Knapp jeder zweite Personaler überprüft Bewerberprofile inzwischen im Social Web, bevor es zum Bewerbungsgespräch kommt. Rund 57 Prozent der Bewerber ist dies auch bewusst, denn sie testen ihre Online-Präsenz „auf jeden Fall“ vor einer Bewerbung und versuchen, unangebrachte Daten verschwinden zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Onlineumfrage der Jobbörse karriere.at unter 406 Teilnehmern. Im Detail:

Bewerber

Vor einer Bewerbung checke ich mein Online-Profil…

  • „Auf jeden Fall!“ (57 Prozent)
  • „Kommt auf den Job an.“ (18 Prozent)
  • „Vielleicht.“ (6 Prozent)
  • „Auf keinen Fall, ich hab keine Geheimnisse!“ (18 Prozent)

Personaler

Bevor ich jemandem zum Bewerbungsgespräch einlade klopfe ich sein Online-Profil ab…

  • „Auf jeden Fall!“ (49 Prozent)
  • „Kommt auf den Job an.“ (30 Prozent)
  • „Vielleicht.“ (11 Prozent)
  • „Auf keinen Fall, jeder Mensch hat ein Privatleben.“ (11 Prozent)

Dazu passt auch eine Umfrage, die die Jobbörse Stepstone (rund 11.000 befragte Fach- und Führungskräfte aus acht europäischen Ländern, davon knapp 4000 aus Deutschland) ebenfalls heute veröffentlicht hat. Danach hat sich der Bewerbungsprozess nahezu komplett auf Online-Medien verlagert. Zwei Drittel der deutschen Bewerber sagen, dass sie sich ausschließlich per E-Mail bewerben – 27 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Weitere 16 Prozent nutzen automatisierte Online-Bewerbungsformulare, die vor allem größere Unternehmen auf ihrer Karriere-Website zur Verfügung stellen. Vorbei ist dagegen die Zeit der postalischen Bewerbung: Nur noch 13 Prozent der Bewerber vertrauen auf die ausgedruckte Bewerbungsmappe – 29 Prozent weniger als noch im Jahr 2006. Weitere fünf Prozent setzen schließlich auf den persönlichen Kontakt und bewerben sich gleich telefonisch bei dem für sie interessanten Unternehmen.

Im internationalen Vergleich zeigt sich sogar, dass der Anteil der E-Mail Bewerbungen in Deutschland sogar noch am geringsten ausfällt. Am höchsten ist der Wert in Italien (80 Prozent), Dänemark (79 Prozent) und Frankreich (72 Prozent). Die klassische Bewerbungsmappe ist dagegen international out: Im Schnitt bewerben sich nur noch sieben Prozent der Kandidaten über diesen Weg.