6 Bewerbertypen, die Personaler in den Wahnsinn treiben

Es gibt beide: Personaler, die Kandidaten mit den immer gleichen dämlichen Fragen nerven – und Bewerber, die Personaler mit ihren skurrilen Antworten und Attitüden in den Wahnsinn treiben. Und damit meine ich jetzt nicht Klassiker wie: zu spät kommen, unvorbereitet erscheinen, nach Döner riechen (machstdukomplettmitalles: Schaaaf, Swiebel, Ssaziki). Vielmehr sind es jene Typen, bei denen Recruiter sofort den Soundtrack von Michael Jacksons Thriller im Ohr hat und sicherheitshalber in eine Knoblauchzehe beißt, bevor er sie freundlich mit den Worten verabschiedet: „Bitte rufen Sie nicht an – wir melden uns…“

Kurz: Es sind diese sechs Bewerbertypen des Grauens

6 Bewerbertypen, die Personaler in den Wahnsinn treiben

Der Superheld

Frage des Personalers:

„Was macht Sie zum idealen Kandidaten für diesen Job?“

Antwort des Bewerbers:

Ich wurde zum Siegen geboren, Baby. Mit nur neun Monaten hab ich mich schon von meiner Mutter abgenabelt. Als Kind kam ich nicht in den Kindergarten, sondern in die Bundesgartenschau. Um meinen Abischnitt auszurechnen, führten die Lehrer negative Zahlen ein. Und mein Studium schloss ich mit dem Großmeistertitel ab. In Bologna! Ich bin pure Energie. Ich bin der Mann, Mann. Noch Fragen?

Das Partytier

Frage des Personalers:

„Was war Ihre bisher größte Leistung?“

Antwort des Bewerbers:

Moin erstmal. Entschuldigung, ich hab gerade wahnsinnige Kopfschmerzen. So, jetzt die Frage: Meine größte Leistung? Ach, das ist leicht: Ich war zum Beispiel heute morgen noch bis 4 Uhr auf einer Party und jetzt bin ich hier – also um… (sieht auf die Uhr) Wow, 9 Uhr ist das schon! Und ich war sogar pünktlich! Das ist doch mal eine Leistung! Beeindruckt?

Das Wrack

Frage des Personalers:

„Warum sollten wir Sie einstellen?“

Antwort des Bewerbers:

Hahaha, der war gut… Nee, ehrlich, gute Frage… Entschuldigung, könnte ich vielleicht noch etwas zu trinken bekommen? Danke. Moment, nee, ich meinte eigentlich: Wo bitte geht’s zur die Toilette? … Wie war noch mal die Frage?

Der Womanizer

Frage des Personalers:

„Wären Sie bereit, auch am Wochenende zu arbeiten?“

Antwort des Bewerbers:

Hey, ich bin so was von bereit. Allzeit bereit! Ich kann immer. Und wenn ich diesen Job bekomme, sogar wann und wo immer Sie wollen… (zwinkert)

Die Selbstentlaverin

Frage des Personalers:

„Welche Herausforderung haben Sie zuletzt gemeistert?“

Antwort des Bewerbers:

Also die Bewerbung schreiben war das zum Beispiel. Das war mit Anstand meine größte Forderung an meine Sis. Die hat die mir dann auch geschrieben. Sie hat in Deutsch nämlich so ’ne Drei, vier Noten besser als ich. Streberin! Haha. Aber hat ja geklappt. Wann kann ich denn anfangen?

Die Labertasche

Frage des Personalers:

„Erzählen Sie mir doch etwas über s…“

Antwort des Bewerbers:

Klar. Gern. Also mein Studium zum Beispiel habe ich eigentlich nur begonnen, weil mir zunächst nichts Besseres einfiel. BWL – da machste nix falsch und so. Kennen Sie sicher. Sie haben doch nicht auch BWL studiert, oder? Also nichts für ungut. Sorry. Echt jetzt. Ist ja ein tolles Fach. Super Typen da. Hab ich dann auch gemerkt und mich im Laufe der Zeit auf Marketing spezialisiert. Ich weiß, machen auch viele. Aber ich hab gleich noch drei Praktika dazu absolviert mit so richtig coolen Kampagnen. Supergeil, sag ich da nur. Genau, meine Idee! Supergeil, oder?! Naja, danach wollte ich erstmal ins Ausland, am liebsten Hollywood. Geile Stadt, waren Sie schon mal da? Ach, nur in L.A.? Ist, glaube ich, ganz in der Nähe… Aber vorher wollte ich dann doch noch etwas Geld verdienen. Und ein viertes Praktikum… nee, das war mir dann auch zu doof. Ich mich also erst mal schön im Internet umgesehen…

PS: Die Typologien könnten Spuren von Humor und Überzeichnung enthalten. Aber auch in abgeschwächter Form lässt sich mit vergleichbaren Auftritten nicht punkten. Dann lieber mit den folgenden Empfehlungen…

[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

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12. November 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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