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Videos sind aus den sozialen Netzwerken und Blogs heute nicht mehr wegzudenken. Die Bedeutung des Mediums zeigt sich nicht zuletzt am erbitterten Wettstreit von Facebook und Youtube und die Vorherrschaft im Videobereich. Beide Plattformen veröffentlichen in schöne Regelmäßigkeit Zahlen, die die jeweilige Dominanz belegen sollen. Sollen Videos jedoch über Google gefunden werden und so für Reichweite außerhalb Facebook sorgen, ist die Plattform aus dem Hause Google das Mittel der Wahl. Youtube bietet Unternehmen enormes Potenzial und zahlreiche Chancen, allerdings auch einige Risiken...

Youtube und Videos: Wer kann sie nutzen?

Ollyy/shutterstock.comDie häufig gestellte Frage: "Können wir Youtube und Videos denn überhaupt für uns nutzen?" geht jedoch in die falsche Richtung. Korrekterweise müsste sie lauten: "Wie können wir Youtube und Videos für uns nutzen?" Der Unterschied mag sprachlich minimal sein, ist inhaltlich jedoch relevant. Denn Videos und Youtube lassen sich von allen Unternehmen und für alle Themen sinnvoll nutzen - wenn Unternehmen das Thema und Medium ernst nehmen und professionell angehen.

Warum diese absolute und - auf den ersten Blick - etwas radikale Aussage? Ganz einfach, weil...

  • ... es in jedem Bereich Themen gibt, die sich für Videos eignen.
  • ... Videos eine sehr persönliche und direkte Form der Kommunikation sind.
  • ... Videos komplexe Sachverhalte verständlich und greifbar machen können.
  • ... der Aufwand für gute Videoproduktion heute überschaubar ist.
  • ... es verschiedenste Videoformate gibt, die sich individuell nutzen lassen.

Grundsätzlich kann also jedes Unternehmen in jedem Bereich Videos nutzen und einsetzen. Wichtig ist jedoch, dass Videos und Youtube weder unter ferner liefen eingeordnet werden, noch alle Ressourcen in Anspruch nehmen. Um Videos sinnvoll zu nutzen, sollten diese Teil der Kommunikationsstrategie sein.

Die sinnvolle Nutzung beginnt dabei bei der individuellen Gestaltung des Youtube Kanals und dessen ordentlicher Vernetzung.

3 Tipps fürs Einbetten von Youtube Videos

Eine der Funktionen, die Youtube als Videoplattform interessant und attraktiv machen, ist das Einbetten von Videos. Youtube Videos können so in Blogartikel und auf anderen Seiten verwendet werden, um Texte multimedial zu ergänzen. Beim Einbetten lassen sich jedoch einige Details beeinflussen. Und diese können durchaus relevant sein.

1.Youtube Logo ausblenden

Standardmäßig wird bei eingebetteten Youtube Videos auch das Youtube Logo angezeigt. Das muss kein Problem sein, kann Sie jedoch stören, wenn Sie beispielsweise auf einen cleanen Look und Ihr Unternehmensbranding Wert legen. Abhilfe schafft eine einfache Änderung im Embed Code und zwar indem Sie den Parameter "&modestbranding=1" an die URL des Videos anhängen. Das kann dann so aussehen:

Embed_Code_Beispiel_1

Und als Video:

2. Empfohlene Videos deaktivieren

Standardmäßig zeigt Youtube am Ende eines jeden Videos weitere Video-Empfehlungen an. Das kann okay sein, doch wenn Sie den Zuschauer auf Ihrem Kanal - oder im Artikel - halten wollen, stören diese Empfehlungen eher.

Deaktivieren lassen sich diese unterhalb des Embed Codes auf der Youtube Video Seite. Klicken Sie dazu zunächst auf "Mehr anzeigen" und entfernen Sie dann den Haken bei "Nach Ende des Videos vorgeschlagene Videos einblenden".

3. Videos transparent einbinden

Nutzen Sie auf Ihrer Webseite oder Ihrem Blog Pop Ups, können eingebundene Youtube Videos - genauer gesagt, die dafür verwendeten iframes - stören. Um das zu vermeiden sollten Sie Videos transparent einbinden. Auch hier reicht die simple Ergänzung des Embed Codes. Das Endergebnis sieht dann so aus:

Embed_Code_Beispiel_2

Und als Video:

P.S.: Die Funktion zum Einbetten von Videos lässt sich auf Youtube allerdings auch vom Kanalbetreiber deaktivieren. Stoßen Sie also auf ein Video, dass nicht eingebunden werden kann, sollten Sie diese Einstellung respektieren und nicht nach Umwegen suchen.

Youtube Kanal: Tipps und Beispiel für die Gestaltung

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Für die Gestaltung des Youtube Kanals sind Titel- und Profilbild naturgemäß wichtige Elemente. Das Team von Setupablogtoday hat die wichtigsten Maße dafür in der oben zu sehenden Infografik zusammengestellt. Die komplette Infografik enthält Maße für zahlreiche soziale Netzwerke. Sie finden sie bei den Kollegen von allfacebook.

Die Maße helfen zwar bei der formalen Anpassung, machen für sich genommen jedoch noch kein ansprechendes Design aus. Unternehmen sollten zwar darauf achten, ihren Kanal im Corporate Design zu halten, müssen dabei aber keine Kunststücke vollführen. Eine ansprechende, solide Optik reicht in den meisten Fällen völlig aus.

Auf unserem Karrierebibel Youtube Kanal haben wir beispielsweise das von Facebook bekannte Headerbild verwendet, um so eine optische Konstanz und Verbindung herzustellen. Unser Profilbild (Nummer 1) besteht - natürlich - aus unserem Logo und Markennamen.

Darüber hinaus nutzen wir jedoch auch die Möglichkeit, unser Blog und andere relevante Social Media Kanäle mit unserem Youtube Kanal zu verknüpfen (Nummer 2). Diese Vernetzung der Kanäle untereinander ist wichtig und kann neue Leser und Zuschauer bringen, wird von vielen Unternehmen jedoch nicht genutzt oder sehr stiefmütterlich behandelt.

Karrierebibel_-_YouTube_-_Beispiel

Ob ein Kanaltrailer notwendig ist oder ob die Präsentation eines ausgewählten Videos (Nummer 3) ausreicht, ist unter Fachleuten umstritten. Für Unternehmen kann die Produktion eines eigenen Kanaltrailers sinnvoll sein. Höchste Priorität muss ihr jedoch nicht zukommen.

Wichtiger ist da schon die Nutzung der Playlisten (Nummer 4), mit denen sich Videos thematisch ordnen lassen. Der Clou: Playlisten können auch gesondert auf Youtube abonniert werden. Decken Sie in Ihrem Kanal also mehrere Themenbereiche ab, können und sollten Sie regelmäßig darauf hinweisen, dass Ihre Kunden und Netzwerkpartner auch nur einzelne Themenbereich - eben über passenden Playlisten - abonnieren können.

Themen- und Formatideen für den Youtube Kanal

Shutterstock / DusitDie individuell optimale Gestaltung des Kanals ist zwar wichtig, ohne gute Videos und ansprechende Inhalte jedoch auch sinn- und nutzlos. Genau dieser Aspekt - der Inhalt des Kanals - stellt viele Unternehmen jedoch vor eine Herausforderung. Ihnen fehlen schlicht Ideen und Ansätze für passenden Formate.

Da können wir jedoch Abhilfe schaffen. Mit unseren Format- und Themenideen kann jedes Unternehmen individuelle Videoformate entwicklen und angehen. Sicher erfordert die Anpassung ein wenig Arbeit und die Formate müssen auf die Kommunikationsstrategie abgestimmt werden. Doch dann steht der Videoproduktion nichts mehr im Wege.

Themen und Formatideen für Youtube Videos

  • Mitarbeiterprofile und -vorstellungen verleihen jedem Unternehmen - wenn sie gut gemacht sind - ein Gesicht und eine persönliche Note.
  • Azubi-Vlogs eigenen sich hervorragend für aktives Employer Branding.
  • Videos, die einen Einblick in den Arbeitsalltag bieten - im Stile eines Blick-über-die-Schulter-Formats - kommen bei Fans und Kunden in der Regel gut an.
  • Azubi- oder Mitarbeiter-Songs können der Reputation eines Unternehmens dienen. Durch die zahlreichen Flops der letzten Jahre sollte dieses Format jedoch mit Vorsicht genutzt werden.
  • Firmenevents oder Messeauftritte bieten die perfekte Gelegenheit für die Erstellung eigener Videos. Achten Sie hier unbedingt darauf, Ihren Zuschauern neben Impressionen auch wissenswerte Informationen zu vermitteln.
  • Tage der offenen Tür bieten nicht nur die Möglichkeit, sie in Videoform zu dokumentieren. Hier lassen sich auch Statements und Kommentare von Besuchern einfangen und präsentieren.
  • Auch die täglichen Arbeitsaufgaben und -abläufe eignen sich als Themen für eigene Videos. Vor allem Arbeiten, die dem Namen nach zwar bekannt sind, deren Ablauf aber unklar ist, lassen sich so hervorragend erklären.
  • Dieses Prinzip lässt sich auch auf Berufsbilder, Ausbildungs- und Studiengänge übertragen, die in Videoform - möglicherweise in einer eigene Serie - vorgestellt werden können.
  • Häufig gestellte Fragen können nicht nur in Text-, sondern auch in Videoform beantwortet werden.
  • Wettbewerbe, Gewinnspiele und ähnliche Veranstaltungen sollten auch in eigenen Videos angekündigt und erläutert werden.
  • Selbst reine Produktionsabläufe und technische Prozesse können durch Videos ansprechend dargestellt werden und technisch interessierte Kunden und Fans ansprechen.
  • Produktvideos sind zwar nicht neu, werden sie jedoch optisch ansprechend umgesetzt und mit Informationen zum Produkt verknüpft, haben sie ihren Platz in einer ausgewogenen Strategie.
  • Firmenporträts gehören zu den bekanntesten Videoformaten im Unternehmenseinsatz. Das führt dazu, dass an sie auch die höchsten Erwartungen von Fans und Kunden gestellt werden.
  • Unternehmen können eigene Videos auch dazu nutzen, ihre verschiedenen Standorte - sowohl national als auch international - vorzustellen und so die Größe ihres Wirkungsbereiches zu verdeutlichen.
  • Firmenjubiläen sollten natürlich als Anlass für Videobotschaften oder -nachrichten dienen.
  • Anleitungen zu Produkten des Unternehmens sind auch in Videoform möglich.
  • Tutorials sollten sich jedoch nicht nur mit den Produkten des Unternehmens selbst, sondern auch mit Themen und Fragen der Fans befassen.
  • Google+ Hangouts on Air können einerseits als offene Sprech- und Fragerunde für Fans genutzt, andererseits später geschnitten und als Video-Serie verwertet werden.
  • Der Weg vieler Produkte ist für Kunden oft intransparent. Es kann daher durchaus sinnvoll sein, den gesamten Weg von Produktion bis zum Verkauf im Video festzuhalten.
  • Eine weitere Möglichkeit: Interviews mit Geschäftsführung und Mitarbeitern. So können Kunden auch Gesichter mit dem Unternehmen assoziieren.
  • Etwas ungewöhnlich: Eine Video-Bewerbung des Unternehmens bei potentiellen Bewerbern und Mitarbeitern. Gut gemacht, birgt diese enormes Potenzial.
  • Auch Video-Serien mit einer eigenen Story, in deren Rahmen die Produkte des Unternehmens unterhaltsam vorgestellt werden, können sinnvoll sein.
  • Die Einführung neuer Produkte oder neuer Kommunikationskanäle können - wenn es zur Kommunikation des Unternehmens passt - auch durch Videos vorgestellt werden.
  • Neue Mitarbeiter können durch interne Videos eingeführt werden. Extern ist ähnliches mit Teams und deren Aufgaben möglich.
  • Auch das Ausscheiden langjähriger Mitarbeiter kann durch Videos dokumentiert werden und so zeigen, dass ein Unternehmen seine Mitarbeiter wirklich zu schätzen weiß.
  • Videos müssen nicht immer aus Videos bestehen. Was seltsam klingt bedeutet konkret: Eine Kombination aus Fotos und Musik in Verbindung mit Kommentaren und Untertiteln kann ebenso ansprechend wirken und ein reines Video ergänzen oder ersetzen.
  • Sogar reine Audio-Podcast können - ergänzt durch passende Bilder und Folien - auf Youtube großen Zuspruch finden.
  • Da es sich bei Youtube um ein hoch aktives soziales Netzwerk handelt, sollten Unternehmen dem Rechnung tragen. Videoantworten auf Videos andere Nutzer können die eigene Sichtbarkeit beispielsweise deutlich steigern.
  • Noch einen Schritt weiter können Unternehmen durch Kooperationen mit bekannten Youtubern gehen. Die so entstehenden Videos erreichen oft enorme Zuschauerzahlen und werden auch mit dem Unternehmen verknüpft.
  • Videowettbewerber oder Themenwochen können ebenfalls dazu dienen, andere Youtuber zu aktivieren und das eigene Netzwerk zu erweitern.
  • Ein Videodreh kann - richtig umgesetzt - sogar zwei Videos liefern: das Video selbst und das Making of Video. Solche Videos sind bei Fans und Kunden sehr beliebt.
  • Umfragen und ähnliche Aktionen lassen sich natürlich hervorragend in Videoform einfangen und nutzen.
  • Zu guter Letzt sollten Unternehmen hin und wieder auch gewollt lustige Videos produzieren und einsetzen. Etwas niveauvolle Unterhaltung schadet in der Regel nicht.

Youtube als Teil der Kommunikationsstrategie


Soll Youtube ein wertvoller Teil Ihrer Gesamtkommunikation werden, ist die strategische Einbindung und Nutzung unerlässlich. Ein Schritt dazu ist das aktive Monitoring Ihres Youtube Kanals, dass Sie über die die oben erläuterten Youtube Analytics vornehmen können. Unser Tutorial ist zwar schon etwas älter, die grundlegenden Funktionen sind jedoch nach wie vor vorhanden.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Erfassung der Daten, sondern vor allem ihre effektive Nutzung. Um Ihre Videos beispielsweise als Inspirationsquelle - auch für neue Blogartikel - zu nutzen, sollten Sie unbedingt Kommentare unter Ihren Videos zulassen und eingehendes Feedback aufgreifen.

Es versteht sich von selbst, dass Sie dann auch auf die eingehenden Kommentare antworten und reagieren. Sollten Sie Bedenken haben, können Sie Kommentare auch moderiert freigeben. Dies sollte jedoch nicht Ihre erste Wahl sein.

Um Youtube und Videos gezielt und strategisch zu integrieren sollten Sie sich klar machen...

  • ... welche Themen sich am besten für Videos eignen.
  • ... wie und wann Videos Ihre Blogartikel ergänzen können.
  • ... welche Formate - eine Auswahl finden Sie oben - relevant sind.
  • ... was Sie realistisch leisten und produzieren können.

Der letzte Punkt stellt indirekt die Frage nach den verfügbaren Ressourcen, die Unternehmen idealerweise vor dem Youtube Einstieg beantworten sollten. Es ist sinnvoll mit geringerer Frequenz zu starten und diese verlässlich durchzuhalten. Konstanz und Zuverlässigkeit sind auch hier Trumpf.

Das gilt vor allem für Video Serien, die sich deutlich spürbar auf Ihre Reichweite auswirken können - wenn sie durchgezogen werden. Brechen diese jedoch ab, ist das nicht optimal.

Reputationsfalle Youtube: Nicht diese Fehler!

so47/ShutterstockSo groß die Chancen und das Potenzial von Youtube auch sind, so viele Risiken und Gefahren birgt die Plattform auch. Genauer gesagt ist es das Medium Video, dass die meisten Risiken mit sich bringt. Denn schlecht produzierte - oder unfreiwillig komische - Videos können der Reputation von Unternehmen und Bewerbern spürbar schaden.

Dafür sind oft Fehler verantwortlich, die sich mit ordentlicher Vorbereitung, einer guten Strategie und genug Zeit und Übung bei der Videoproduktion vermeiden lassen. Im Folgenden fassen wir die häufigsten - und potenziell gefährlichsten - zusammen.

    Konzeption und Strategie

  • Zu lange Videos verfehlen oft nicht nur das Ziel - möglichst viele Aufrufe - sondern können Zuschauer auch abschrecken und langweilig wirken. Eine Assoziation, die keinem Unternehmen zusagen dürfte.
  • Youtube kann ein sehr aktives und wichtiges Netzwerk für Unternehmen sein. Doch deshalb sollten andere Netzwerke nicht vernachlässigt werden. Ein hervorragender Youtube-Kanal ist nur dann sinn- und wertvoll, wenn die Unternehmenswebseite und andere Kanäle ebenfalls gepflegt werden.
  • Die Kanäle anderer Unternehmen können als Inspiration dienen. Doch wenn Themen allzu offensichtlich kopiert oder übernommen werden, kann das zu empörten Reaktionen der anderen Unternehmen und ihrer Fans führen. Vom Reputationsschaden des kopierenden Unternehmens ganz zu schweigen.
  • Ernsthaftes Engagement braucht auch auf Youtube Zeit, um sich wirklich auszuzahlen. Vor allem der Aufbau einer aktiven Community und Zuschauerschaft findet innerhalb von Woche und Monaten statt.
  • Video-Serien eignen sich als Format hervorragend, um Fans und Kunden an ein Unternehmen und einen Kanal zu binden und langfristig interessante Inhalte zu vermitteln. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Serien ausreichend lange im Voraus geplant werden und genug Material vorhanden ist. Plötzlich abbrechende Serien hinterlassen bei Zuschauern oft einen schalen Nachgeschmack.
  • Das Medium Video bietet Unternehmen gewaltiges Potenzial und zahlreiche Chancen. Doch es hat auch seine Grenzen und es gibt Themen, die sich nicht für die Vermittlung in Video-Form eignen. Unternehmen sollten daher keinesfalls den Fehler begehen, immer und zu allen Aspekten ein Video drehen zu wollen.
  • Andererseits gibt es auch Themen, die geradezu nach eine Video-Umsetzung verlangen und sich dafür hervorragend anbieten. Das hilft einem Unternehmen jedoch genau gar nichts, wenn die für die Umsetzung notwendigen Ressourcen nicht vorhanden sind.
  • Sicher, die Moderation von Kommentare kann aufwändig sein und kostet Zeit. Doch Kommentare zu deaktivieren bedeutet nicht nur, wertvolles Feedback zu ignorieren. Nein, deaktivierte Kommentare vermitteln auch die Botschaft, dass Sie sich nicht um die Meinung Ihrer Zuschauer kümmern und dass Sie gar keinen Wert auf Austausch und Dialog legen.
  • Natürlich reicht als Videobeschreibung theoretisch ein Link zum entsprechenden Blogartikel. Doch praktisch sollten Sie sich die Zeit nehmen und Ihre Videos mit ordentlichen Beschreibungstexten versehen. Das wirkt einfach deutlich professioneller und ansprechender und zeigt, dass Sie sowohl den Kanal als auch Ihre Zuschauer ernst nehmen und achtsam behandeln.
  • Klar können Sie auch bei Ihren Corporate Videos Werbung einblenden lassen. Doch erstens haben Sie - wenn es sich nicht um gezielt geschaltete Anzeigen von Werbekunden handelt - keinen Einfluss darauf, welche Anzeigen hier auftauchen. Und zweitens wirkt es vielleicht ein klein wenig seltsam, wenn ein Unternehmensvideo von Werbung überlagert wird. Haben Sie das wirklich nötig?
  • Ja, Youtube bietet Ihnen immer drei Vorschaubilder an. Nein, die sind in der Regel nicht sinnvoll nutzbar. Nehmen Sie sich die Zeit, eigene Vorschaubilder zu erstellen und hochzuladen. Der Aufwand ist vergleichsweise gering, doch wenn Sie darauf verzichten, wirkt Ihr Kanal schnell amateurhaft und wenig professionell.
  • Youtube Videos können, müssen jedoch nicht immer in Blogartikel eingebunden werden. Sicherlich ist die Verwendung auf anderen Plattformen sinnvoll, doch Sie sollten nicht zwanghaft versuchen, jedes Video auch in einen Artikel zu überführen. Sonst können Artikel schnell gezwungen und wenig überzeugend wirken.
  • Apropos Einbindung: Natürlich sollten Sie Ihre Videos in Ihren anderen Social Media Kanälen teilen. Achten Sie jedoch darauf, die geteilten Videos mit einem zum Netzwerk passenden Kommentar zu versehen.
  • Viele Videos zu produzieren kann eine gute Idee sein - wenn Sie die Frequenz halten können. Ist das jedoch nicht klar, sollten Sie lieber mit wenigen Videos pro Woche starten und die Frequenz langsam hochfahren. Eine bewusste Erhöhung des Outputs wirkt deutlich besser als eine erzwungene Reduktion.
  • Um die Reichweite Ihres Kanals zu erhöhen können Sie auf Youtube auch Werbeanzeigen für Ihren Kanal oder einzelne Videos schalten. Achten Sie dabei unbedingt auf ein sauberes Targeting. Tauchen Ihre Videos in einem völlig unpassenden Kontext auf, kann das auch auf Ihr Unternehmen abfärben.
  • Apropos Werbung: Auch ein noch so großes Werbebudget kann kein Ersatz für inhaltliche Qualität und interessante Themen sein. Spielen Sie Werbe- und Produktionsbudget daher bitte niemals gegeneinander aus, sonst entstehen Videos, die ganz sicher nicht die gewünschte Wirkung erzielen.
  • Sie haben einzelne Video-Formate, die sehr gut funktionieren und die Sie problemlos produzieren können? Wunderbar. Diese sollten sicherlich Ihre Basis bilden, doch für den langfristigen Erfolg ist es entscheidend, auch neue Formate auszuprobieren und Abwechslung zu bieten.
  • Kommentare und das Feedback Ihrer Zuschauer sollten Sie durchaus ernst nehmen. Es wäre jedoch ein Fehler, auf jeden Kommentar sofort zu reagieren und immer Änderungen vorzunehmen. Denn dann entscheiden Sie nicht strategisch, sondern versuchen, es allen recht zu machen. Strategie und Konsistenz können Sie für Ihren Youtube Kanal dann vergessen.
  • Produktion und Qualität

  • Sicher, Sie können von Anfang in teure Kameras und umfangreiches Equipment investieren. Nur lösen Sie sich bitte von dem Gedanken, dass das Equipment die Qualität der Videos bestimmt. Wenn Sie sich zu sehr auf technische Aspekte konzentrieren, vernachlässigen Konzept und Inhalt fast zwangsläufig - und schaden mit dem Ergebnis Ihrer Reputation.
  • Videoproduktion braucht - wie alle anderen Fähigkeiten und Prozesse auch - Übung. Geben Sie Ihren Mitarbeitern daher unbedingt die Zeit, sich mit Equipment und Methodik vertraut zu machen. Überstürzen Sie den Einstieg, wird sich das garantiert negativ auf Ihre Ergebnisse auswirken.
  • Apropos Equipment: Steigen Sie hier zu komplex ein, können Ihre Mitarbeiter mit den Kameras und Gerätschaften auch schnell überfordert sein. Oft ist einfacheres Equipment - das Ihre Mitarbeiter dann wirklich beherrschen - deutlich besser geeignet und liefert die besseren Ergebnisse.
  • Natürlich können Sie sich den Aufwand auch sparen und einen externen Videografen engagieren, der all Ihre Videos produziert. Stellen Sie dann jedoch sicher, dass dieser die Botschaft und den Charakter Ihres Unternehmens erfasst. Sonst vermitteln Ihre Videos schlussendlich vielleicht einen völlig falschen Eindruck.
  • Hohe Qualität und Cinematic Look sind für viele Videos wichtig und sinnvoll. Doch bei Vlogs, Einblicken ins Unternehmen und Eventberichten kann eine zu hohe Qualität den erwünschten authentischen Eindruck zerstören und damit zum Problem werden. Passen Sie daher sowohl Optik als auch Stimmung Ihrer Videos an das Thema an.
  • Die Bildqualität Ihrer Videos ist zwar wichtig, doch die Soundqualität spielt eine noch größere Rolle. Mittelprächtige Bildqualität mit gutem Sound ist meist kein Problem, hervorragende Bilder mit schlechtem Sound sind jedoch kaum auszuhalten. Veröffentlichen Sie daher bitte keine Videos mit mieser Soundqualität, diese schaden Ihrer Reputation garantiert.
  • Im Lauf der Zeit sollte sich bei Ihren Videos ein eigener Stil und eine eigene Bildsprache entwickeln. Dieser Stil kann dann - in Verbindung mit Ihrem Corporate Design - zum optischen Markenzeichen Ihres Unternehmens werden.
  • Mitarbeiter vermitteln oft einen authentischen Eindruck des Unternehmens, können vor der Kamera jedoch auch völlig fehl am Platz sein. Wählen Sie Mitarbeiter für Videos daher bitte nicht nur nach Kompetenz, sondern auch nach ihrer Präsenz vor der Kamera aus.
  • Für die Wirkung Ihrer Videos spielt auch das Setting eine Rolle. Bei Einblicken in das Unternehmen kann eine Produktionsumgebung optimal sein und den Blick-hinter-die-Kulissen-Eindruck vermitteln. Doch für Interviews oder Statements der Geschäftsführung ist eine andere Umgebung sinnvoll. Wenn Sie alle Videos in der gleichen Umgebung aufnehmen, wirkt zumindest ein Teil davon wenig glaubwürdig.
  • Outtakes können ein Video auflockern und ein Unternehmen sympathisch wirken lassen. Doch wenn Sie zu peinliche oder lächerliche Outtakes veröffentlichen und das für jedes Video - auch wichtige Statements und Interviews - tun, verkehrt sich die Wirkung ins Gegenteil und diskreditiert Ihre sonstige Arbeit. Hier ist also Vorsicht geboten.
  • Sie wollen aktuell populäres Video-Format aufgreifen, fühlen sich damit jedoch ganz und gar nicht wohl? Dann lassen Sie die Finger davon. Grundsätzlich sollten Sie nur Videos veröffentlichen, die aus Ihrer Sicht klar zum Unternehmen passen und Ihre Botschaft transportieren. Wer alle produzierten Videos unbedingt veröffentlichen will, tut sich damit in der Regel keinen Gefallen.
  • Komplett vorgegebene Dialoge können vor der Kamera schnell unnatürlich wirken. Eine zu freie Gestaltung birgt jedoch das Risiko, dass die Inhalte nicht deutlich vermittelt werden. Finden Sie hier den für Sie und Ihre Mitarbeiter passenden Mittelweg und scheuen Sie sich nicht davor, Szenen mehrfach zu drehen. Das kann zwar nerven, führt jedoch zu deutlich besseren Ergebnissen.
  • Apropos: Es ist selten eine gute Idee, wichtige Videos unter Zeitdruck aufzunehmen. Ist ein Thema wirklich zeitkritisch und muss schnell kommuniziert werden, sollten Sie es vielleicht zuerst in Textform über andere Kanäle verbreiten, das Video in Ruhe produzieren und dann nachreichen und/oder dafür nutzen, die Aufmerksamkeit für das Thema hochzuhalten. Hektik führt selten zu positiven Resultaten.
  • Auch wenn Sie viele Ihrer Videos und Formate selbst produzieren können sollte Sie das nicht dazu verleiten, sich komplett auf Ihre eigenen Videomöglichkeiten zu verlassen. Bei größeren Produktionen kann der Einsatz externer Videostudios oder spezialisierter Dienstleister sinnvoll und wichtig sein, um hohe Qualität zu garantieren. Wer alles selbst machen will, tut sich damit nicht unbedingt einen Gefallen.
  • User generated Content - sprich: von Fans erstellte Videos - sind grundsätzlich eine gute Idee und können in Ihre Videos eingebunden werden. Stellen Sie hier jedoch unbedingt im Vorfeld sicher, dass Sie alle notwendigen Rechte schriftlich zugesichert haben. Sonst erleben Sie im Nachhinein möglicherweise eine unschöne - und teure - Überraschung.
  • Wenn wir gerade bei Lizenzen sind: Stellen Sie auch bei Interview-Partnern und auf Events sicher, dass alle in Ihren Videos auftretenden Akteure wissen, wofür die Videos gedacht sind und mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Unschöne Schlammschlachten und Abmahnung sind nicht nur lästig und teuer, sondern schaden oft auch Ihrer Reputation.
  • Youtube bietet Ihnen eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um Anmerkungen und Links in Ihre Videos einzubauen. So können Sie auch kleine Fehlinformationen - die in Dialogen durchaus vorkommen können - durch ein Anmerkung im Video korrigieren. Nutzen Sie diese Möglichkeit mit Bedacht. Zu viele Anmerkungen und Korrekturen lassen schnell Zweifel an der Kompetenz der Gesprächspartner und Akteure aufkommen.
  • Fragen Sie bei der Einbindung von Tweets und anderen Beiträgen unbedingt im Vorfeld beim ursprünglichen Verfasser nach, ob die Einbindung und Erwähnung in Ordnung geht. So können Sie nicht nur Kontakte knüpfen, Sie vermeiden auch unnötigen Ärger.

Videoproduktion: So gelingt der Einstieg

SOMMAI/shutterstock Bleibt schlussendlich die Frage nach den Produktionsmöglichkeiten für Videos. Natürlich können und sollten Unternehmen für aufwändige Formate - beispielsweise Image Videos, mit spezialisierten Dienstleistern zusammenarbeiten. Für einfache Formate wie Azubi-Tagebücher, Vlogs oder kurze Interviews ist der Einstieg jedoch auch mit aktuellen Smartphones und Zusatzequipment möglich.

Bevor Sie sich jedoch in die Produktion stürzen, sollten Sie Ihre Mitarbeiter durch entsprechende Dienstleister im Umgang mit dem Equipment und den Grundlagen der Videoproduktion schulen lassen. Mobile Videoproduktion mit Smartphones ist definitiv auf einem qualitativ hohen Niveau möglich, doch dazu ist Know How unverzichtbar. Und dieses muss zuerst aufgebaut werden.

Grundsätzlich sollten Unternehmen zumindest einen Teil der nötigen Kompetenz inhouse aufbauen. Für komplexe Projekte und Formate sind spezialisierte Dienstleister sinnvoll, doch Unternehmen sollten sich nicht komplett von diesem abhängig machen. Mehr Informationen zum Einstieg finden Sie in den Artikelempfehlungen unten.

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