Seit Jahren pflegt der Caterer in unserer Kantine eine Tradition: Jeden Donnerstag gibt es paniertes Schnitzel mit Pommes frites, den so genannten Schnipotag. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es tatsächlich Kollegen gibt, die sich auf den Schnipodo freuen, weil sie dann wieder Schnitzelpommes an Ketchupjus essen können, jeden Donnerstag, Woche für Woche, Jahr für Jahr.
Sie lachen jetzt vielleicht. Doch während Sie noch die Bilder von mampfenden Wiederholungstätern imaginieren, fragen Sie sich bitte kurz: Wann haben Sie das letzte Mal etwas Neues ausprobiert? Wie oft wechseln Sie mittags die Speisekarte, das Restaurant, die Gesellschaft? Wie oft gehen Sie mit denselben Kollegen essen? Und wann haben Sie das letzte Mal etwas Spontanes unternommen?
Genau, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Routinen tun ihm gut, sie wiegen ihn in Sicherheit, sind komfortabel. Sie lullen ihn aber auch ein, machen träge und beschränken seinen Horizont. Solche Komfortzonen zeichnen sich dadurch aus, dass es dort bequem ist. In diesen persönlichen Wohlfühlbereichen kennen wir uns aus, wir sind dort hinein gewachsen und haben es uns gemütlich gemacht. Es herrscht Ruhe und Ordnung und wir müssen uns keine Mühe mehr machen. Komfortzonenbewohner verhalten sich deshalb meist passiv: Bloß nichts unternehmen, was Ruhe und Rituale stört! Bloß keine Fehler riskieren!
Das Schlimme daran ist: Die Seele reagiert auf Gewohnheiten genauso wie der Körper auf mangelnde Bewegung und der Geist auf fehlende Herausforderungen – sie bildet sich zurück, verkümmert. Bewohnen wir unsere Komfortzonen zu lange, werden wir immer fauler und träger. Und mit der Zeit wird uns auch noch das wenige, das wir machen, zu viel. Also engagieren wir uns noch weniger und werden trotzdem immer unzufriedener. Wir bleiben stehen, während sich alle anderen weiter entwickeln. Und das heißt, dass wir – relativ betrachtet – bei einem Zonendaueraufenthalt meilenweit zurückfallen.
Die Urlaubszeit ist eine großartige Gelegenheit, aus solchen Zonen auszubrechen, etwas Neues auszuprobieren, etwas zu wagen. Nach rund einem Jahr des Bloggens über Job- und Karrierethemen und inzwischen gut 750 Artikeln möchte ich die kommenden Urlaubswochen dazu nutzen, über ganz andere Dinge zu schreiben. Ich gebe mir eine thematische Auszeit und Ihnen ein buntes Ferienprogramm – das uns vielleicht beide inspiriert. Viel Spaß und erholsame Wochen!







Norbert Glaab
Auf das Neue bin ich gespannt. Viel Spass und eine paar sauber Purzelbäume für die Seele :-)
Réka
Gewohnheiten sind zweischneidig. Sie helfen einem sehr dabei, wichtige Dinge, die man sonst vernachlässigen würde, nicht zu vergessen. Sport, gesunde Ernährung, Haushaltsarbeiten: alle fallen einem leichter, wenn sie mit einer Gewohnheit verknüpft werden.
Als ich mich selbständig machte, beginnen die gewöhnlichen Mittagessen mit den Kollegen schnell zu fehlen; ich bemerkte oft nur um 2 Uhr (mit knurrendem Magen), dass ich eine Pizza bestellen sollte.
Andererseits müssen wir mit Gewohnheiten vorsichtig sein. Wenn wir eine Gewohnheit als selbstverständlich betrachten, kann sie schnell zu einer Hürde werden, sowohl für das Benehmen, als auch für das Denken. Genau wie im Artikel geschrieben…
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