Glaubt man dem Drehbuchautor Woody Allen, ist Dabeisein bereits 80 Prozent des Erfolgs. Allen neigt bekanntermaßen zum Exaltierten, darunter leidet seine Glaubwürdigkeit ein wenig. Doch im Kern hat er Recht. Erfolg ist ein Rindvieh: Er gesellt sich gern zu seinesgleichen.

Daraus ergibt sich die Frage, ob es denn auch ein paar Eigenschaften gibt, die erfolgreiche Menschen eint, beziehungsweise, die den Erfolg anziehen, sozusagen die hübschen Schwestern des Erfolgs. Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie. Sogar einige. Der Übersichtlichkeit halber, heute die wichtigsten sieben:

  1. Selbstreflexion. Erfolg – soweit die allgemeine Definition – heißt, seine persönlichen Ziele zu erreichen. Dazu muss sie allerdings erst einmal kennen. Ebenso sollten sie erreichbar, sprich realistisch sein. Und das setzt voraus, dass man seine individuellen Stärken und Schwächen kennt und seine Ziele danach ausrichtet. Selbstreflexion beinhaltet aber noch mehr: Wer diese Fähigkeit besitzt, trifft Entscheidungen bewusster, kann besser mit Fehlern umgehen (was bedeutet sie ebenso zu analysieren, um sie nicht zweimal zu begehen, wie diese emotional hinter sich zu lassen) und ist meist optimistischer was seine Zukunft anbelangt, denn er fühlt sich ihr nicht ohnmächtig ausgeliefert.
  2. Spezifische Ziele. Ein klares Ziel zu haben, macht nicht automatisch erfolgreich. Was erfolgreiche Menschen aber eint, ist, dass sie ihre Ziele strukturiert und spezifisch benennen können. Nicht wenige schreiben sie sogar auf – wie bei Managern, deren Zielvorgaben in messbaren Zahlen vereinbart werden. Es sind keine Fernziele, sondern eine Kette von Nahzielen, die schließlich in ein großes münden. So hangeln sich diese Leute von Meilenstein zu Meilenstein, erleben Teilerfolg nach Teilerfolg und bleiben obendrein hochmotiviert.
  3. Starke Netzwerke. Dass gute Beziehungen Karrieren beflügeln, wurde bereits vielfach untersucht und bestätigt. Eine Studie der EU-Kommission etwa zeigte: Rund ein Drittel aller europäischen Arbeitnehmer zwischen 16 und 29 Jahren finden ihre Jobs über persönliche Kontakte. Bei Managern rangiert das Vitamin B gar auf Platz 1 der Karrierebeschleuniger: Rund 70 Prozent aller Führungspositionen in Deutschland werden über Beziehungen besetzt. Natürlich helfen solche Kontakte nicht nur bei der Jobsuche. Starke Netzwerke zeichnen sich auch durch gegenseitigen Informationsaustausch und gemeinsames Coaching aus.
  4. Zuversicht. Übertriebene Skepsis wirkt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Irgendwann scheitert man tatsächlich. Zwar spürt jeder einen Fluchtreflex, sobald Probleme auftauchen, Erfolgreiche aber erzeugen eine Atmosphäre, in der dieser Reflex statistisch nur 1,13 Sekunden dauert.
  5. Ausdauer. Hartnäckigkeit und Disziplin sind oft wichtiger als Können. Tatsächlich lassen sich viele Karrierefehler auf mangelnde Beharrlichkeit statt auf fehlendes Talent zurückführen.
  6. Pragmatismus. Gemeinsam mit der Zuversicht, die auch einen gesunden Optimismus beinhaltet, und der Ausdauer ist es schließlich der Pragmatismus, der die Erfolgreichen ihren Zielen näherbringt. Sie verharren weder in Theorien, noch verteidigen sie alte Entscheidungen – sie machen einfach das Mögliche. Dabei untertreiben sie nicht, beschönigen nichts, generalisisieren nicht. Sie sind präzise (vielleicht auch ein bisschen konservativ) bei ihrer Einschätzung des Machbaren, der Kosten und der Potenziale.
  7. Neugier. Erfolgreiche lernen nicht einfach nur hinzu – sie wollen lernen. Und zwar möglichst viel. Der Motor dazu ist ihre Neugier: Warum ist das so? Was haben andere in der Situation gemacht? Was sind die Eigenschaften, die erfolgreiche Menschen einen? Wobei das Interesse dieser Leute stets fachübergreifend ist: Sie sind aufgeschlossen gegenüber Politik, Management, Sport und Religion, interessieren sich ebenso für die Börse wie für Bildungsfragen, für das Kochen oder die Psychologie. Sie haben vielleicht keinen Doktor-Titel, aber promovieren praktisch in allen Lebensfragen.