Man mag es kaum glauben: Obwohl Twitter heute eine gewichtige Rolle in Medien, Politik und vor allem im Leben seiner Nutzer spielt, ist der Microblogging-Dienst mit dem blauen Vogel gerade einmal vier Jahre alt. In dieser Zeit sind die verschiedensten Fakten und Annahmen über das Netzwerk verbreitet worden – auch auf Karrierebibel finden Sie jede Menge Artikel über die Zwitscherplattform.
Was aber sagt die Wissenschaft über Twitter? Das relativ junge Alter des Dienstes bewirkt, dass es weitaus weniger Erhebungen darüber gibt als beispielsweise über das Fernsehen. Dennoch existieren durchaus einige interessante Analysen. Die Kollegen vom Psyblog haben hier einige zusammengefasst, die wir Ihnen heute vorstellen möchten. Alle genannten Fakten entspringen wissenschaftlichen Studien, Befragungen und Untersuchungen und sind mal mehr und mal weniger offensichtlich. Nun aber genug der Worte – seit Twitter wissen wir, dass Zeichen knapp sind!
11 wissenschaftliche Erkenntnisse über Twitter
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Wenige machen viel. Der durchschnittliche Twitter-User gibt während seiner Mitgliedschaft gerade mal einen (!) Tweet ab. Hingegen sorgen zehn Prozent der Twitterer für 90 Prozent aller Tweets. Mit dieser Verteilung ähnelt die Seite eher Wikipedia als einem sozialen Netzwerk. |
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Twitter ist ein Ü30-Netzwerk. Das Durchschnittsalter der Twitter-User ist 31. Damit ist das Netzwerk „jünger“ als Facebook (33) und „älter“ als MySpace (26). Die höchsten Zuwachsraten verbucht Twitter bei den 18- bis 24jährigen. |
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Twitter ist eher ein Informationsnetzwerk. Johnson und Yang fanden 2009 heraus, dass Twitternutzer andere User primär als Informationsquelle ansehen – die soziale Komponente ist für sie eher ein angenehmer Zusatznutzen. |
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Männern wird öfter gefolgt. Während 55 Prozent der Twitter-User Frauen sind, haben Männer im Schnitt 15 Prozent mehr follower – ungewöhnlich, da Frauen in der Regel mehr Aufmerksamkeit in Onlinenetzwerken erhalten. Die Tweet-Rate ist jedoch geschlechtsunabhängig. |
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Tweet-Trends sind kurzlebig. Neuigkeiten werden in Twitter in den seltensten Fällen länger als eine Woche lang besprochen – und danach kommen sie fast nie wieder auf. 85 Prozent dieser Trends basieren auf Nachrichten aus den Medien. |
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Menschen treten Twitter aus Freundschaft bei. Durch seinen Bekanntheitsgrad erzielt Twitter mittlerweile wertvolle “Netzwerkeffekte“: Wie bei Mobilfunknetzen ist der Grund zum Beitritt meistens die Anmeldung oder Empfehlung eines Freundes. |
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Twitter ist wie eine Runde „Stille Post“. Da stets und ständig mehrere Leute gleichzeitig über ein Thema kommunizieren, kann sich eine Information mit der Zeit durch Neu- und Fehlinterpretationen stark verändern – und im schlimmsten Fall wird die falsche Variante weiterverbreitet. |
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Es gibt mehr Ichformation als Information. Laut Naaman gibt es zwei Usertypen: Informers und Meformers. Erstere teilen Informationen und antworten anderen Usern auf Tweets, letztere twittern mehr über sich selbst. Das Verhältnis ist 20 zu 80 – richtig sozial wird Twitter also seltener genutzt. |
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Die meisten Tweets sind “Geschnatter”. Ein Marktforschungsunternehmen hat 2000 Tweets aus einer Woche gesammelt und kategorisiert – Ergebnis: 41 Prozent waren “Pointless babble” (sinnfreies Geschwätz). 38 Prozent waren Gesprächsteile, immerhin neun Prozent dienten der Informationsweitergabe. |
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Die Angst treibt uns an. Wie Qiu in einer kleinen Studie herausfand, werden extrovertierte Menschen oft durch “existential anxiety” (Existenzangst, Lebensangst) zum Twittern motiviert. Die Selbstdarstellung dient anscheinend der Vergewisserung nach dem eigenen Wert. |
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Katastrophenwarnung ist inklusive. Weniger psychologischer Natur ist der Fakt, dass Forscher schon heute Erdbeben und andere Notfälle über Twitter entdecken können. Das zeigt mögliche neue Einsatzgebiete des Netzwerks und gibt Anregungen für die Zukunft. |















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