Wenn man als Keynote-Speaker immer wieder mal gebeten wird, einen Vortrag oder eine Präsentation zu halten, gibt es vor allem eine Vorgabe, die tunlichst einzuhalten ist: die Zeit. “Sie können über alles reden – nur nicht über 20 Minuten”, lauten etwa die typischen Bedingungen der Gastgeber. Und mal sind es 20 Minuten, mal nur zehn, eine halbe Stunde, eine volle und in seltenen Fällen auch schon mal eineinhalb Stunden. Doch egal, welches Format auch gewünscht ist: Wenn am Ende der Zeit noch Folien übrig sind, sieht das ziemlich unprofessionell aus (ist mir aber auch schon passiert).

Inzwischen habe ich allerdings so ein paar Tricks und Kniffe für mich gefunden, wie sich Präsentationen besser timen lassen – ohne, dass man das Zeitlimit überschreitet. Der beste Weg ist natürlich, die Präsentation sich selbst zu halten und dabei die Zeit zu stoppen. Vor allem für Anfänger ist das ideal, weil sie so auch mehr Sicherheit bekommen und merken, wo dramaturgische Schwächen des Vortrags lauern.

Bloß nicht stumm denken!

Der größte Fehler wäre hingegen, sich Folie für Folie anzusehen und dabei kurz zu überlegen, was man dazu sagen will. Warum? Weil wir deutlich schneller denken, als wir reden können. Außerdem ist es nicht besonders klug, geschweige denn für die Zuhörer angenehm, in einem durch zu quasseln. Die Essenz eines guten Vortrags sind die (rhetorischen) Pausen, die Pointen, die Zeit brauchen, um nachzuhallen und zu wirken.

Wie also lassen sich Präsentationen oder Reden dann zeitlich eingrenzen und einschätzen?

Ich persönlich habe mir angewöhnt, meine Folien (oder Redezettel) nie besonders voll zu machen. Mindestens die Hälfte der Fläche ist Weißraum, ein Foto oder eine Illustration. Auf den Rest passen dann gerade noch drei Punkte. Manchmal auch nur ein Satz. Der Kernsatz oder Merksatz eben. Mehr braucht es auch nicht, denn der Vortrag soll ja die Hauptrolle spielen, nicht die Folie!

Und für jede dieser Folien plane ich rund vier Minuten ein. Bei einer Kurzpräsentation von 20 Minuten brauche ich also nicht mehr als fünf Folien.

Das ist aber nur eine Faustformel. Natürlich variiere ich das inzwischen, sodass es gerade am Anfang auch mal ein Trommelfeuer von Bildern und schnellen Folienabfolgen mit zahlreichen Symbolen geben kann, um Spannung aufzubauen oder die ersten Pointen zu setzen. Manchmal stehen auf den Folien auch nur einzelne Wörter, die – wenn man sie schnell hintereinander durchklickt – einen Satz ergeben.

Das lässt sich aber nach demselben Prinzip grob timen: Maximal drei Sätze pro Folie brauchen vier Minuten – also braucht ein solcher Satz rund zwei Minuten (Pointenpause inklusive). Und so weiter.

Letztlich sind solche Regeln nichts, was Sie in Stein meißeln sollten. Es sind Leitplanken. Orientierungshilfen. Mehr nicht. Aber sich schützen vor dem schrecklichsten aller Schlusssätze:

“Ich hätte jetzt eigentlich noch drei Punkte, aber die Zeit ist leider schon um…”