Xing Re-DesignXing – der Platzhirsch unter den deutschsprachigen Business-Netzwerken – hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Zwar gab und gibt es nach wie vor eine aktive Nutzerbasis auf der Plattform, doch die Zahl der reinen Kontaktsammler und Spammer nahm stetig zu und vertrieb so manches gut vernetzte Mitglied. Dazu kam das altbackene und wenig attraktive Design, das Social Media affine Nutzer eher abschreckte als anzog. Doch das soll sich mit dem am 10. Juli 2013 vorgestellten neuen Profil-Design ändern. Wir nehmen die Änderungen für Sie unter die Lupe.

Wir konzentrieren uns dabei auf die Einschätzung und Analyse der neuen Funktionen. Wenn Sie ein How-To oder eine konkrete Anleitung zum neuen Xing-Profil suchen, empfehlen wir Ihnen die Artikel von Joachim Rumohr und Oliver Gassner. Beide beschreiben die für den Wechsel auf das neue Profil notwendigen Schritte ausführlich.

Doch was hat sich genau verändert? Auf den ersten Blick fallen einige Punkte auf:

  • Eine farbenfrohere und modernere Optik.
  • Klarer strukturierte Profile und Navigation.
  • Ein neuer Portfolio-Bereich.
  • Prominentere Platzierung der Xing-Themen.
  • Einbindungsoptionen für RSS-Feeds und Twitter-Stream.

Re-Design – Vorteile für die Jobsuche?

Xing Berufserfahrung
Das Design an sich ist natürlich Geschmacksache, doch den ersten Rückmeldungen zur Folge wirkt es auf die meisten Nutzer deutlich ansprechender als die alte Optik. Vor allem die Darstellung der Berufserfahrung hat sich deutlich verändert und entspricht jetzt eher einem modern gestalteten Lebenslauf als einer Auflistung verschiedener Stationen.

Die Dauer jedes Arbeitsplatzes wird auch optisch – durch die Größe des Kreises – dargestellt. Das sorgt für mehr Übersicht und eine leichtere Les- und Erfassbarkeit der Daten. Für Bewerber und Personaler ein durchaus interessanter Schritt.

Die wirkliche Neuerung ist jedoch im neuen Portfolio-Bereich zu finden. Dieser bietet die Möglichkeit, eigene Projekte und Kompetenzen mit Bildern und Texten zu präsentieren. Einige Punkte gilt es dabei jedoch zu beachten:

  • Die Bilder müssen quadratisch sein. (Kleine Korrektur: Das Format der Bilder ist frei wählbar, doch die Darstellung ist immer quadratisch.)
  • Textgröße und -art lassen sich nur marginal oder gar nicht verändern.
  • Die grundlegende Struktur des Portfolios lässt sich nicht individualisieren.
  • Das Portfolio übernimmt die Funktion des „Über mich“-Bereiches.

Letzteren gibt es zwar noch, er ist jetzt jedoch Schlag- und Stichworten vorbehalten. Fließtext ist hier nicht mehr sinnvoll.

Diese Möglichkeiten bieten Bewerbern grundsätzlich zahlreiche Optionen, sich und ihre Kompetenzen wirkungsvoll in Szene zu setzen. Das größte Potenzial liegt hier eindeutig im Portfolio, in das Bewerber daher Zeit und Energie investieren sollten. Bonus: Auf Wunsch kann statt dem Lebenslauf auch zuerst das Portfolio auf dem Profil angezeigt und die aktuelle Jobsuche auf dem Profil als erster Punkt deutlich gemacht werden.

Werden Nutzer zurückgewonnen?

Im Xing-Blog betont Marc Kadish, dass das neue Profil Unternehmen und Freelancer aller Branchen und Bereiche ansprechen soll. Ob das gelingt, muss sich erst noch zeigen, doch die Möglichkeiten dafür sind geschaffen. Vor allem das Portfolio – das auch Xing selbst in den Mittelpunkt seines Blog-Beitrages stellt – bietet hier die passenden Möglichkeiten. Freelancer und kleine und mittelständische Unternehmen sollten auf jeden Fall einen Blick auf die Möglichkeiten werfen.

Noch wichtiger ist aus unserer Sicht jedoch die Frage, ob Xing mit seinem Re-Design auch Social Media affine Nutzer zurückgewinnen kann. Denn würde die Zahl dieser Nutzer auf Xing spürbar steigen, könnte das nachhaltige Auswirkungen auf die Kommunikationskultur des Netzwerks haben und den Dialog der Mitglieder untereinander noch einmal stärken.

Die Integration des Twitter-Streams oder des eigenen Blogs – via RSS-Feed – ist sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung, andere Netzwerke könnten folgen. Ob Xing für Social Media affine Nutzer allerdings wirklich attraktiv wird, hängt nicht zuletzt von den Xing-Gruppen und -Themen ab, bei denen Änderungen und eine klare Ausrichtung ebenfalls längst überfällig sind.

Xing-Re-Design – Ein Schritt in die richtige Richtung

Xing Portfolio
Insgesamt stellt das Re-Design einen Schritt in die richtige Richtung dar. Vor allem das Portfolio hat das Potenzial, Unternehmen und Freelancer verschiedener Branchen anzuziehen. Die Vorteile und Auswirkungen für den Recruiting-Bereich sind aktuell noch unklar, hier bleibt abzuwarten, wie Unternehmen und Bewerber die neuen Möglichkeiten annehmen und nutzen werden.

Wird Xing durch das neue Design verlorene Nutzer zurückgewinnen? Einige sicherlich. Wird es reichen, um einen Wandel im Netzwerk einzuleiten und die Spamwelle der letzten Monate einzudämmen? Das bleibt abzuwarten. Doch wenn Xing sich jetzt noch um Gruppen und Themen kümmert und eine brauchbare mobile Applikation vorstellt, wird das Netzwerk wieder richtig konkurrenzfähig.

Zum Schluss noch ein Tipp: Die Kollegen von Best Practice Business haben – Sie ahnen es schon – einige Best Case Beispiele zusammengestellt die zeigen, was mit dem neuen Profil möglich ist. Als Inspiration ganz klar empfohlen.