Das Internet bietet inzwischen an jeder Datenstraßenecke Optionen, um verfügbare www.Stellenangebote.net oder www.Stellenanzeigen.net auf dem virtuellen www.Stellenmarkt.de aufzuspüren. Man kennt das ja. Manche dieser Angebote sind monströs, andere speziell. Wir selbst bieten mit dem Jobturbo wiederum eine kostenlose Metasuchmaschine an, die diverse Online-Jobbörsen gleichzeitig durchsucht und vakante Stellen auflistet. Das alles gehört zum regulären Arbeitsmarkt. Doch es gibt eben auch einen versteckten.

Auch den findet man längst im Internet. Aber nicht an einem Ort. Zunächst sind es unsere persönlichen Kontakte, die wir in sozialen Netzwerken wie Xing, Linkedin, Twitter, Google+ oder Facebook pflegen und die uns frühzeitig über frei werdende Stellen informieren, bevor diese in den obigen Jobbörsen landen. Und über das berühmte Vitamin B werden laut Schätzungen etwa zwei Drittel aller Stellen besetzt.

Denn, und damit spreche ich wohl kein Geheimnis aus, die meisten Unternehmen und Personalverantwortlichen haben auch keine große Lust, über einen aufwändigen Auswahlprozess mit vielen hundert Bewerbungen den geeigneten Kandidaten finden zu müssen. Viel einfacher und günstiger ist es, sich über Beziehungen jemanden empfehlen zu lassen, der fachlich und sozial passt und ebenfalls gerade offen ist für die sprichwörtlichen neuen Herausforderungen.

Es gibt aber noch einen weiteren Option, wo sich der versteckte Arbeitsmarkt finden und nutzen lässt: in Suchmaschinen. Exemplarisch sei hier Google genannt. Wann immer Unternehmen oder Headhunter nach geeigneten Kandidaten suchen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen, werden sie den entsprechenden Suchbegriff erst einmal googeln. Und genau das lässt sich nutzen.

Wie Sie vielleicht wissen, arbeite ich schon seit einiger Zeit als Social Media Manager. Davor habe ich hier in diesem Blog aber auch schon desöfteren über diesen relativ neuen Beruf geschrieben, sodann auch getwittert, gefacebookt und neuerdings auch geplusst (ich mag diese neuen Verben). Neulich ist mir dann aufgefallen, dass man mindestens einen dieser Artikel relativ weit oben bei Google findet, wenn man nach “Social Media Manager” googelt. Was mich auf folgende Idee gebracht hat:

Wer sich für einen bestimmten Job interessiert, der muss gar nicht unbedingt in sein Xing-Profil schreiben, dass er nach neuen Herausforderungen sucht und diesen oder jenen Job sucht (schaden kann das aber auch nicht – es sei denn, Ihr aktueller Chef liest mit). Um den versteckten Online-Jobmarkt zu nutzen, reicht es schon, wenn Sie verstärkt über Ihren Traumberuf bloggen, twittern, plussen, … Sie wissen schon. Sie generieren so diverse Fundstellen zu diesem Suchbegriff, die alle auf Sie verweisen. Und früher oder später wird man Sie darüber finden.

Natürlich sollten Sie genau verfolgen, welcher Link sich mit der Zeit bei den Suchmaschinen ganz nach oben schiebt – und genau auf den verweisen Sie dann noch mehr und verlinken oder platzieren dort zugleich eine Referenz von sich selbst. Das können ein Kurzlebenslauf sein, Arbeitsproben, Andeutungen oder gar ausgesprochenes Interesse, sich in diesem Beruf stärker zu engagieren.

Per Guerilla-Taktik zum Job

Es gibt aber noch eine weitere, bislang kaum genutzte Masche, mittels Google & co. zu seinem Traumjob zu kommen. Vermutlich auch, weil sie ein bisschen verwegen ist – aber auch nicht unerfolgreich, wie das Beispiel von Alec Brownstein beweist.

Die Geschichte von Alec Brownstein ist schon etwas älter. Der junge Mann suchte damals einen Job bei einer der Top-5-Werbeagenturen der USA. Da wollen aber viele hin, entsprechend groß ist die Konkurrenz. Brownstein ging jedoch einen Umweg, um die Aufmerksamkeit der Agenturen auf sich zu lenken: Er setzte gezielt auf die Eitelkeit ihrer Chefs.

Jeder googelt sich und seinen Namen früher oder später mal. Und eitle Werber sowieso. Das wusste auch Brownstein. Also schaltete er gezielte Google Adwords Kampagnen mit den Namen der fünf Agentur-CEOs. Die Kleinanzeigen kosteten ihn gerade einmal sechs Dollar. Denn sie würden ja nur auftauchen, wenn einer den Namen des CEO googelt. Und so viele machen das dann auch nicht, eher gibt man den Namen der Agentur ein. Es sei denn, man ist der Agenturchef…

Und genauso passierte es: Wenn also beispielsweise Kreativdirektor Ian Reichenthal sich selbst googelte, dann fand er direkt an erster Stelle eine Anzeige mit folgendem Text:

Hey Ian Reichentahl, googling yourself is a lot of fun. Hiring me ist fun, too.

Das war frech, kühn – aber auch unglaublich erfolgreich: Brownstein schaltete insgesamt fünf solcher Minianzeigen. Vier der adressierten luden ihn zu einem Vorstellungsgespräch ein, am Ende bekam er zwei konkrete Jobangebote, bei Young & Rubicam in New York heuerte er schließlich an. Enorm effektiv statt 100 Bewerbungsmappen zu verschicken und billiger noch dazu.

Zugegeben, diese Guerilla-Taktik eignet sich nicht für alle Branchen und Berufe. Aber sie bringt einen auf Ideen. Und nicht zuletzt zeigt sie ein weiteres Mal, wie sehr der versteckte Arbeitsmark Internet längst floriert.