Mit gutem Sex genießen wir miteinander vor allem uns selbst; mit der ewigen Ehe aber enttäuschen wir lebenslänglich die Illusion, die wir uns im Zauber des Anfangs voneinander gemacht haben. Tatsächlich ist der moderne Manager ein familienferner Lebensnomade, ein emotionaler Wanderarbeiter im ständigen Dienst seiner Selbstoptimierung. Am Anfang seiner Karriere, bei Sturm und Drang und Gipfelstürmerei, braucht er Entlastung, Unterstützung, Rückendeckung, später dann, oben angekommen, um sich wach zu halten, braucht er Ansporn, Kitzel, geistige Nahrung – und libidinöse Höhepunkte für all die Arbeit in der Tiefebene. Deshalb ist der moderne Manager nicht für eine, sondern für zwei Frauen geboren, zunächst für die Dienerin, dann für die Muse. Mit der ersten steigt er auf, mit der zweiten hebt er ab.
Jan Schmidt
Eine interessante Analyse. Und nicht ganz realitätsfern. Nur das mit der Dienerin ist vielleicht überspitzt. Coach gefiele mir besser.