Vorbild war der Komiker Jerry Lewis. Auch er wollte die Bühnen erobern. Mit 15 Jahren trat er bereits als Stand-Up-Comedian in Toronto auf. Ein Jahr später musste er allerdings die Schule aus finanziellen Gründen verlassen. Sein Vater war ein arbeitsloser Musiker und die Familie war auf die Unterstützung angewiesen.

    Er arbeitete in einer nahe gelegenen Reifenfabrik, doch als diese dicht machte, war die Familie gezwungen in einem Volkswagen Camper zu leben. Weltweit bekannt wurde er durch die Titelrolle in der Slapstick-Komödie "Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv". Später folgten Erfolge, wie "Die Maske" und "Dumm und Dümmer".

  7. Drei Mal gescheitert.

    Jim "Jimbo" Wales verfügte schon 1979 über einen Computer. Als Sohn eines Gemischtwarenhändlers und einer Lehrerin besuchte er die Privatschule der Mutter. Sein besonderes Interesse lag im Bereich Wirtschaft und Finanzen und so studierte er Finanzwirtschaft an der Auburn Universität. Zwei Mal begann er ein Promotionsstudium, seine Dissertation stellte er allerdings nie fertig. Nach seinem Studium arbeitete er als Börsenmakler an der Chicagoer Börse. Wales beschrieb sich als süchtig nach dem Internet und Multiplayer Role Playing Games. Für sein Hobby schmiss er seinen gut bezahlten Job, um seine eigene Website aufzubauen.

    Seine erste Idee war es, eine Website zu erstellen, die Geschäftsleuten in Chicago verriet, wo sie zu Mittag essen konnten. Doch die Restaurants spielten nicht mit. Also startete er eine eigene Suchmaschine mit dem Namen "Three Apes". Doch bereits nach wenigen Monaten scheitere auch dieses Projekt. Schließlich ging er mit der Seite "Bomis" online. Es war eine Website, die Foren zu den Themen Unterhaltung, Sport und Erotik bot. Diese Seite war bereits deutlich beliebter, doch weltweit bekannt wurde er erst mit einer noch späteren Idee: Wikipedia.

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