Das Internet vergisst nicht. Jedenfalls nicht von selbst. Man muss das virtuelle Gedächtnis schon manuell löschen, um unliebsame Inhalte zu entfernen. Falls dies überhaupt gelingt. Zumindest aber lassen sie sich so ein wenig unsichtbarer machen.
Was den Internetnutzern – ob nun Privatpersonen oder Unternehmen – dabei besonders schwer im Magen liegt und sie deshalb gerne entfernt sehen würden, untersucht alle drei Monate der sogenannte Löschreport des Online-Reputationsdienstleisters Ruflotse (siehe auch Report vom 1. Quartal 2011). Dazu werden mehr als 500 Löschaufträge, die das Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bekommt, ausgewertet.
Interessant: 37 Prozent der Einträge, die Nutzer entfernen ließen, waren unschöne Kommentare in Foren, mehr als ein Drittel (35 Prozent) ließen gar persönliche Kontaktdaten im Web löschen, weil diese öffentlich zugänglich waren. Effekt: Die Auftraggeber wurden unerwünscht von Unternehmen kontaktiert, ungefragt mit Werbung bombardiert oder gar von anderen Privatpersonen persönlich belästigt. Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Löschaufträge bezog sich allerdings auch auf geschäftsschädigende Inhalte und rund jeder zehnte Auftrag (11 Prozent) wurde von Bewerbern auf Jobsuche zum Schutz ihrer Karriere veranlasst.
Bemerkenswert daran ist allerdings auch: Rund 21 Prozent der Auftraggeber haben die unliebsamen Inhalte wie Fotos, Videos oder Kommentare selbst verursacht beziehungsweise im Netz hochgeladen und veröffentlicht.
Im Detail sah das dann so aus…
Das lassen Privatpersonen im Netz löschen:

- Kommentare: 37 Prozent, davon selbst eingestellte: 27 Prozent (Vorquartal: 28 Prozent, 30 Prozent)
- Kontaktdaten: 35 Prozent, davon selbst eingestellt: 33 Prozent (Vorquartal: 29 Prozent, 26 Prozent)
- Artikel: 16 Prozent (Vorquartal: 18 Prozent)
- Fotos/Videos: 12 Prozent, davon selbst eingestellt: 35 Prozent (Vorquartal: 19 Prozent, 43 Prozent)
Die Orte, an denen Privatpersonen am häufigsten Inhalte löschen lassen, sind indes Communities (28 Prozent), Verzeichnisse (28 Prozent) und Foren (21 Prozent). Seltener kommt es vor, dass Privatpersonen unliebsame Einträge in Nachrichtenportalen und Archiven (8 Prozent), in privaten Internetseiten (8 Prozent), Blogs (4 Prozent) oder Bewertungsplattformen (2 Prozent) löschen lassen.
Die Unternehmen wiederum kämpfen eher gegen diskreditierende Einträge. Knapp drei Viertel (75 Prozent) versuchten schädliche Kommentare und negative Bewertungen aus dem Netz zu tilgen.
Aber auch eigene Kontaktdaten lassen 17 Prozent der Unternehmen im Internet löschen. Das allerdings vor allem, weil diese entweder veraltet oder fehlerhaft sind.
Das lassen Unternehmen im Netz löschen:

- Kommentare/Bewertungen: 74 Prozent (Vorquartal: 80 Prozent)
- Kontaktdaten: 17 Prozent (Vorquartal: 4 Prozent)
- Redaktionelle Beiträge: 9 Prozent (Vorquartal: 9 Prozent)
Wo die Unternehmen Einträgen löschen lassen?
Insbesondere in Foren (43 Prozent), auf Bewertungsplattformen (17 Prozent), in Verzeichnissen (17 Prozent) und Communities (15 Prozent). Seltener in Nachrichtenportalen und Archiven (5 Prozent). Private Websites (2 Prozent) und Blogs (1 Prozent) tauchen in den Löschlisten dagegen kaum auf.

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Viktor
Interessante Werte, die hier ermittelt wurden. Ich persönlich kann diese gut nachvollziehen und hoffe schon lange darauf, dass dazugehörige und richtig durchgreifende Dienste bereitgestellt werden. Bleibt nur das Hoffen.